Putin will mit Xi neue Weltordnung aufbauen - Reise nach China

Reise von Kreml-Chef nach China:Putin will mit Xi neue Weltordnung aufbauen

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Kurz vor seiner China-Reise macht Russlands Präsident Putin klar: Es geht ihm um nichts weniger als eine neue Weltordnung. In der andere Staaten als die USA eine Rolle spielen.

Der russische Präsident Wladimir Putin trifft sich am 27. August 2025 mit Mitgliedern der Regierung im Kreml in Moskau, Russland.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat kurz vor einem Besuch in China die westlichen Handelssanktionen kritisiert.

Quelle: Imago

Russlands Präsident Wladimir Putin will bei seiner viertägigen China-Reise nach eigenen Angaben einmal mehr den Aufbau einer multipolaren Weltordnung vorantreiben. Sein Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin solle zu einer "zusätzlichen mächtigen Dynamik" führen bei der Schaffung dieser Weltordnung, sagte Putin in einem schriftlich geführten Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Zudem kritisierte Putin die westlichen Handelssanktionen. Russland und China lehnten gemeinsam "diskriminierende" Sanktionen im Welthandel ab, sagte er. Die Worte Ukraine und USA oder der russische Angriffskrieg kommen in dem sehr langen Interview gar nicht vor.

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Putin will globalen Süden stärken

Putin hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, die Vorherrschaft der USA zu beenden. In dem Interview machte er einmal mehr deutlich, dass es ihm auch um eine Schwächung des Dollar gehe. So hätten Russland und China ihren Handel nahezu vollständig auf ihre nationalen Währungen umgestellt.

Als wesentlichen Teil einer neuen Weltordnung sieht er auch in der Stärkung des Globalen Südens mit der Gruppe der Brics-Staaten an der Spitze. Brics steht für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika; zur Gruppe gehören aber inzwischen mehr Staaten.

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Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) wurde vor 24 Jahren als Organisation für den Kampf gegen Terrorismus und wirtschaftliche Zusammenarbeit gegründet. Mittlerweile gehören ihr zehn Staaten an - neben den Gründungsländern Russland, China und Kasachstan auch Indien, Pakistan sowie seit 2023 der Iran und seit 2024 Belarus.


"Grenzenlose Freundschaft" Russlands zu China?

Putin geht es in China, wie er deutlich machte, vor allem um eine Festigung der Beziehungen zu Russlands bedeutendstem Handelspartner. Für Russland ist China der wichtigste Abnehmer von Öl und Gas. Mit den Einnahmen finanziert Russland maßgeblich auch seinen Krieg gegen die Ukraine und profitiert zudem von chinesischen Gütern, die für die Produktion von Waffen bedeutsam sind.

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