Leo widerspricht deutschen Bistümern:Papst: Werden Segnung homosexueller Paare "nicht billigen"
Dürfen homosexuelle Paare förmlich gesegnet werden? In Deutschland ja, sagen mehrere Bistümer. Der Vatikan erteilt dem eine Absage: Papst Leo XIV. hat die Bistümer zurückgepfiffen.
Auf dem Rückflug seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. die förmliche Segnung von homosexuellen Paaren abgelehnt. Der Vatikan sei mit einer weitergehenden Liberalisierung "nicht einverstanden".
24.04.2026 | 1:05 minPapst Leo XIV. drückt bei der Segnung homosexueller Paare durch die katholische Kirche in Deutschland auf die Bremse. Mit Blick auf die Deutsche Bischofskonferenz und verschiedene Bistümer stellte das Oberhaupt der katholischen Weltkirche klar, dass der Vatikan mit einer weitergehenden Liberalisierung "nicht einverstanden" sei. In einem Gespräch mit den deutschen Bischöfen habe der Heilige Stühl klargestellt, "dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen".
Leo äußerte sich auf dem Rückflug von einer langen Afrika-Reise. Insbesondere dort lehnen große Teile der Kirche jede Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ab.
Am Anfang seiner Amtszeit hatte Papst Leo XIV. sich dem Zuhören gewidmet. Auf seiner Afrika-Reise prangert er Machtgehabe und Kriegstreiberei an, wurde dafür von US-Präsident Trump attackiert.
21.04.2026 | 2:07 minPapst: Vatikan mit Segnung nicht einverstanden
Der Papst reagierte auf das Vorgehen des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der in seinem Bistum München und Freising die förmliche Segnung homosexueller Paare offiziell erlaubt hat. Grundlage dafür ist eine Empfehlung der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Ende 2023 hatte der inzwischen verstorbene Papst Franziskus Segnungen mit Einschränkungen zugelassen.
Dessen Nachfolger erklärte im Flugzeug nun, der Vatikan sei mit förmlichen Segnungen von homosexuellen Paaren "nicht einverstanden über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können". Dann fügte Leo hinzu:
Franziskus' berühmt-berüchtigte Formulierung "tutti, tutti, tutti" ("alle, alle, alle") ist Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind und eingeladen, Jesus zu folgen.
Papst Leo XIV.
Mehrere Bistümer in Deutschland legen das anders aus. Der Münchner Marx, der über einen guten Zugang zu Papst Leo verfügt, gehört zu diesem progressiven Lager. Auch in Limburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart können sich homosexuelle Paare segnen lassen. In konservativeren Bistümern wie Köln, Regensburg und Passau wird die Handreichung der Bischofskonferenz hingegen nicht angewandt.
Es ist ein beispielloser Streit zwischen dem US-Präsidenten und Papst Leo XIV. Trump legt nochmal nach und bezeichnet den Papst als eine Zumutung. Was steckt hinter dem Konflikt? ZDFheute live
15.04.2026 | 33:15 minSegnung von homosexuellen Paaren: Kirchenrechtliche Grauzone
Auch bisher schon hatten katholische Priester in Deutschland schwule oder lesbische Paare gesegnet. Damit bewegten sie sich jedoch in einer kirchenrechtlichen Grauzone. Das ist jetzt anders. Eine kirchliche Hochzeit ist hingegen auch in Deutschland weiterhin tabu. Die Ehe ist in der katholischen Kirche allein Mann und Frau vorbehalten.
Leo sagte auf dem Heimflug vor mitreisenden Journalisten: "Wir haben eine Tendenz zu denken, dass die Kirche, wenn sie von Moral spricht, nur von Sexualmoral spricht."
In Wirklichkeit, glaube ich, gibt es viel größere und wichtigere Themen wie Justiz, Gleichberechtigung, Freiheit von Mann und Frau, Freiheit der Religion.
Papst Leo XIV.
Bei seinem ersten Osterfest als Papst betont Leo XIV. in seiner Osterbotschaft die Bedeutung von Frieden und Versöhnung. ZDF-Kirchenexperte Jürgen Erbacher berichtet.
05.04.2026 | 2:05 minLeo war im Mai vergangenen Jahres zum Nachfolger des Argentiniers Franziskus gewählt worden - er ist der erste Pontifex der Kirchengeschichte aus den USA. Durch seine Kritik an US-Präsident Donald Trump sammelte er in den vergangenen Wochen in Deutschland viele Pluspunkte. Mit seinen Äußerungen zu Segnungen homosexueller Paare bleibt er jedoch bei einer konservativen Linie.
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