Pakistan und Afghanistan vereinbaren Feuerpause zu Ramadan

Überraschende Kehrtwende im Konflikt:Pakistan und Afghanistan verkünden Feuerpause

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Nach neuen schweren Gefechten wollen Pakistan und Afghanistan ihre Angriffe vorübergehend einstellen. Vermittelt von mehreren Staaten soll die Feuerpause über Ramadan gelten.

Ein bewaffneter Taliban steht Wache bei einer Beerdigung in Kabul nach einem Luftangriff von Pakistan.

Die beiden Nachbarstaaten Afghanistan und Pakistan haben wegen des Endes des Fastenmonats Ramadan eine Feuerpause beschlossen. Fünf Tage lang sollen die Waffen schweigen.

18.03.2026 | 0:44 min

Pakistan und Afghanistan wollen die gegenseitigen Angriffe pausieren. Die Pause gelte angesichts der Feierlichkeiten zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, teilte die pakistanische Regierung mit. Anschließend verkündeten auch die islamistischen Taliban in Afghanistan eine Feuerpause. Saudi-Arabien, Katar und die Türkei hatten nach afghanischen und pakistanischen Angaben auf die Unterbrechung der Kämpfe hingewirkt.

Das pakistanische Militär will die Angriffe ab Mitternacht bis zur Nacht auf den 24. März einstellen, teilte Informationsminister Attaullah Tarar auf X mit. Tarar stellte klar, dass der Militäreinsatz wieder aufgenommen werde, sollte Pakistan angegriffen oder Terroranschläge im Land verübt werden. Auch Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sprach auf X davon, gegebenenfalls zurückzuschlagen.

Kämpfe waren Ende Februar neu entbrannt

Die Ankündigung kommt überraschend. Noch am Vortag hatten pakistanische Regierungsmitglieder gesagt, die Angriffe auf Afghanistan würden fortgeführt. Islamabad wirft Kabul vor Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul weist die Anschuldigungen zurück. Die Kämpfe zwischen den Nachbarländern waren Ende Februar neu entflammt.

Ein Blick auf die Zerstörung nach gemeldeten pakistanischen Luftangriffen in Kabul

Nach den Luftangriffen auf die Hauptstadt Kabul gibt es widersprüchliche Angaben: Die Taliban melden zahlreiche Opfer, Pakistan will nur militärische Einrichtungen getroffen haben.

17.03.2026 | 1:16 min

Anfang der Woche waren bei einem pakistanischen Luftangriff auf Kabul Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Eine Entzugsklinik für Drogenabhängige war zerstört worden. Die islamistische Taliban-Regierung spricht von mehr als 400 Toten. Pakistan dementiert, dass die Klinik Ziel des Angriffs gewesen sei. Die Luftwaffe habe militärische Einrichtungen angegriffen. Das UN-Büro für Menschenrechte (OHCHR) forderte eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls.

Massenbeerdigung für Opfer des Klinik-Angriffs in Kabul

In Kabul fand eine erste Massenbeerdigung für Opfer des Luftangriffs von Montagnacht statt. Lokale Medien berichteten, dass Leichen auf dem Sarai Schomali Berg in Kabul bestattet worden seien. Viele seien schwer entstellt und konnten nicht identifiziert werden, berichtet der afghanische Fernsehsender Tolonews. Führende Taliban wie Innenminister Siradschuddin Hakkani nahmen an der Beerdigung teil.

ZDF-Korrespondent Johannes Hano

Bereits in der Vergangenheit haben Afghanistan und Pakistan sich gegenseitig vorgeworfen, Terroristen zu unterstützen. Nun ist der Konflikt eskaliert. ZDF-Korrespondent Johannes Hano berichtet.

27.02.2026 | 1:19 min

Bei einem Besuch der Ruinen der zerstörten Entzugsklinik sagte die EU-Repräsentantin in Kabul, Veronika Boskovic Pohar, dem Sender Tolonews: "Was wir wollen ist Dialog zwischen den beiden brüderlichen Nachbarländern. Ihr könnt euch nicht gegenseitig auf den Mond schießen." Frieden läge im Interesse beider Länder.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Feuerpause zwischen Afghanistan und Pakistan" am 18.03.2026 um 20:48 Uhr.

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