Oxfam-Analyse:Einkommensschere klafft in vielen Ländern auseinander
Seit der Pandemie wächst die Kluft bei Gehältern von Managern und einfachen Beschäftigten, wie eine Studie von Oxfam zeigt. Die Organisation fordert Maßnahmen gegen Ungleichheit.
Eine Oxfam-Studie belegt weltweit zunehmende Ungleichheit bei den Gehältern. Vor allem Topmanager profitieren demnach deutlich.
Quelle: picture alliance / photothek.deDie Einkommen in den Chefetagen dieser Welt sind in den vergangenen Jahren einer Analyse zufolge deutlich gestiegen, während allen übrigen Beschäftigten immer weniger Geld zur Verfügung stand.
Demnach bekamen die 1.500 am besten verdienenden Konzernlenker im vergangenen Jahr im Schnitt rund 8,4 Millionen US-Dollar ausgezahlt, wie Oxfam errechnet hat, ein Verbund aus Hilfs- und Entwicklungsorganisationen.
Eine aktuelle Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt: In Deutschland sind mehr Menschen von Armut betroffen, wenn die Wohnkosten wie Miete und Strom vom Einkommen abgezogen werden.
17.03.2026 | 9:20 minGroße Lücke bei Einkommen
Das bedeutet demnach einen inflationsbereinigten Anstieg der Chef-Einkommen von elf Prozent im Vergleich zu 2024 und von 54 Prozent im Vergleich zu 2019.
Grundlage für die Berechnungen waren Daten zu 1.500 Unternehmen aus 33 Ländern aus der S&P Capital IQ Database, einer Datenbank mit Informationen zu börsennotierten und privaten Unternehmen weltweit.
Immer mehr Menschen sind auf Hilfe angewiesen, gleichzeitig wächst das Vermögen der Reichsten immer schneller. Soziale Ungleichheit schwäche die Demokratie, warnt die Organisation Oxfam.
19.01.2026 | 2:27 minIm Vergleich dazu hatten gewöhnliche Beschäftigte immer weniger Geld zur Verfügung. Das um die Preissteigerungen bereinigte Durchschnittseinkommen der weltweiten Erwerbsbevölkerung lag Oxfam zufolge im vergangenen Jahr bei 17.156 US-Dollar.
Das waren 0,5 Prozent mehr als 2024, aber 12 Prozent weniger als 2019. Grundlage sind Daten der Internationalen Arbeitsorganisation der UN (IAO) sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Die gestiegenen Ölpreise treiben die Inflation in Deutschland weiter nach oben: Im April lagen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
29.04.2026 | 0:29 minGolf-Krise könnte Millionen Menschen in Armut drängen
Hinzu kommt, dass sich der Rückgang bei der Zahl der Menschen, die trotz Arbeit in extremer Armut leben, in den vergangenen Jahren deutlich verlangsamt hat. Diese sogenannte Arbeitsarmut ging in den Jahren 2000 bis 2019 jährlich um durchschnittlich sieben Prozent zurück. Seit 2020 habe sich diese Rate auf drei Prozent mehr als halbiert.
Die derzeitige Krise im Golf könnte die Lage weiter verschärfen, befürchten die Autoren der Studie. Das UN-Entwicklungsprogramm warnt demnach, dass im schlimmsten Fall infolge des Iran-Kriegs 32 Millionen Menschen zusätzlich in Armut rutschen könnten.
Das Vermögen der Milliardäre weltweit ist auf einen Rekordwert gestiegen. Deutschland führt die Liste der im Land lebenden Milliardäre mit 156 an.
04.12.2025 | 0:35 minOxfam fordert Besteuerung von Superreichen
Um die Probleme anzugehen, fordert Oxfam unter anderem realistische und zeitgebundene Pläne der einzelnen Länder zur Reduzierung der Ungleichheit. Dies müsse klare Zielmarken und eine regelmäßige Überprüfung umfassen.
Außerdem spricht sich die Organisation für eine Besteuerung von Superreichen aus. Weiterhin brauche es strengere Regeln für Lobbying und die Finanzierung von politischen Kampagnen durch Reiche.
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