Lungenpest-Verdacht: WHO und USA fordern Infos von Russland

Todesfall in Sibirien:Lungenpest-Verdacht: WHO und USA fordern Infos von Russland

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Der Tod einer 28-Jährigen in Sibirien wirft Fragen auf. Die WHO will die Ursache finden - und US-Präsident Donald Trump möchte mit Putin telefonieren.

Das Bild zeigt die verstorbene Mitarbeiterin des Pest-Forschungsinstituts von Irkutsk bei einer russischen Seuchenübung im August 2026

Der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien steht laut russischen Behörden nicht mit Pest-Erregern in Verbindung. Als Todesursache nennen sie eine "Lungenentzündung unbekannter Herkunft".

06.10.2026 | 0:22 min

Nach dem Tod der Mitarbeiterin eines Pest-Forschungszentrums in Sibirien bietet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Russland Hilfe bei der Aufklärung der Ursache an. Die WHO stehe mit den russischen Gesundheitsbehörden in Kontakt und habe technische Unterstützung angeboten, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in der Nacht auf der Plattform X mit.

WHO-Chef auf X

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Man habe zudem um weitere Informationen gebeten, um die Ursache der schweren Lungenentzündung, den Erreger sowie Medienberichte über einen zweiten Mitarbeiter mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache zu klären.

Die 28 Jahre alte Wissenschaftlerin, die am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten arbeitete, war am Freitag im Kreiskrankenhaus der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien gestorben. Nach Angaben der für Seuchenbekämpfung zuständigen russischen Behörde ist der Tod der Frau nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Als Todesursache nannte sie eine "Lungenentzündung unbekannter Herkunft".

Eingang des Gebäudes von Russlands Verbraucherschutz- und Gesundheitsbehörde in Moskau.

Der Tod einer 28-jährigen Laborantin eines Pestforschungsinstituts in Sibirien sorgt für Aufsehen. Nach offiziellen russischen Angaben soll er nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen sein.

05.10.2026 | 0:40 min

WHO: Zeitnaher Informationsaustausch unerlässlich

Tedros schrieb weiter, ein zeitnaher, vollständiger und transparenter Informationsaustausch im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften sei unerlässlich, um widersprüchliche Berichte aufzuklären und eine genaue Einschätzung möglicher Risiken für die öffentliche Gesundheit zu ermöglichen.

Ersten Medienberichten zufolge könnte es sich um Lungenpest nach einer angeblich versehentlichen Freisetzung des Erregers im Labor handeln. Laut russischen Behörden seien bei den Kontaktpersonen keine hochgefährlichen Erreger nachgewiesen worden und die medizinische Beobachtung aller identifizierten Kontaktpersonen sei abgeschlossen.

Instinktiv wird die Pest meist mit dem Schwarzen Tod mit Millionen Todesopfern im Mittelalter verbunden. Aber auch heute noch gibt es isolierte Fälle der Pest - etwa 2017 auf Madagaskar mit über 200 Toten. In der EU gab es zuletzt praktisch keine Fälle.

Erreger sind dabei Bakterien, die ohne Behandlung zu tödlichen Gewebeschäden führen können. Je nach Art der Übertragung (etwa Flohbisse oder Aerosole) und den betroffenen Organen wird zwischen Beulen- und Lungenpest unterschieden. Bei der Lungenpest sind übliche Symptome unter anderem Husten oder Atemnot; unbehandelt kann der Tod bereits nach weniger als 48 Stunden nach Symptombeginn eintreten. Wenn die Infektion frühzeitig erkannt wird, ist eine Behandlung mit Antibiotika gut möglich. (Quelle: ZDF)


Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt.

Trump will mit Putin über Pest-Verdacht sprechen

Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte auf der Plattform X mit, dass sie Kenntnis habe von Berichten über einen Verdachtsfall einer Lungenpest in der russischen Region Irkutsk, der zum Tod eines Menschen geführt hat, und die Entwicklungen aufmerksam verfolge. Die CDC machte zugleich deutlich, dass der berichtete Fall nicht bestätigt sei.

Gesundheitsbehörde CDC auf X

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US-Präsident Donald Trump wollte wegen des undurchsichtigen Krankheitsfalls mit Todesfolge mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren. Auf die Frage einer Reporterin, ob er mit Putin über den Fall gesprochen habe, sagte Trump in Washington: "Ich habe einen Termin für ein Telefonat." Es werde sehr bald stattfinden.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 05.10.2026 um 19:46 Uhr.

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