Albin Kurti in der Kritik:Wut in Kosovos Parlament: Regierungschef mit Eiern beworfen
Drei Parlamentswahlen in anderthalb Jahren und Interims-Ministerpräsident Albin Kurti kommt mit der Regierungsbildung nicht voran. Einer Abgeordneten riss der Geduldsfaden.
Im kosovarischen Parlament hat eine Abgeordnete der Opposition Ministerpräsident Albin Kurti mit Eiern beworfen. Dem Vorfall ging eine Debatte über die Regierungsbildung voraus.
09.08.2026 | 0:41 minKosovos geschäftsführender Ministerpräsident Albin Kurti ist wegen seiner schleppenden Verhandlungstaktik im Parlament tätlich angegriffen worden. Die Abgeordnete Time Kadrijaj von der kleinen Oppositionspartei AAK (Allianz für die Zukunft des Kosovo) bewarf den Premier mit Eiern, wie auf Videobildern zu sehen ist.
Abgeordnete entnervt von Kurtis Vorgehen
Die 61-jährige gelernte Ärztin war entnervt, weil Kurti schon wieder den Versuch einer konstituierenden Sitzung der Volksvertretung nach der letzten Parlamentswahl vom 7. Juni vertagt hat. Kurti bat um Zeit für weitere Koalitionsverhandlungen.
Die EU will den Westbalkan näher an sich binden und diskutiert über die Aufnahme von weiteren Ländern. Die EU solle schneller wachsen aber ohne Abstriche.
05.06.2026 | 1:51 minPolitische Situation im Kosovo verfahren
Im Kosovo, eine frühere Provinz Serbiens, die sich erst 2008 nach einem blutigen Krieg für unabhängig erklärt hat, ist die politische Situation seit gut anderthalb Jahren verfahren. In diesem Zeitraum gab es dreimal Parlamentswahlen.
Bei der regulären Wahl im Februar 2025 verlor Kurtis Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) die absolute Mehrheit, blieb aber stärkste Kraft. Da eine Regierungsbildung trotz monatelanger Verhandlungen scheiterte, kam es im Dezember 2025 zu vorgezogenen Neuwahlen.
Kurtis Partei stärkste Kraft, aber ohne absolute Mehrheit
Die dritte Parlamentswahl im Juni dieses Jahres wurde notwendig, weil das vorangegangene Parlament nicht fristgerecht ein neues Staatsoberhaupt wählen konnte. Dafür mangelte es am verfassungsmäßig vorgeschriebenen Quorum.
Die Regierungspartei von Ministerpräsident Kurti hat die vorgezogenen Parlamentswahlen im Kosovo gewonnen. Seine links-nationalistische Partei kam auf 43 Prozent der Stimmen.
08.06.2026 | 0:21 minKurtis Partei Vetevendosje verfügt weiterhin über keine absolute Mehrheit: Sie hat 53 der 120 Sitze - vier weniger als bei der letzten Wahl im Dezember 2025.
Kurti wird Verzögerungstaktik vorgeworfen
Aktuell sucht Kurti weiter nach Koalitionspartnern, mit denen er sich zumindest auf die Besetzung des Parlamentspräsidentenamts einigen könnte, damit sich das neue Parlament konstituieren kann. Dafür hatte das Verfassungsgericht eine Frist von 30 Tagen festgesetzt, die ab der offiziellen Bestätigung der Wahlergebnisse am 8. Juli lief und nunmehr überschritten ist.
Seit dem 6. August läuft zudem die 60-Tage-Frist, innerhalb derer das Parlament ein neues Staatsoberhaupt wählen muss.
Auch andere Oppositionsparteien verurteilten Kurtis Verzögerungsmanöver. Er betrachte das Parlament als sein Eigentum, schimpfte etwa Enver Hoxhaj, Abgeordneter der Demokratischen Partei (PDK) und früherer stellvertretender Premier (2017-2019).
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