Atomstreit mit Iran: Deutsche sollen Land verlassen

Sanktionen angekündigt:Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Iran verlassen

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Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben UN-Sanktionen gegen den Iran angestoßen. Nun verschärft Deutschland seine Reisewarnung: Deutsche Bürger sollen das Land verlassen.

Archiv: iranisches Atomkraftwerk Buschehr

Der Streit um das iranische Atomprogramm betrifft nun auch deutsche Staatsbürger in dem Land (Archivbild).

Quelle: dpa

Das Auswärtige Amt hat angesichts der Zuspitzung des Atomstreits mit dem Iran seine Reisewarnung für das Land verschärft. Vor Reisen in den Iran werde gewarnt, teilte das Auswärtige Amt am späten Donnerstagabend auf seiner Internetseite mit.

Deutsche Staatsangehörige werden aufgefordert, Iran zu verlassen.

Mitteilung des Auswärtigen Amtes

Das Ministerium begründete die Verschärfung seiner Reisewarnung mit dem von den sogenannten E3-Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland in Gang gesetzten Sanktionsmechanismus gegen Teheran.

Eine iranische Nationalflagge weht vor dem Gebäude der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO). (zu dpa: «Europäer aktivieren Mechanismus für Sanktionen gegen Iran»)

Im Streit um das iranische Atomprogramm lösen Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen Mechanismus zur Wiedereinführung von UN-Sanktionen aus, den sogenannten Snapback.

28.08.2025 | 2:47 min

Deutsche Botschaft im Iran: Hilfe "nur eingeschränkt"

Großbritannien, Frankreich und Deutschland hätten am 28. August beschlossen, aufgrund wiederholter und weitreichender iranischer Verletzungen der Wiener Nuklearvereinbarung (JCPoA) von 2015 den sogenannten Snapback-Mechanismus auszulösen, hieß es in den Reise- und Sicherheitshinweisen weiter.

Da iranische Regierungsvertreter in der Vergangenheit mehrfach mit Konsequenzen für diesen Fall gedroht haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Interessen und Staatsangehörige von Gegenmaßnahmen in Iran betroffen sein werden.

Mitteilung des Auswärtigen Amtes

Die Deutsche Botschaft Teheran könne derzeit "nur eingeschränkt" konsularische Hilfe vor Ort leisten.

In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat hatten die Außenminister der drei europäischen Länder am Donnerstag erklärt, der Iran halte sich nicht an seine Atomverpflichtungen. Deshalb werde der sogenannte Snapback-Mechanismus für eine Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen Teheran ausgelöst.

Eine iranische Flagge weht vor dem iranischen Konsulat, wo iranische Diplomaten mit ihren Amtskollegen aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich zu erneuten Atomgesprächen zusammenkommen, während Warnungen laut werden, dass die drei europäischen Mächte die im Abkommen von 2015 vorgesehenen „Snapback”-Sanktionen auslösen könnten, in Istanbul, Türkei, am 25. Juli 2025. Das Treffen ist das erste seit dem Angriff Israels auf den Iran Mitte Juni, der einen 12-tägigen Krieg auslöste und auf wichtige nukleare und militärische Einrichtungen abzielte.

"Was die Europäer da machen, ist so ziemlich das Schärfste, was sie machen können", sagt ZDF-Reporter Kynast über den Mechanismus zur Reaktivierung der Sanktionen gegen Iran.

29.08.2025 | 2:06 min

Iran reagiert mit scharfer Kritik auf E3-Entscheidung

Der Iran reagierte auf die Auslösung des Mechanismus zur Wiedereinführung von UN-Sanktionen mit scharfer Kritik. Der Schritt sei "haltlos und unrechtmäßig", sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Er rief die E3 zu einer Korrektur auf.

Es gelte, einen verantwortungsvollen und realistischen Ansatz zu verfolgen, sagte Teherans Chefdiplomat in einem Telefonat mit seinen europäischen Amtskollegen sowie der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, wie die Nachrichtenagentur Irna berichtete. Andernfalls werde die Islamische Republik angemessen auf diese "ungerechtfertigte Handlung" reagieren, so Araghtschi demnach weiter.

Als mögliche Gegenmaßnahmen Teherans gelten die Einstellung der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) sowie der Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.

Quelle: dpa
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