"Kein Land wird verschont bleiben":IEA-Chef warnt vor schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten
Hat der Iran-Krieg schlimmere Folgen als die Ölkrisen in den 1970er-Jahren? Davor warnt jetzt der Chef der Internationalen Energieagentur.
Die USA wollen die iranische Blockade der Straße von Hormus militärisch lösen. Wie kompliziert so ein Einsatz ist, erklärt Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit, bei ZDFheute live.
21.03.2026 | 17:22 minWährend der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt "jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren", sagte Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), am Montag vor dem nationalen Presseklub im australischen Sydney. Und weiter:
Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen.
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energiebehörde (IEA)
Der Krieg im Nahen Osten treibt den Ölpreis in die Höhe. An der Zapfsäule und im Supermarkt spüren die Verbraucher die Folgen. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann berichtet.
09.03.2026 | 2:30 minBirol: Blockade der Straße von Hormus bedroht globale Wirtschaft
Birol sprach außerdem angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus von einer "großen Bedrohung" für die Weltwirtschaft.
Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt.
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energiebehörde (IEA)
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA).
Quelle: dpaDaher seien globale Anstrengungen erforderlich. "Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird." Birol brachte dabei auch die Freigabe weiterer Ölreserven ins Spiel. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa. "Falls nötig, werden wir das natürlich tun", sagte Birol.
Aus Solidarität mit ihren Partnern erleichtert die Bundesregierung Waffenlieferungen in den Golf. Hintergrund sind die anhaltenden Angriffe in der Region.
20.03.2026 | 1:46 minIEA reagiert auf steigende Ölpreise mit Notfall-Freigabe
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passiert, faktisch gesperrt.
Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. Als Reaktion auf die Preissteigerungen beschloss die IEA Mitte März, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben.
Es ist die sechste Freigabe strategischer Reserven in der Geschichte der vor mehr als 50 Jahren gegründeten IEA und die bislang größte.
In Nahost ist kein Ende der Kämpfe in Sicht. Öllieferungen sind stark beeinträchtigt, der Ölpreis steigt. Die Sorge vor einer ausgewachsenen Energiekrise wächst.
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