Mehrere Polizisten getötet:Nach Gefängnisaufständen: Guatemala ruft Notstand aus
Nach Aufständen in drei Gefängnissen hat Guatemalas Präsident den Ausnahmezustand verhängt. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte wurden mindestens sieben Polizisten getötet.
Guatemalas Präsident Arévalo hat nach Gefängnisaufständen den Ausnahmezustand verhängt. Häftlinge hatten in drei Gefängnissen gemeutert und über 40 Wärter in ihre Gewalt gebracht.
19.01.2026 | 0:18 minNach Meutereien in drei Gefängnissen in Guatemala hat die Regierung des mittelamerikanischen Landes den Ausnahmezustand für 30 Tage verhängt. Präsident Bernardo Arévalo sagte in einer Regierungserklärung:
Wir verhandeln nicht mit Kriminellen und tolerieren keine terroristischen Handlungen. Im Rahmen des Gesetzes zwingen wir sie mit dem Schwert der Gerechtigkeit in die Knie.
Bernardo Arévalo, Präsident von Guatemala
Der Notstand setzt das Versammlungsrecht außer Kraft und erlaubt Festnahmen und Vernehmungen ohne richterliche Anordnung. Die Maßnahme muss noch von dem von der Opposition kontrollierten Kongress des Landes genehmigt werden, kann jedoch bereits vor der Abstimmung in Kraft treten.
Ein US-Gericht hat die Abschiebung hunderter unbegleiteter Minderjähriger nach Guatemala im September letzten Jahres vorerst gestoppt. In Texas saßen bereits 50 Kinder in einem Abschiebeflugzeug.
01.09.2025 | 0:22 minDer Präsident des Kongresses, Oppositionsführer Luis Contreras, rief zur Einheit auf, um "einen der schmerzhaftesten und schwierigsten Momente" in der Geschichte des Landes zu bewältigen. In den kommenden 30 Tagen sollen nun die Polizei und das Militär mit aller Kraft gegen das organisierte Verbrechen in dem mittelamerikanischen Land vorgehen.
Bei Angriffen mindestens sieben Polizisten getötet
Zuvor hatten Häftlinge in drei Gefängnissen rebelliert und mehr als 40 Wärter als Geiseln genommen. Über Stunden hinweg übernahmen Gefangene die Kontrolle über die Haftanstalten in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango. Sie zeigten sich auf den Wachtürmen und forderten Verbesserungen der Haftbedingungen, wie in einem Video der Zeitung "Prensa Libre" zu sehen war.
Polizei und Militär erstürmten die Gefängnisse später und übernahmen nach Behördenangaben wieder die Kontrolle. Alle Geiseln wurden den Angaben zufolge befreit.
Im Großraum Guatemala-Stadt kam es zu einer Welle der Gewalt. Bei einer Reihe von Angriffen auf Polizisten wurden laut Behörden mindestens sieben Beamte getötet, als mutmaßliche Gangmitglieder das Feuer auf sie eröffneten. Zehn weitere Beamte seien verletzt worden. Ein mutmaßliches Bandenmitglied wurde demnach bei einem Polizeieinsatz getötet. Sieben Verdächtige seien festgenommen worden.
Einem Insassen der JVA Waldheim in Niedersachsen gelingt indessen die Flucht bis zur letzten Gefängnismauer. Bei dem Versuch, diese zu überwinden, bleibt er im Stacheldrahtzaun hängen und wird wieder zurück in seine Zelle gebracht.
04.09.2025 | 1:01 minRazzien in Haftanstalten als möglicher Auslöser für Revolte?
Die Aufstände seien eine Folge der Entscheidung der Behörden, den inhaftierten Anführern krimineller Banden ihre Privilegien zu entziehen, hieß es in einer Stellungnahme des Innenministeriums. So seien bei Razzien in den Haftanstalten zuletzt Mobiltelefone, Waffen sowie Drogen sichergestellt und illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, teilte die Gefängnisverwaltung mit.
Guatemala gehört zu den ärmsten Ländern der Welt - und zu den gefährlichsten. In den überbevölkerten Favelas herrschen brutale Jugendbanden: die sogenannten Maras.
03.11.2020 | 43:46 minIn Mittelamerika kontrollieren mächtige Jugendgangs - die sogenannten Maras - ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung sowie Drogenhandel verwickelt. Die inhaftierten Bandenchefs steuern ihre kriminellen Geschäfte oft weiterhin aus dem Gefängnis heraus.
Vergangenes Jahr wurden inhaftierte Führungsmitglieder der Banden in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht. Die Isolation der Bandenchefs löste wiederholt Gefängnismeutereien aus.
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