Griechenland: Kugelfisch im Mittelmeer bedroht Fischfang

Kugelfisch im Mittelmeer:Kopfgeld auf einen Fisch

von Barbara Lueg

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Der Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich im Mittelmeer immer weiter aus, vor allem in griechischen Gewässern. Doch er ist für Fischernetze gefährlicher als für Badende.

Kugelfisch in Griechenland

Durch den Suezkanal gelangt der Kugelfisch in das sich erwärmende östliche Mittelmeer. Er schadet Fischern, anderen Arten und Tourismus. Für den Fang der invasiven Art werden Prämien gezahlt.

13.07.2026 | 2:18 min

Im Griechischen Zentrum für Meeresbiologie (HCMR) auf Rhodos untersucht Gerasimos Kondylatos einen toten Hasenkopf-Kugelfisch. Der Meeresbiologe trägt dicke Handschuhe. "Schon bevor er ins Mittelmeer kam, war bekannt, dass dieser Fisch Nervengifte enthält, die für den Menschen gefährlich sind", erklärt er.

Sie können sogar tödlich sein.

Gerasimos Kondylatos, Meeresbiologe

"Deshalb darf man ihn auf keinen Fall essen", sagt Kondylatos. Ihm macht die invasive Art große Sorgen, wie so vielen in der Region.

Ein großer Fisch (Goonch) unter Wasser, dahinter ein Mann mit Taucherbrille.

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Hasenkopf-Kugelfisch ursprünglich aus dem Indischen Ozean

Denn der Hasenkopf-Kugelfisch kam vor 20 Jahren aus dem Indischen Ozean durch den Suezkanal ins Mittelmeer und breitet sich seither massiv aus. Am schlimmsten trifft es Fischer wie Achmet Tsakiroglou. Er sitzt am Hafen in seinem Boot und sortiert den Fang des Tages.

Die Hitze drückt und seine Stimmung ist mies. "Schon wieder so wenig", sagt Tsakiroglou. "Die Kugelfische fressen uns all unsere Fische weg. Hier ist uns beispielsweise eine Meeresäsche ins Netz gegangen. Von ihr ist nichts übrig."

Denn der Hasenkopf-Kugelfisch zerbeißt mit seinen scharfen Zähnen nicht nur die Fischernetze, sondern frisst auch die Fische darin. Früher hat Achmet Tsakiroglou etwa fünf Kisten Fisch täglich gefangen. Jetzt können er und seine Frau nur noch eine Kiste täglich verkaufen. "Es ist kein Vergleich zu früher", sagt Fischhändlerin Tsouli Tsakiroglou.

Seit 20 Jahren beklagen wir uns und niemand interessiert sich für unser Problem. Alle lassen uns im Stich und wir bemühen uns, überhaupt noch einen Tageslohn zusammenzubekommen.

Tsouli Tsakiroglou, Fischhändlerin

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Griechische Regierung reagiert mit Pilotprojekt

Doch nun reagiert die griechische Regierung. Fischer sollen in einem Pilotprojekt demnächst für gefangene Kugelfische eine Prämie von über fünf Euro pro Kilo erhalten. Die Fischer sollen so für ihren Fangausfall entschädigt und die Zahl der Kugelfische reduziert werden.

"Wir starten zunächst in den südlichen Gewässern unseres Landes, das heißt: auf Kreta und in der südlichen Ägäis, weil dort das Problem am akutesten ist", erklärt Margaritis Schinas, Griechenlands zuständiger Minister für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel. Im Anschluss wird evaluiert, wie erfolgreich die Maßnahme ist.

"Panikmache" auf Social Media

Denn vor allem jetzt in der Hochsaison sorgt der Kugelfisch auch bei Touristen für Unruhe. Die sozialen Netzwerke sind voller reißerischer Bilder und Geschichten. Und tatsächlich: Ein Biss ist schmerzhaft und sollte sofort gereinigt werden. "Aber nur wer den Kugelfisch verzehrt, bringt sich ernsthaft in Gefahr", beschwichtigt Meeresbiologe Kondylatos.

Insgesamt seien 15 Angriffe in Griechenland gemeldet worden, nur ein einziger Biss sei allerdings bestätigt worden - 2022 auf Kreta. Auch die griechische Meeresschutzorganisation Archipelagos spricht von einer "unbegründeten Panikmache". Der Fisch sei dem Menschen gegenüber nicht aggressiv.

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Griechisches Rotes Kreuz: "Kugelfisch nicht anfassen"

Die Touristen lassen sich ihren Sommerurlaub in diesen Tagen offensichtlich nicht vermiesen. Die Strände auf der Insel Rhodos sind jedenfalls proppenvoll, auch mit Einheimischen. "Ich denke, da wird stark übertrieben bei diesem Thema", sagt Elena. Und Nunu aus Portugal, der hier auf Rhodos mit seiner Familie Urlaub macht, sagt: "Wir schwimmen jeden Tag im Meer und fühlen uns nicht gefährdet."

Dennoch warnt auch das griechische Rote Kreuz: "Kugelfische, leicht erkennbar an ihren schwarzen Punkten auf dem Rücken, sollten nie angefasst, geschweige denn gefüttert werden."

Die Fischer warten nun auf den Beginn der Fangprämie. Doch Fachleute bezweifeln, dass sie allein den Bestand wesentlich reduzieren kann. Denn das Hasenkopf-Kugelfischweibchen legt in der Regel Hunderttausende bis mehr als eine Million Eier.

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Über dieses Thema berichtet heute in Europa am 13.07.2026 um 16 Uhr.

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