Weniger Teilnehmer:Frankreich: Tausende protestieren erneut gegen die Regierung
Die Proteste gegen die französische Regierung dauern an. Allerdings gingen deutlich weniger Menschen auf die Straße als noch am vergangenen Samstag.
In Paris protestieren wiederholt Tausende Menschen gegen zu hohe Lebenshaltungskosten und Kürzungen bei Sozialleistungen. Die Wochenendproteste finden zum vierten Mal in Folge statt.
07.11.2026 | 0:17 minIn Frankreich sind am vierten Samstag in Folge erneut Zehntausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Proteste richten sich gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungswesen.
Nach Angaben eines Bündnisses von Jugendorganisationen gingen landesweit 250.000 Menschen auf die Straße, davon 75.000 in Paris. Die Behörden sprachen von landesweit 146.000 Teilnehmern, davon 46.000 in der Hauptstadt. Am vergangenen Samstag hatten die Schätzungen noch zwischen 320.000 und einer halben Million Teilnehmenden gelegen.
Zwischenfälle in mehreren Städten
In Paris verlief der Demonstrationszug zunächst ruhig, am Abend kam es jedoch zu Spannungen. Auf Bildern waren Tränengaswolken und Brände zu sehen. Dem Innenministerium zufolge kam es bei Versammlungen in Großstädten wie Toulouse, Marseille, Lyon, Bordeaux und Straßburg zu Ausschreitungen und Zwischenfällen.
Blockierte Schulen, ausgefallene Züge und ein geschlossener Eiffelturm: Am Donnerstag demonstrieren vor allem junge Leute und Gewerkschafter für bessere Lernbedingungen und höhere Gehälter.
05.11.2026 | 1:35 min"Wie erwartet waren die Demonstrationszüge weniger von den Gewerkschaftsorganisationen begleitet, und viele waren nicht angemeldet", hieß es aus dem Innenministerium. Landesweit habe es mindestens 360 Festnahmen gegeben.
Kundgebung von Gelbwesten in Paris untersagt
In der Hauptstadt verhinderte ein großes Polizeiaufgebot eine verbotene Kundgebung der Gelbwestenbewegung nahe dem Präsidentenpalast. Rund hundert Anhänger der Gelbwestenbewegung versuchten, sich auf der Place de la Concorde nahe dem Élysée-Palast zu versammeln. Die Polizei hatte die Kundgebung verboten und umstellte die Demonstrierenden. Zwei Koordinatoren der Gelbwesten wurden festgenommen.
Gewerkschaften, Bevölkerung, Gelbwesten: Frankreich steht das vierte Protestwochenende in Folge bevor. Es gab Schnellverfahren für Hunderte Randalierer, die gesellschaftliche Aufarbeitung hält an.
05.11.2026 | 4:05 minDer französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor wieder ein großes Polizeiaufgebot von 70.000 Sicherheitskräften angekündigt, zudem gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer. Er kündigte ein hartes Vorgehen gegen Randalierer und Plünderer an. Die Behörden wollten gewaltsame Ausschreitungen wie am 17. Oktober verhindern.
Weitere Proteste am Dienstag
Gewerkschaften aus dem Bildungsbereich haben bereits für Dienstag zu einem weiteren Streik- und Protesttag aufgerufen. Als Reaktion auf die Proteste will Premierminister Sébastien Lecornu am Montag bei einer Sozialkonferenz mit Gewerkschaften und Arbeitgebern über Löhne und Kaufkraft beraten. Anschließend sind Gespräche mit Schüler- und Studentenorganisationen geplant.
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