Neue Untersuchung zeigt:EU: TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche - Strafe droht
Eine Studie der EU-Kommission wirft der Videoplattform TikTok vor, minderjährige Nutzer nicht ausreichend zu schützen. Sollte sich das bestätigen, droht eine deftige Geldbuße.
Die EU-Kommission wirft TikTok zu schwache Schutzregeln für Minderjährige vor. Öffentliche Profile könnten Missbrauch erleichtern. Bei ausbleibenden Änderungen drohen dem Konzern Strafen.
24.07.2026 | 0:29 minTikTok gefährdet Kinder und Jugendliche nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission durch zu niedrige Schutzstandards. Die Brüsseler Behörde kritisiert unter anderem, dass Fremde die öffentlichen Benutzerkonten von Minderjährigen sehen und die jungen Nutzer auch mit missbräuchlichen Absichten kontaktieren könnten. Sollte sich das Ergebnis der Untersuchung bestätigen und TikTok keine Änderungen vornehmen wollen, droht der Plattform eine Geldstrafe.
Mit den vorläufigen Untersuchungsergebnissen treibt die EU-Kommission das nächste Verfahren gegen einen Online-Riesen voran - wieder steht dabei der Kinder- und Jugendschutz im Fokus. Gleichzeitig läuft die Debatte über strengere Altersgrenzen für bestimmte soziale Netzwerke oder andere digitale Angebote. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zuletzt an, nach dem Sommer einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen der EU machen zu wollen.
TikTok lagert die Moderation von Inhalten größtenteils aus - an Künstliche Intelligenz und an Subunternehmen. Leonie arbeitet bei einem dieser Unternehmen.
22.05.2026 | 2:09 minTikTok: Kein ausreichender Schutz gegen Cybermobbing?
Mit mehr als 200 Millionen Nutzern in Europa ist TikTok eine der beliebtesten Plattformen - gerade bei jungen Menschen. Doch die Einstellungen des sozialen Netzwerks schützten Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Cybermobbing, heißt es in den vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission.
Veröffentlichte Inhalte könnten demnach von Dritten missbraucht werden. Denn auch Personen ohne eigenes TikTok-Konto könnten die öffentlichen Profile der Kinder und Jugendlichen sehen.
Da das, was Minderjährige veröffentlichen, für immer online bleiben und sie bis ins Erwachsenenalter begleiten kann, birgt die Funktion zudem das Risiko potenziell lebenslanger Folgen.
EU-Kommission
TikTok verspricht Verbesserungen bei der Regulierung von Inhalten. „Content-Moderatoren“ filtern Posts für einen niedrigen Stundenlohn. Was sie übersehen, landet oft beim BKA.
25.05.2026 | 2:28 minEU fordert Datenschutzmaßnahmen
TikTok verteidigte die Einstellungen ihrer Online-Plattform:
Jugendkonten auf TikTok verfügen bereits ab der Einrichtung des Kontos über mehr als 50 voreingestellte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen, die unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten entwickelt wurden.
TikTok-Sprecherin
Man gehöre zudem zu den wenigen Plattformen, auf denen jüngere Teenager keine Direktnachrichten nutzen könnten.
Die von der chinesischen Firma Bytedance betriebene App sollte nach Ansicht der EU-Kommission die Einstellungen anpassen. Und zwar so, dass Inhalte von Kindern und Jugendlichen standardmäßig nur für TikTok-Nutzer sichtbar sind, welche die Minderjährigen akzeptiert haben. Zudem fordert Brüssel von TikTok, Inhalte von Jugendlichen nicht länger anderen TikTok-Nutzern zu empfehlen, wie es aktuell bei Posts von 16- und 17-Jährigen passiere.
Zwar gibt es bisher kein europaweites Mindestalter explizit für soziale Netzwerke, das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) verpflichtet große Online-Plattformen aber bereits dazu, Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen.
Ab kommendem Jahr soll das Verbot gelten – für z.B. TikTok, Instagram, Snapchat. Premierminister Keir Starmer will damit für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder unter 16 Jahren sorgen.
16.06.2026 | 2:00 minEU befürchtet Suchtrisiken bei TikTok
Dass Minderjährige süchtig werden könnten, befürchtet die EU-Kommission auch bei TikTok. Konkret geht es dabei um suchtfördernde Mechanismen - wie zum Beispiel stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene, automatische Abspielen von Videos. Im Februar hatte die Brüsseler Behörde vorläufige Ermittlungsergebnisse präsentiert und auch hier Änderungen von TikTok verlangt.
Das Unternehmen hat in beiden Verfahren die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen oder mit entsprechenden Änderungen die Bedenken der EU auszuräumen. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, könnte es für TikTok teuer werden.
Die EU-Kommission würde dann formell einen Verstoß feststellen und eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes verhängen. Auch tägliche Strafen wären möglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen.
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