Starlink in Ukraine: Welche Drohnen Satelliteninternet brauchen

Starlink-Störungen in der Ukraine:Welche Drohnen Satelliteninternet brauchen

von Christian Mölling

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Störungen bei Starlink haben ukrainische Drohneneinsätze beeinträchtigt. Welche Drohnen Satellitenverbindungen brauchen - und welche ohne sie auskommen.

Ukraine, Kiew: Eine Antenne des Satelliten-Internetanbieters Starlink ist auf einem Zug zu sehen. Archivbild

Für die Ukraine ist es das Rückgrat zur Verteidigung gegen Russland: Starshield. Das Satelliten-System, das auf Starlink-Technik aufbaut, wurde für militärische Operationen und Kommunikation entworfen. Wie die Ukraine Starshield nutzt.

15.10.2026 | 1:05 min

In der Nacht zum 14. Oktober verloren schnell fliegende Drohnen aus der Ukraine ihre Satellitenverbindung. Kiew meldete am 15. Oktober die Wiederherstellung; am 16. Oktober sprach Präsident Wolodymyr Selenskyj jedoch noch von Einschränkungen. Die Störung trifft Drohnen je nach Einsatz unterschiedlich: Einige brauchen laufend neue Zielinformationen, andere können ihrem gespeicherten Flugplan folgen.

Starlink stellt Internet über Satelliten bereit. Für staatliche und militärische Nutzer bietet SpaceX Starshield an, das auf Starlink-Technik aufbaut und zusätzlich gesichert ist. Beide können Bilder, Zielinformationen und Steuerbefehle übertragen. Drei typische Einsatzweisen zeigen die Unterschiede:

1. Aufklärungs- und Angriffsdrohnen im Verbund

Bei Angriffen mittlerer Reichweite auf russische Nachschubwege hinter der Front arbeiten verschiedene Drohnentypen zusammen. Eine Aufklärungsdrohne entdeckt und verfolgt etwa einen Militärtransporter. Ihr Team gibt die aktuellen Bilder an die Piloten einer Angriffsdrohne weiter. Weil das Fahrzeug zwischen Entdeckung und Angriff seinen Standort verändert, genügt eine einmal gemeldete Position nicht.

Starlink ist für die Ukraine mehr als nur Satelliten-Internet - es ist eine Art digitales Rückgrat der Ukraine im Krieg. Soldaten kommunizieren darüber, Drohnen werden gesteuert und Informationen übertragen. Starshield geht noch einen Schritt weiter: Es ist die Militärversion des Systems, entwickelt für besonders geschützte Kommunikation und militärische Operationen.

Im Ukraine-Krieg ist Satelliten-Internet zu einem wichtigen Baustein moderner Kriegsführung geworden. Ohne es würden viele Aufklärungs- und Kommunikationssysteme deutlich schlechter funktionieren. Starshield wird zum Beispiel bei Kameradrohnen eingesetzt, um ukrainische Soldaten über die Lage in bestimmten Abschnitten zu informieren. So können russische Truppen an der Front schon frühzeitig erkannt und gegebenenfalls auch angegriffen werden. Ebenso zum Einsatz kommt das Satelliten-Internet beim Abfangen von russischen Drohnen in der Luft. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit ist hierfür die volle Netzstärke von Starshield erforderlich.

Quelle: ZDF


Ein Satellitenterminal an Bord verbindet die Angriffsdrohne mit ihrem Piloten am Boden. So kann er Kamerabilder empfangen und Befehle auch jenseits der direkten Funkreichweite senden. Hornet-Drohnen des ukrainischen Asow-Korps wurden dafür mit Starlink-Terminals ausgestattet. Auch den Austausch von Bildern und die Abstimmung zwischen den Drohnenteams kann Satelliteninternet ermöglichen.

Auch Funk kann Bilder und Befehle übertragen. Reicht die direkte Verbindung nicht aus, helfen Relaisstationen: Sie empfangen die Signale und senden sie zur Drohne oder zum Piloten weiter. Fallen aber die nötigen Bilder und Befehle aus, kann die Drohne zwar weiterfliegen, das bewegliche Ziel jedoch verlieren. Manche Modelle können ein bereits erfasstes Ziel mit Kamera und Software selbst weiterverfolgen.

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2. Statische Ziele: Flug nach Plan

Raffinerien sind große, statische Ziele. Auch für einen bestimmten Anlagenteil lassen sich Zielkoordinaten und Flugroute vor dem Start speichern. Der Autopilot führt die Langstreckendrohne dorthin, ohne dass ein Pilot sie ständig per Video lenken muss. Anders als beim Militärtransporter bleibt der Zielort unverändert.

Zur Orientierung kann die Drohne GPS-Signale empfangen. Ihr Empfänger berechnet daraus die eigene Position; er erhält keine Zielbefehle und sendet keine Bilder zurück.

Christian Mölling
Quelle: DGAP

... gilt als führender Experte für europäische Verteidigung und transatlantische Sicherheit. Seit November 2025 ist er Direktor der europäischen Denkfabrik Edina, zuvor war er stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der DGAP und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement.


Dieser Empfang braucht keinen Starlink-Zugang. Andere Navigationsverfahren nutzen Bewegungssensoren oder vergleichen Kamerabilder mit gespeicherten Geländemerkmalen. Bewegungssensoren sammeln allerdings Messfehler an; Kameras brauchen erkennbare Orientierungspunkte.

Eine Datenverbindung bleibt auch hier nützlich, wenn während des Fluges ein anderer Zielpunkt gewählt werden soll. Für den vorprogrammierten Angriff ist sie jedoch keine Voraussetzung.

Oberst Reisner vor einer Karte der Ukraine.

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3. FPV-Drohnen: Direkte Steuerung

Ein drittes Modell zeigen die kleinen FPV-Drohnen nahe der Front. FPV steht für "First Person View": Der Pilot am Boden sieht das Bild der Bordkamera, meist durch eine Videobrille, und lenkt die Drohne danach ins Ziel. Diese unmittelbare Steuerung läuft üblicherweise über eine lokale Funkverbindung, nicht über das Satellitennetz.

Glasfasermodelle wickeln während des Fluges eine dünne Leitung ab. Durch sie laufen Kamerabilder zum Piloten und Steuerbefehle zur Drohne. Auch dafür ist kein Starlink nötig. Beide Verfahren haben andere Schwachstellen: Funk kann gestört werden, die Glasfaser kann reißen.

(FILES) Starlink satellite antennas are seen at the Internationale Funkausstellung (IFA), the international trade show for consumer electronics and home appliances, on August 31, 2023 during a preview at the fair grounds in Berlin. The operation of some Starlink internet terminals appeared to be restricted overnight, a technology adviser to the Ukrainian president said on October 14, 2026, after US President Donald Trump called for a pause in attacks on power infrastructure.

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Für die Abstimmung mit anderen Einheiten kann das FPV-Team trotzdem Satelliteninternet nutzen. Fällt es aus, ist möglicherweise der Austausch mit Aufklärern oder der Führung unterbrochen, nicht aber automatisch die Verbindung zwischen Pilot und Drohne.

Die Reichweite allein entscheidet also nicht. Eine vorprogrammierte Langstreckendrohne braucht unterwegs keine neuen Zielbefehle. Wer dagegen bewegliche Ziele aus der Ferne verfolgt und angreift, muss laufend Bilder und Befehle austauschen können. Ohne diese Verbindung fehlen die Voraussetzungen für den Angriff.

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