Polen dementiert Berichte über Entsendungsstopp von US-Truppen

Reduzierung "betrifft Deutschland":Polen dementiert Berichte über US-Truppenstopp

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Berichten zufolge stoppen die USA die Entsendung von 4.000 Soldaten nach Polen. Die Regierung in Warschau dementiert die Berichte. Deutschland sei von dem Truppenstopp betroffen.

Ein Aufnäher in Form der US-Flagge ist an der Uniform eines US-Soldaten angebracht.

Die Regierung in Warschau bemüht sich nach eigenen Angaben um eine größere US-Truppenpräsenz in Polen.

Quelle: dpa

Polen ist Regierungsangaben zufolge nicht vom Stopp der Entsendung einer Kampfbrigade von mehr als 4.000 US-Soldaten nach Europa betroffen. "Die Zahl der amerikanischen Soldaten in Polen wird nicht reduziert", sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau und dementierte damit anders lautende Medienberichte.

Der Verteidigungsminister sagte weiter, aus dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ergebe sich eine Reorganisation der amerikanischen Truppen in Europa. Dies könnte dazu führen, dass andere Brigaden in einzelne Länder geschickt werden. Möglicherweise erkläre dies die Verwirrung, die durch Berichte der US-Medien ausgelöst worden sei, sagte Kosiniak-Kamysz.

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Polen bemüht sich um Aufstockung der US-Truppenpräsenz

Polens stellvertretender Verteidigungsminister Cezary Tomczyk trat den Berichten ebenfalls entgegen und verwies auf das westliche Nachbarland. "Das ist nicht wahr. Diese Mitteilung betrifft Deutschland. Sie betrifft nicht Polen. Polen bemüht sich kontinuierlich um eine Verstärkung der amerikanischen Truppenpräsenz", schrieb er auf der Plattform X.

Mitteilung von Polens Vize-Verteidigungsminister

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Zuvor hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium die Entsendung der Kampfbrigade nach Europa gestoppt habe. Die Entscheidung dazu sei am Mittwoch bei einem Treffen des Europa-Kommandos der US-Streitkräfte (Eucom) kommuniziert worden. Eigentlich war demnach erwartet worden, dass die Soldaten für einen auf neun Monate angelegten Einsatz in Polen stationiert werden.

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Entsendungsstopp offenbar überraschend

Das US-Heer hatte im März mitgeteilt, dass die Kampfbrigade andere Streitkräfte im Rahmen einer regulär angesetzten Rotation ersetzen sollte. Ein Teil der Ausrüstung und der Soldaten sei nun auch schon unterwegs gewesen, weshalb einige Mitglieder des Heeres von der Entscheidung überrascht worden seien, schreibt das "Wall Street Journal".

Laut der auf Verteidigungsnachrichten fokussierten Plattform "Task and Purpose" war vorgesehen, dass die Soldaten vor allem in Polen mit Streitkräften von Partnerländern im Rahmen der "Operation Atlantic Resolve" zusammenarbeiten. Ein Einsatz, mit dem die USA auf Russlands Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim im Jahr 2014 reagierten.

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Berichte sorgten für Unruhe in Warschau

Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der engsten politischen und militärischen Verbündeten der Ukraine. Die Berichte der US-Medien über den Entsendungsstopp der Kampfbrigaden haben in der polnischen Regierung offensichtlich für Unruhe gesorgt. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz sagte, noch in der Nacht habe er Kontakt zum Eucom-Chef, General Alexus Grynkewich, aufgenommen, um die Sache zu klären. Zudem habe Polens Militärattaché mit dem Pentagon Gespräche geführt.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Polen bekräftigte danach seine Bereitschaft, mehr US-Soldaten aufzunehmen. Derzeit sind nach Angaben des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki fast 10.000 US-Soldaten in Polen stationiert. Die meisten von ihnen rotieren regelmäßig zwischen verschiedenen US-Militärbasen in Europa.

Quelle: dpa
Über das Thema berichteten unter anderem das ZDF-Morgenmagazin am 12.05.2026 ab 5:30 Uhr und ZDF frontal ab 21:00 Uhr.
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