Australien: Ex-Soldat wegen Tötungen in Afghanistan angeklagt

Afghanische Zivilisten getötet?:Australischer Ex-Soldat wegen Kriegsverbrechen angeklagt

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Er soll Zivilisten getötet und "Blooding"-Rituale angeordnet haben: Ein australischer Ex-Soldat ist festgenommen worden. Ihm werden Kriegsverbrechen in Afghanistan vorgeworfen.

Dieses von der australischen Bundespolizei am 7. April 2026 veröffentlichte Foto zeigt die Festnahme eines 47-jährigen ehemaligen australischen Soldaten durch die Polizei in Sydney. Bei dem Mann handelt es sich laut lokalen Medien um den Träger des Victoria-Kreuzes, Ben Roberts-Smith.

Ein australischer Ex-Soldat ist wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen verhaftet worden. Er soll zwischen 2009 und 2012 an der Ermordung von fünf Gefangenen in Afghanistan beteiligt gewesen sein.

07.04.2026 | 0:27 min

Wegen des Verdachts schwerer Kriegsverbrechen ist in Australien der frühere Elitesoldat Ben Roberts-Smith festgenommen worden. Dem 47-Jährigen werden mehrere Morde an unbewaffneten Zivilisten und Gefangenen in Afghanistan vorgeworfen, wie die australische Bundespolizei (AFP) mitteilte.

Anklage in fünf Fällen - Festnahme am Flughafen

Wenige Stunden nach der Inhaftierung wurde Anklage in fünf Fällen von Kriegsverbrechen gegen ihn erhoben. Das Verfahren werde der "bedeutendste Militärprozess in der australischen Geschichte" werden, schrieb die Zeitung "Sydney Morning Herald". Der Fall ist im ganzen Land das Top-Thema.

Der hochdekorierte Veteran wurde am Morgen (Ortszeit) am Flughafen von Sydney von Beamten der Bundespolizei festgenommen, kurz nachdem er mit einem Flugzeug aus Brisbane gelandet war. Er befindet sich in Gewahrsam, eine Freilassung auf Kaution wurde zunächst abgelehnt. Am Mittwoch soll es eine Anhörung vor Gericht geben.

Vorwürfe: "Blooding"-Rituale und Erschießungen

Vorausgegangen waren fünfjährige Ermittlungen, bei denen auch viele Aussagen von Augenzeugen aus den Reihen der australischen Spezialeinheit SAS gesammelt wurden. Diese sollen belegen, dass Roberts-Smith zwischen 2006 und 2012 an mehreren Tötungen beteiligt gewesen sein soll. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen Zivilisten von einer Klippe gestoßen und später dessen Erschießung angeordnet zu haben sowie mindestens einen Gefangenen eigenhändig getötet zu haben.

Auch sogenannte "Blooding"-Rituale - die gezielte Tötung von Gefangenen durch jüngere Soldaten auf Befehl - stehen im Raum. Roberts-Smith, Träger des höchsten australischen Militärordens Victoria Cross, hat stets alle Vorwürfe bestritten.

Jahrelange Untersuchungen einer Spezialeinheit

Die aktuellen Ermittlungen gehen auf eine jahrelange Untersuchung der Spezialeinheit "Office of Special Investigations" (OSI) zurück, die 2021 nach einem Bericht über mutmaßliche Kriegsverbrechen australischer Soldaten eingerichtet worden war.

Dieser Bericht hatte Hinweise auf insgesamt 39 mutmaßliche unrechtmäßige Tötungen durch Angehörige der Spezialeinheiten geliefert, wie der "Sydney Morning Herald" schrieb. Es habe sich um hochkomplexe Ermittlungen gehandelt, sagte OSI-Direktor Ross Barnett.

Lebenslange Haftstrafe droht

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht Roberts-Smith eine lebenslange Haftstrafe. Zudem könnte ihm rückwirkend seine militärische Auszeichnung aberkannt werden.

International ist es nicht der erste Fall dieser Art: Auch in anderen Ländern wurden in den vergangenen Jahren immer wieder mutmaßliche Kriegsverbrechen von Soldaten juristisch aufgearbeitet. So wurde etwa in den USA ein Verfahren gegen den Navy-Seal-Soldaten Eddie Gallagher geführt, der wegen Taten im Irak angeklagt war. Er wurde später von einer Jury freigesprochen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.04.2026 um 16:31 Uhr.

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