Rassistisch motivierte Ausschreitungen:Gewalttätige Proteste in Belfast: Wasserwerfer eingesetzt
Schon die zweite Nacht in Folge kommt es in Belfast zu rassistisch motivierten Ausschreitungen nach einem Messerangriff. Die Polizei setzt bei den Zusammenstößen Wasserwerfer ein.
Brennende Autos, Wurfgeschosse und Ausländerfeindliche Parolen ereigneten sich auf den Straßen Belfasts. Auslöser der Randale war ein Messerangriff in Nordirlands Hauptstadt.
10.06.2026 | 2:47 minNach schweren rassistisch motivierten Ausschreitungen in Nordirland hat die Polizei im Großraum der Hauptstadt Belfast nach eigenen Angaben Wasserwerfer gegen gewalttätige Demonstranten eingesetzt. Die Polizei rief Verkehrsteilnehmer und Passanten in der Vorstadt Newtownabbey auf, den Bereich zu meiden, da Gegenstände wie Ziegelsteine, Flaschen und Steine auf die Polizei geworfen worden seien. Zudem seien Mülleimer in Brand gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung.
Maskierte Demonstranten rissen Ziegel aus Hausmauern und schlugen mit Vorschlaghämmern Gehwege auf, um Bruchstücke auf die Polizei zu werfen. An einer Stelle nutzte die aufgebrachte Menge Teile eines abgebauten Lattenzauns als Deckung auf der Straße.
Nach Angaben der BBC versammelten sich in Newtownabbey rund 200 Menschen. Ein Reporter des Senders berichtete, eine Gruppe habe sich einer Unterkunft für Migranten nähern wollen. Der Polizei sei es aber gelungen, sie daran zu hindern.
Nach einem Messerangriff in Belfast ist es zu rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen. Der britische Premier Keir Starmer verurteilt die Gewalt und kündigt Konsequenzen an.
10.06.2026 | 1:45 minPolizei kündigt Aufstockung an
Menschenansammlungen gab es nach britischen Medienberichten wie am Tag zuvor auch außerhalb der Hauptstadtregion. Der Abend verlief den Berichten zufolge insgesamt aber zunächst ruhiger als am Dienstag. Die nordirische Polizei hatte für Mittwoch 200 zusätzliche Polizeikräfte angekündigt. Bus- und Bahnunternehmen in Belfast erklärten, ihre Dienste wegen der Proteste vorzeitig einzustellen.
Belfast war am Dienstagabend von rassistischen Krawallen erschüttert worden. Die Zusammenstöße mit der Polizei ereigneten sich mehrere Stunden, nachdem ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan vor einem Gericht in Belfast wegen versuchten Mordes angeklagt worden war. Ihm wird eine Messerattacke vorgeworfen, bei der ein Mann schwer verletzt wurde. Der 40-Jährige erblindete auf einem Auge. Die Tat löste schwere Ausschreitungen gegen Migranten aus.
Randalierer zogen nach der Tat teils vermummt durch die Straßen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, darunter einen Bus. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, Bewohner mussten gerettet werden. Mehrere Hundert Menschen hatten sich zuvor versammelt, um gegen Migranten und Einwanderung zu demonstrieren.
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