Münchner Oktoberfest - viel Technik für die Sicherheit

Modernste Technik im Einsatz:Wie sicher ist das Münchner Oktoberfest?

|

Auf der Wiesn wird wieder gefeiert - mit allem, was dazugehört: Essen, Trinken, Trachten - und Sicherheitskonzept. Nach Unruhen im vergangenen Jahr wurde es nochmal verstärkt.

Countdown fuer das Oktoberfest 2026, Aufbau in den letzten Zuegen-am 17.09.2026 startet die Wiesn und Punkt 12 Uhr heisst dann wieder O`zapft is.

Die Vorbereitungen für das Oktoberfest in München sind in vollem Gange. Auf der Theresienwiese werden die Fahrgeschäfte noch vom TÜV geprüft. Jedes Jahr kommen mehr als sechs Millionen Besucher.

18.09.2026 | 0:21 min

München ist wieder im Volksfest-Ausnahmezustand. Millionen Menschen über 16 Tage verteilt auf engstem Raum - flanieren, trinken, feiern. Vergangenes Jahr wäre es im dichten Gedränge auf der Wiesn vor den Festzelten beinahe zu einer Panik gekommen. Kritisiert wurden vor allem unvollständige Durchsagen, die Besucher sollen das Gelände verlassen.

Was fehlte, war der Hinweis, dass es sich um eine präventive Maßnahme handelt und dass nichts passiert ist. Nun hat die Stadt München als Veranstalterin der "Wiesn" nachgelegt beim Sicherheitskonzept.

Symbolbild: Ein Mann zapft Bier aus einem Fass in ein Glas

6,5 Millionen Liter Bier sind 2025 auf dem Oktoberfest geflossen, die Maß im Schnitt für 15 Euro. Eine Festzelt-Lizenz bringt Millionen. Deswegen streiten die Wirte um die Zelte.

14.05.2026 | 1:57 min

Strenge Einlasskontrollen

Der allgemeine Sicherheitsaufwand war auch vorher schon gigantisch. Es gibt Einlasskontrollen an allen Zugängen - Taschen dürfen nur bis drei Liter Inhalt mitgenommen werden. Auf der Wiesn ist es verboten, Messer mit sich zu führen; über dem Gelände gilt ein Flugverbot. Die Polizei hat insgesamt 600 Beamte im Einsatz, darunter auf Taschendiebe spezialisierte Fahnder, und 56 fest installierten Kameras, die das Geschehen in den Gassen überwachen.

Dazu kommen eine eigene Sanitätsstation, die wie ein kleines Krankenhaus ausgestattet ist, inklusive einem portablem Computertomographen, und tausende Ordner, die für die Wirte in den Zelten aufpassen, dass möglichst nichts passiert.

Heidi Klum und Tom Kaulitz feiern in München ihr eigenes Oktoberfest. Auch Hund Fritz ist dabei.

Zum zweiten Mal feierte Heidi Klum ihr "HeidiFest" als Aufwärmparty für das Oktoberfest. Im Münchner Hofbräuhaus waren nicht nur ihre Familie, sondern auch viele Stars wie Naomi Campbell geladen.

18.09.2026 | 2:25 min

KI überwacht Besuchermenge

Ein neues "Crowd Monitoring" überwacht ab diesem Jahr die Besucherströme in Echtzeit. Zum Einsatz kommt eine auf KI gestützte Bildanalyse-Software vom Fraunhofer-Institut. Sie wird von mehr als 50 neuen, zusätzlichen Spezialkameras mit Daten gefüttert. Die Software berechnet aus den Livebildern die Besucherdichte und zeigt diese in farbigen Planquadraten an - von blau für wenig Menschen über orange bis rot für kritische Enge.

Anonymisierte Überwachung

An den besucherstarken Tagen (Freitag bis Sonntag) wertet ein Beobachter die farbigen Karten mit der Besucherdichte live aus. Wird es irgendwo zu eng, kann er die Besucherströme sofort durch Durchsagen und mit zusätzlichem Sicherheitspersonal umlenken. Zu den Durchsagen gehören vorgefertigte Textbausteine, die beruhigen sollen.

Das Bild zeigt die übermalten Figuren vor dem Fahrgeschäft "Teufelsrad" auf dem Münchner Oktoberfest.

Weil sie zu freizügig sein sollen, wurden einige Figuren des Traditionsfahrgeschäfts "Teufelsrad" für das diesjährige Oktoberfest übermalt. Die Entscheidung trifft auf gemischte Reaktionen.

02.09.2026 | 2:31 min

Die Berechnung der Besucherdichte läuft aus Datenschutzgründen weitgehend anonymisiert. Die KI ist darauf trainiert zu detektieren, wo sich im Bild Menschen befinden und vermerkt deren Position - das Videosignal selbst wird nicht gespeichert.

Unsere KI identifiziert keine Personen und wertet weder Gesichter noch andere individuelle Merkmale aus.

Prof. Jürgen Beyerer vom Fraunhofer-Institut

Dauer: 16 Tage (19. September – 4. Oktober)
Festgelände: 34,5 Hektar groß
Gastronomie: 66 Betriebe, darunter 17 Großzelte (das größte mit 9.991 Gastplätzen)
Notdurft: 1.400 Toiletten (kostenlos)
Bierpreis: im Schnitt 15,61 Euro pro Maß (plus 36 Cent im Vergleich zu 2025)
Sicherheit: 600 Polizisten, darunter Taschendiebfahnder aus 8 Ländern
Sanitätsdienst: 430 Einsatzkräfte, davon 36 Ärzte
Erwartete Besucher: Mehr als 6,5 Millionen
Erwarteter Bierkonsum: 6,7 Millionen Maß
Erwarteter Umsatz: mehr als 600 Millionen Euro (durchschnittlich 92 Euro pro Person in 2025) (Quelle: ZDF)


Neues Google Maps-Fußgängernavi

Zudem sollen Besucher, die nicht ortskundig sind, weniger auf dem Gelände umherirren, wenn sie zum Beispiel eine Toilettenanlage suchen oder den richtigen Eingang zu den Bierzelten. Für die Dauer des Oktoberfests sind die wichtigsten Infrastrukturpunkte mit eigenen Markern (sogenannten "Points of Interest") auf Google Maps zu finden - das ist bei temporären Bauten sonst nicht üblich. Die Navigation zum gewünschten Ziel soll so erleichtert werden.

Die Wiesn 2026 ist auch ein Reallabor für Forscher: Wissenschaftler von der Universität der Bundeswehr München wollen die Daten der Besucherströme analysieren und Tools zur Prognose von kritischen Menschenansammlungen entwickeln. So soll das Crowd Management weiterentwickelt und verbessert werden.

Eingang zur Wiesn, Oktoberfest,Riesenrad,

Bombendrohung, Sperrungen wegen Überfüllung, Rekordhitze: Die Wiesn 2025 bot Höhen und Tiefen. Millionen Besucher feierten trotzdem ausgelassen.

05.10.2025 | 2:54 min

Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher hat für uns oberste Priorität.

Wiesn-Chef Christian Scharpf

Auch bei anderen Sicherheitsrisiken wurde nachgeschärft: Die Flugsperrzone über der Festwiese (mit einem Radius von 5,6 Kilometern) soll besser überwacht werden. Das Polizeipräsidium München hat "umfangreiche Maßnahmen zur Detektion und Abwehr" von Drohnen angekündigt - die genauen Details sind aus "taktischen Gründen" aber geheim.

"Hohes abstraktes Risiko"

Grundsätzlich bestehe auf dem größten Volksfest der Welt ein "hohes abstraktes Risiko", so der Münchner Polizeivizepräsident Christian Huber - konkrete Hinweise auf eine akute Bedrohung gebe es aber nicht. All das schwingt mit, wenn der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause am Samstag punkt 12 Uhr das erste Bierfass anzapft - mit den Worten "Auf eine friedliche Wiesn!".

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Über dieses Thema berichtete ZDFheuteXpress am 18.09.2026 um 15 Uhr.