Sachsen, Süddeutschland und Hamburg:Unwetter in Deutschland - Mann von Baum erschlagen
Ein Todesopfer, drei Schwerverletzte: Das ist die traurige Bilanz nach heftigen Unwettern über Teilen Deutschlands. Betroffen waren Sachsen, aber auch Süddeutschland und Hamburg.
Bei Unwettern in Deutschland ist am Freitagabend ein Mann ums Leben gekommen. In der Nähe einer Freilichtbühne im sächsischen Rathen stürzte ein Baum um und erschlug einen 28-Jährigen.
01.08.2026 | 0:16 minSchwere Unwetter sind in der Nacht über Deutschland gezogen. In Rathen in der Sächsischen Schweiz wurde ein Mann laut Polizei von einem Baum erschlagen. Drei Menschen seien schwer verletzt worden. Zehn weitere Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle verletzt, 40 Menschen in Sicherheit gebracht.
Nationalpark gesperrt
Nach dem schweren Unwetter wurde der Nationalpark Sächsische Schweiz für Besucher gesperrt. Dies betrifft die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte. Es besteht demnach akute Lebensgefahr durch Sturmschäden. Ein massiver Windbruch hatte am Amselsee und an den bekannten Schwedenlöchern nahe der Bastei laut der Leitstelle Dresden dafür gesorgt, dass Bäume umstürzten.
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Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit der Unterstützung von Drohnen nach Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht sagte, er habe den Eindruck, als sei ein Teil des Hanges abgestürzt und mehrere Bäume ins Tal gestürzt.
Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein.
Sprecher der Bergwacht
Die Wettervorhersage aus der 19 Uhr-heute-Sendung
11.08.2026 | 1:20 minUnwetter auch im Süden
Auch im Süden Deutschlands krachte es: Ein schweres Gewitter mit Sturm brachte in Stuttgart eine Reihe von Bäumen zu Sturz. "Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen", sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitagabend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze.
Unter anderem sorgte ein umgestürzter Baum für Unterbrechungen bei der Stadtbahn, ein anderer riss eine Stromleitung ab, wie die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mitteilte. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten zudem vorübergehend den Weg zu einem Klinikgelände.
Schon jetzt mehr Blitze als 2025 insgesamt
Es blitzt wieder öfter. Im laufenden Jahr hat es in Deutschland bereits häufiger eingeschlagen als im gesamten Jahr 2025, wie aus Daten des österreichischen Blitzinformationsdienstes Aldis/Blids hervorgeht. Bis Ende Juli zählten die Systeme 104.804 Einschläge. Im kompletten Jahr 2025 waren es nur 99.930. Und die Gewittersaison ist noch nicht vorbei: Typischerweise gibt es im August - und teilweise auch im September noch viele Blitze. Im mehrjährigen Vergleich sind die Zahlen im laufenden Jahr nicht sonderlich hoch. In den Gesamtjahren 2022, 2023 und 2024 hatte die Blitzzahl zwischen knapp 150.000 und knapp 210.000 gelegen. Stets war aber Ende Juli mehr als die Hälfte der Einschläge bereits passiert. Weiter zurückgehende Vergleiche sind wegen Änderungen in der Messmethodik problematisch.
Die meisten Blitze haben im laufenden Jahr bisher Bayern getroffen. Dort schlug es 24.267-mal ein. Angesichts seiner Größe und Nähe zu den Alpen, die Gewitter begünstigen, ist der Freistaat allerdings meist an der ersten Stelle in der Blitzstatistik und hat seinen Wert für das Jahr 2025 auch noch nicht überholt. Auffällig sind dieses Jahr dagegen unter anderem Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die beiden Länder an der Nordsee liegen schon jetzt um mehrere Tausend über ihren Blitzzahlen aus 2025. Entscheidend dafür, ob Jahre blitzreich oder blitzarm sind, ist: ob Hitze und Feuchtigkeit zusammenkommen, da diese Kombination Gewitter begünstigt. Sehr trockene Jahre oder Jahre mit kalten Sommern haben meist eher weniger Blitze. Blitzzahlen können sich je nach Mess- und Zählmethode unterscheiden. Aldis/Blids zählt nur Wolke-Erde-Blitze und dabei sogenannte Flashes – wenn der Blitz flackert, wird dies dabei nur als ein Einschlag gezählt. (Quelle: dpa)
Zuvor hatte die Hamburger Feuerwehr mitgeteilt, dass es wegen eines Unwetters derzeit viele Einsätze gebe. Ein Mitarbeiter des Feuerwehr-Lagezentrums zählte 85 Einsätze zwischen 18:30 und 21 Uhr, die mit Wasser zu tun hatten. Zwölf weitere fasste er unter dem Stichwort "droht zu fallen" zusammen, damit gemeint waren etwa Zäune oder Dachziegel. Verletzte habe es nicht gegeben. Die vielen Einsätze seien gut zu bewältigen gewesen.
Auf die hohen Temperaturen folgen Regen, Sturm und Orkane. Durch umgefallene Bäume kam es zu gefährlichen Situationen – eine davon wurde sogar live mitgefilmt.
31.07.2026 | 2:30 minAuftritt in Freilichttheater Sachsen abgesagt
Zurück nach Sachsen: Ein Sprecher der Rettungsleitstelle Dresden sagte, das Unglück habe sich in einem Zugangsweg zur Felsenbühne in Rathen ereignet. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass mehrere Menschen von Bäumen eingeschlossen waren. Das Gelände dort ist felsig. Weitere Details waren zunächst unklar. Die Vorstellung "Der kleine Horrorladen", die für Freitagabend dort geplant war, wurde abgesagt. Die Felsenbühne hat Platz für rund 2.000 Zuschauer. Sie zählt zu den größten Freilichttheatern Sachsens.
In Deutschland wird laut ZDF-Politbarometer nicht genug für den Hitzeschutz getan. 83 Prozent der Befragten halten bestehende Maßnahmen für nicht ausreichend.
31.07.2026 | 0:25 minDer Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor starken Gewittern gewarnt. Dabei könne es unter anderem zu Blitzschlag kommen, es könnten Bäume umstürzen und Gegenstände herabfallen. Auch für andere Bundesländer gab es Warnungen.
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