Gesundheitsrisiken früh erkennen:Was bringen die neuen Vorsorgeuntersuchungen U10 für Kinder?
Übergewicht, psychische Probleme und Medienkonsum: Die neue U10 soll Gesundheitsrisiken bei Kindern früher erkennen. Was soll das konkret bringen? Was ändert sich? Ein Überblick.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die neue Vorsorgeuntersuchung U10 für Neun- bis Zehnjährige beschlossen. Sie soll körperliche und entwicklungsbedingte Auffälligkeiten früher erkennen.
20.08.2026 | 0:26 minÜbergewicht, überhöhter Medienkonsum oder psychische Auffälligkeiten: Schon bei älteren Kindern zeigen sich bisweilen Risiken für spätere Erkrankungen. Deshalb soll die medizinische Vorsorge für Jungen und Mädchen in Deutschland weiter verbessert werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen beschloss am Donnerstag, eine neue Früherkennungsuntersuchung U10 für Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren einzuführen.
Was sind die Gründe? Wann starten die Untersuchungen und was soll konkret erreicht werden? ZDFheute beantwortet die wichtigsten Fragen.
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21.11.2024 | 5:18 minWarum werden U10-Untersuchungen eingeführt?
Bislang gibt es für Kinder die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9, um mögliche Gesundheitsstörungen oder Auffälligkeiten in der Entwicklung früh zu erkennen. Dokumentiert werden die Ergebnisse im gelben Kinderuntersuchungsheft.
Die neue U10 soll die große zeitliche Lücke zwischen der bisherigen letzten Kinderuntersuchung U9 und der ersten Jugenduntersuchung J1 schließen. Die U9 setzt im Alter von ungefähr fünf Jahren an; die nächste Früherkennungsuntersuchung, die J1, wird dann erst im Alter von 13 bis 14 Jahren angeboten.
Vor allem in dieser Zeitspanne manifestierten sich bei betroffenen Kindern zum Beispiel Übergewicht, psychische Leiden oder ein bedenklicher Medienkonsum, sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ursula Felderhoff-Müser, dem Science Media Center in Köln. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit sprach von einem wichtigen Schritt in Richtung mehr Prävention. Auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßte die Einführung der U10.
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14.05.2026 | 13:22 minWann starten die U10-Untersuchungen?
Bevor Kinderärztinnen und Kinderärzte die neue U10 durchführen, dauert es noch einige Monate. Zunächst muss das Bundesgesundheitsministerium zustimmen. Anschließend entscheidet der Bewertungsausschuss innerhalb von sechs Monaten über die Höhe der ärztlichen Vergütung.
Was soll mit U10 konkret erreicht werden?
Der Gemeinsame Bundesausschuss verspricht sich von der U10 auch eine Erhöhung der Impfquote gegen Humane Papillomviren (HPV). Eine Impfung idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr wirkt nachweislich gegen bestimmte Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs. Bisher liegt die Impfquote bei 15-jährigen Mädchen bei 55 und bei gleichaltrigen Jungen bei etwa 36 Prozent. Das ist deutlich weniger als die Maßgabe der Weltgesundheitsorganisation von 90 Prozent bis 2030.
Künftig übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren die Kosten für eine Vorsorgeuntersuchung.
01.04.2026 | 1:34 minWerden die Untersuchungen zur Pflicht?
Für Kinder und ihre Eltern sind die U-Termine in der Regel nicht vorgeschrieben, außer in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Die Teilnahmerate liegt bei allen U-Untersuchungen bei nahezu 100 Prozent. Die Jugenduntersuchung J1 besuchen dagegen weniger als 50 Prozent der Jugendlichen. Bereits jetzt bieten einige Krankenkassen eine U10 freiwillig an.
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