Stuttgart 21 wird noch mal drei Milliarden teurer als geplant

Bahn verschiebt Eröffnung auf 2031:Stuttgart 21 wird noch mal drei Milliarden Euro teurer

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Die Eröffnung des Bahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich nicht nur - das Projekt wird auch noch mal drei Milliarden Euro teurer. Mehrkosten, die die Bahn alleine stemmen muss.

24.06.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Blick auf die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21 am Hauptbahnhof.

Bahn-Chefin Palla bestätigt im Verkehrsausschuss: Das Großprojekt soll erst 2031 fertiggestellt werden. Wut und Enttäuschung wachsen sowohl bei Reisenden als auch in der Politik.

24.06.2026 | 2:41 min

Der neue Stuttgarter Tiefbahnhof sorgt weiter für Schlagzeilen: Die Deutsche Bahn verschiebt die Inbetriebnahme des Großprojektes Stuttgart 21 nun auch offiziell auf 2031. Im Dezember 2031 soll nun der neue Hauptbahnhof der baden-württembergischen Hauptstadt eröffnet werden, sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla an diesem Freitag. Alle Elemente des Projektes - weitere Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart - sollen demnach erst bis Dezember 2033 fertiggestellt werden.

Zudem steigen die Kosten um weitere drei Milliarden Euro, wie Palla ausführte. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro. Mitte Juni hatten bereits die "Stuttgarter Zeitung" und der SWR über die Kostensteigerung berichtet.

Baustelle Stuttgart 21

Erneut sorgt die Dauerbaustelle "Stuttgart 21" für Kopfzerbrechen. Mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Schächte müssen offenbar neu verlegt werden – die Eröffnung verschiebt sich bis 2031.

19.06.2026 | 5:30 min

Das Preisschild für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und die Neuordnung des Bahnknotens war in den vergangenen Jahren immer wieder nach oben korrigiert worden. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Damals ging man von Baukosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro aus und plante noch einen Puffer in Höhe von 1,5 Milliarden ein.

Bahn muss alle Mehrkosten selbst tragen

Für die Bahn ist die Verschiebung der Inbetriebnahme und die damit verbundene Kostensteigerung auch ein finanzielles Desaster. Denn alle Mehrkosten, die über den Finanzierungsvertrag hinausgehen, muss das Unternehmen einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen.

Mit einer Klage, die die Projektpartner - das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart - zu einer Beteiligung an den zusätzlichen Kosten zwingen sollte, war die Bahn vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Einen Antrag auf Berufung hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg später abgelehnt.

Stuttgart: Baustelle des neuen Hauptbahnhofs "Stuttgart 21"

Die Inbetriebnahme des unterirdischen Hauptbahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich weiter bis voraussichtlich 2031. Grund dafür seien drastische Versäumnisse der zuständigen Bahngesellschaft.

08.06.2026 | 0:31 min

Erst am Mittwoch hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden.

Probleme bei Planungen, Digitalisierung und Notstrom

Als Hauptgründe für die neuerliche Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich schwieriger sei als zunächst gedacht.

Das Innere des zukünftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs. Es sind keine Menschen im Bild.

Nach wie vor ist unklar, wann das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 fertig wird. Noch bis Ostermontag können sich Besucher beim Tag der offenen Baustelle ein Bild von der aktuellen Lage machen.

04.04.2026 | 1:47 min

Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten.

Zusätzlich gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei.

Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem im heute journal am 19.06. 2026 ab 21:45 Uhr.

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