Hohe Zahlen von Badetoten:Schwimmkurse für Kinder: Länder sollen Pflicht prüfen
In Deutschland sind im vergangenen Jahr fast 400 Menschen ertrunken. Eine Pflicht für Schwimmkurse bei Kindern könnte helfen. Der Bundestag sieht die Länder in der Verantwortung.
Knapp 400 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Eine Petition fordert Schwimmkurse für Kinder, der Bundestag sieht die Länder in der Pflicht.
11.04.2026 | 0:22 minBald startet die Badesaison - und damit auch Gefahren für ungeübte Schwimmer. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist die Zahl der Badetoten seit Jahren hoch, 2025 ertranken mindestens 393 Menschen in deutschen Gewässern. Die Organisation sprach von besorgniserregenden Zahlen, vor allem bei Jugendlichen.
Damit alle Kinder sichere Schwimmer werden, hat der Bundestag eine Petition zu einer Schwimmkurs-Pflicht ab sechs Jahren an die Länderparlamente weitergegeben, wie die "Rheinische Post" berichtet. Man teile ausdrücklich die Gründe für ein frühzeitiges Erlernen des Schwimmens, erklärte demnach der Petitionsausschuss des Bundestags - zuständig seien allerdings die Länder.
Im Jahr 2024 sind 400 Menschen in Deutschland ertrunken. Viele, weil sie kaum schwimmen konnten.
25.07.2025 | 2:19 min"Seepferdchen" noch kein Beleg für sicheres Schwimmen
Die Petition war vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Unfällen gestartet worden. Verpflichtende Kurse seien am besten in den Schulalltag zu integrieren, heißt es darin.
ZDFheute Infografik
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Viele tödliche Unfälle hätten vermieden werden können, wenn die Menschen ihre eigene Leistungsfähigkeit besser einschätzen würden, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt dazu. Präsidiumskollege Frank Villmow betonte, es sei zuerst Aufgabe von Eltern und nicht von Rettungskräften, auf ihre Kinder im Wasser aufzupassen.
Das "Seepferdchen", das Mädchen und Jungen absolvierten, sei nur ein Einstieg. Das heiße noch nicht, dass diese sicher schwimmen könnten. Erst mit dem bronzenen Abzeichen könne von Sicherheit im Wasser gesprochen werden.
Viele deutsche Schwimmbäder sind marode und dauerhaft geschlossen. Das macht sich an der sinkenden Zahl der sicheren Schwimmer bemerkbar. Die Bäderallianz Deutschland fordert Unterstützung vom Bund.
03.07.2025 | 1:45 minDLRG gegen Schwimmkurs-Pflicht
Eine Schwimmkurs-Pflicht braucht es aus Sicht der DLRG jedoch nicht. "Mit der Schulpflicht sollte sichergestellt sein, dass alle Kinder das Schwimmen in der Schule lernen", sagte Sprecher Martin Holzhause der Zeitung.
Schon 2017 hätten die Kultusminister das Ziel formuliert, "dass möglichst alle Kinder bis zum Alter von zehn bis zwölf Jahren sicher schwimmen können". Dies werde wegen Mangels an qualifiziertem Personal in den Schulen und wegen vieler geschlossener Bäder nicht erreicht. Bund, Länder und Kommunen müssten für bedarfsgerechte Ausgestaltung sorgen.
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