Leo XIV. mahnt zu Frieden und erteilt Segen "Urbi et Orbi"

Papst erteilt Segen "Urbi et Orbi" :Leo XIV. richtet Friedensappell an die Welt

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Papst Leo XIV. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zum Frieden gemahnt. Vor Tausenden Gläubigen in Rom rief er die Menschen dazu auf, sich für Dialog und Versöhnung einzusetzen.

Papst Leo XIV. auf dem Hauptbalkon des Petersdoms im Vatikan.

Papst Leo XIV. ruft in seiner Weihnachtsbotschaft zum Frieden in der Ukraine und im Nahen Osten auf. Auf dem Petersplatz spendete er den traditionellen Segen "Urbi et Orbi".

25.12.2025 | 1:20 min

Papst Leo XIV. hat in seiner ersten Weihnachtsbotschaft zum Frieden in der Ukraine und im Nahen Osten aufgerufen. 

Russland und die Ukraine sollten "den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen", sagte der Papst am Donnerstag in der Ansprache vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz, in der er traditionsgemäß den feierlichen Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") erteilte.

"Offene Wunden" durch Kriege

Schon in der Weihnachtsmesse im Petersdom hatte der Papst zuvor die "offenen Wunden" durch Kriege und Konflikte in aller Welt angeprangert. Er erinnerte in seiner Predigt an die wehrlosen Menschen, "die unter den zahlreichen noch andauernden oder schon beendeten Kriegen leiden, die Trümmer und offene Wunden hinterlassen haben". 

"Dabei kommen uns unweigerlich die Zelte in Gaza in den Sinn, die seit Wochen dem Regen, dem Wind und der Kälte ausgesetzt sind", fügte das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Blick auf die verheerende humanitäre Lage im Gazastreifen hinzu. Heftige Regenfälle hatten Mitte Dezember große Teile des kriegszerstörten Palästinensergebiets unter Wasser gesetzt. Zelte und andere Notunterkünfte wurden überschwemmt. 

Der Strand in Gaza ist zu sehen. Es sind viele Zelte zu sehen, die eine Unterknft für die Menschen sind.

Hunderttausende Menschen in Gaza leben in Notunterkünften. Im Winter sind die Bedingungen besonders schlecht, für Kleinkinder und Neugeborene teilweise tödlich.

21.12.2025 | 1:43 min

Papst erteilt Segen auf Petersplatz

Nach der Messe segnete der Papst von seinem Papamobil aus Gläubige auf dem Petersplatz und trat dann für die Weihnachtsbotschaft auf die Loggia des Petersdoms. "Wir beten besonders für das leidende ukrainische Volk", sagte er vor den etwa 26.000 versammelten Menschen.

"Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen."

Papst Leo XIV. während der Audienz in der Audienzhalle Paul VI. im Vatikan, um den Mitarbeitern des Heiligen Stuhls, des Governatorats des Vatikanstaates und des Vikariats Rom Weihnachtsgrüße zu übermitteln. Vatikanstadt, 22. Dezember 2025.

Papst Leo XIV. hat Russland um 24 Stunden Weihnachtsfrieden für die Ukraine gebeten. Es mache ihn traurig, dass Russland offenbar eine Waffenruhe abgelehnt habe.

24.12.2025 | 0:17 min

Papst rief in Christmette zu Mitmenschlichkeit auf

Am Heiligabend hatte Leo XIV. im Petersdom die erste Christmette seines Pontifikats gefeiert. In der sehr religiösen Predigt rief er zu Mitmenschlichkeit und Frieden auf. Es gebe auf Erden keinen Platz für Gott, wenn es keinen Platz für den Menschen gebe.

"Den einen nicht aufzunehmen, bedeutet, den anderen nicht aufzunehmen. Wo hingegen Platz für den Menschen ist, ist auch Platz für Gott", sagte der Pontifex im voll besetzten Petersdom unter Verweis auf Worte von Papst Benedikt XVI. Dieser habe gesagt, solange die Nacht des Irrtums die Wahrheit Gottes verdunkele, gebe es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden.

Katholische Geistliche ziehen am Heiligabend in einer Prozession neben der Geburtskirche.

Nach Stille und Protesten steht in Bethlehem wieder der Weihnachtsbaum. Es wird fast wie gewohnt gefeiert trotz brüchiger Waffenruhe. Ein Moment der Hoffnung.

24.12.2025 | 1:30 min

Ohne direkt auf die Kriege in der Welt einzugehen, sprach Papst Leo XIV. zudem von "unbewaffneten und entwaffnenden Heerscharen" des Himmels bei der Geburt Jesu. Weihnachten sei ein Fest der Hoffnung, das "uns zu Boten des Friedens" macht.

Leo XIV. erinnert an Papst Franziskus

Der Pontifex erinnerte auch an seinen im April gestorbenen Vorgänger Papst Franziskus, der zu Weihnachten 2024, gesundheitlich bereits angeschlagen, das Heilige Jahr eröffnet und dabei zu Hoffnung aufgerufen hatte.

Nun, da das Jubiläum seinem Abschluss entgegengeht, ist Weihnachten für uns eine Zeit der Dankbarkeit und der Sendung.

Papst Leo XIV.

"Dankbarkeit für die empfangene Gabe; Sendung, um sie der Welt zu bezeugen", sagte er. Das Heilige Jahr endet am 6. Januar.

Am zweiten Weihnachtstag spricht Leo XIV. noch das Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Der aus den USA stammende Robert Francis Prevost hatte im Mai die Nachfolge seines verstorbenen Vorgängers Franziskus angetreten. 

Neuer Papst Papst Leo XIV.

US-Kardinal Robert Prevost hatte im Mai die Nachfolge von Papst Franziskus angetreten. Papst Leo XIV. - ein Porträt.

08.05.2025 | 3:30 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDF heute Xpress am 25.12.2025 ab 15:33 Uhr.

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