Nepal: Die "Pani-Panik" - Angst vor der nächsten Flut

Schlammlawine in Nepal und Tibet:Angst, Trauer und Hoffnung: Gefahr in Nepal nicht gebannt

von Miriam Steimer, Bidur (Nepal)

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Nach den Sturzfluten in Nepal und Tibet bleibt die Lage der Menschen verzweifelt, viele warten auf Lebenszeichen von Angehörigen. Doch es gibt auch Momente, die Hoffnung machen.

Rescuers from the Chinese People s Liberation Army work in a mudslide-hit area near Gyirong Port in Gyirong County, in Xigaze, southwest China s Xizang Autonomous Region, on August 28, 2026. The death toll had risen to five and 558 remained missing as of 3 p.m. on Friday after a mudslide struck the Gyirong Port along the China-Nepal border in southwest China s Xizang Autonomous Region, according to the region s emergency management department. Rescuers are operating around the clock in mudslide-affected areas near the Gyirong Port.Rescuers from the Chinese People s Liberation Army work in a mudslide-hit area near Gyirong Port in Gyirong County, in Xigaze, southwest China s Xizang Autonomous Region, on August 28, 2026. The death toll had risen to five and 558 remained missing as of 3 p.m. on Friday after a mudslide struck the Gyirong Port along the China-Nepal border in southwest China s Xizang Autonomous Region, according to the region s emergency management department. Rescuers are operating around the clock in mudslide-affected areas near the Gyirong Port.

Nach den verheerenden Sturzfluten in Nepal und Tibet erschwert die Gefahr weiterer Fluten die Rettungsarbeiten. Viele Gebiete sind weiterhin kaum zu erreichen.

28.08.2026 | 2:02 min

"Pani, Pani", schreit ein Mann und zieht seinen Sohn an der Hand den Berg hinauf. Neben ihm rennen ein Dutzend anderer Menschen. "Pani" heißt auf Nepalesisch "Wasser" und genau davor haben die Menschen am Trishuli-Fluss weiterhin berechtigte Angst.

Warnung funktioniert dieses Mal

Minuten vorher versucht ein Baggerfahrer noch, so viel Schlamm wegzuschippen, dass darunter die Straße wieder zum Vorschein kommt. Dann kommt das Militär und räumt das Flussufer, schickt alle Menschen in höhere Lagen. Denn es droht eine weitere Flutwelle.

Die soll von einem angestauten Fluss auf tibetischer Seite kommen. Mehrere Millionen Kubikmeter Wasser haben sich dort angesammelt - bis schließlich der Staudamm überläuft. Am Ende wird die Welle weniger gefährlich sein als befürchtet. Eine weitere gute Nachricht: Dieses Mal gab es eine Vorwarnung - die fehlte bei der heftigen Sturzflut am Mittwoch.

Doch die Gefahr ist nicht gebannt. Es läuft weiter Wasser nach und sollte der Damm brechen, könnte das eine weitere große Flutwelle auslösen.

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ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer berichtet aus Nepals Hauptstadt Kathmandu: Die Hilfsbereitschaft am zweiten Tag nach der Sturzflut sei groß.

28.08.2026 | 1:44 min

Von der Außenwelt abgeschnitten

Nach der Sturzflut im Himalaya-Gebirge ist nur ein Ort des Krisengebiets zugänglich. Dahinter hört die Straße auf, kein Durchkommen mehr für Autos. Der Rest ist von der Außenwelt abgeschnitten: keine Straße, kein Strom, kein Handyempfang. Denn hier raste die gigantische Welle aus Schlamm und Geröll durch den Ort und spülte alles fort: Lastwagen, Häuser, Existenzen.

Ein Mann im blauen Poloshirt erzählt, dass er eigentlich auf der anderen Seite des Flusses wohnt. Er wollte nur kurz zu einem Termin. Dann kam die Flut und riss die Brücke weg. Seither ist er abgeschnitten von seiner Familie auf der anderen Flussseite.

Das T-Shirt hat mir ein Freund geliehen, ich habe gerade nur noch, was ich am Körper getragen habe.

Augenzeuge der Sturzflut

Thomas Meier von der Hilfsorganisation humedica

Thomas Meier von der Hilfsorganisation humedica koordiniert mit seinen Mitarbeitern Hilfe im Katastrophengebiet zwischen Nepal und China. Die geografische Lage erschwere die Hilfe zusätzlich.

28.08.2026 | 9:39 min

Listen und Leichensäcke

Ein paar Kilometer weiter ist eine Armee-Basis zur Rettungs- und Evakuierungsstation umfunktioniert worden. Die Schlammmassen und die Gefahr von Erdrutschen erschweren die Rettungsmaßnahmen. Vor einer Liste mit Namen der Gefundenen drängt sich eine Traube an Menschen, die in den Tabellen nach den Namen ihrer Angehörigen sucht. Es gibt Tränen - der Freude und der Trauer.

"Mein Schwiegersohn sitzt in einem Tunnel fest", sagt Sunita Bhatta und schluchzt. "Wenn der aufgemacht würde, könnte er gerettet werden. Nur dann habe ich noch etwas Hoffnung."

Alle anderen sind tot.

Sunita Bhatta, Überlebende

Im Minutentakt landen und starten hier Helikopter. Sie bringen Lebensmittel und Zelte ins Katastrophengebiet und fliegen Leute aus. Aus einem Militärhelikopter werden die ausgeladen, die es nicht geschafft haben - in schwarzen, großen Säcken. Die Menschen halten sich Schals vor Nase und Mund, der Geruch der Verwesung liegt über dem ganzen Gelände.

ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer

ZDF-Reporterin Miriam Steimer berichtet von einer Sturzflutwarnung im Katastrophengebiet, als um sie herum "Panik" ausgebrochen sei. Das Militär räumte das Flussufer in unmittelbarer Nähe.

28.08.2026 | 8:42 min

Spenden und Fahrdienste

Doch es gibt auch die schönen Momente: Ein Zehnjähriger erzählt uns, dass sein Lehrer die Klasse früh genug gewarnt habe. Alle seien aus dem Gebäude gerannt, bevor die Flutwelle kam.

Außerdem eine breite Hilfsbereitschaft: Privatleute, die Spenden sammeln, mit ihren Autos Fahrdienste anbieten, um Leute aus den betroffenen Gebieten zu evakuieren, Wasser verteilen oder einfach bereitstehen für eine tröstende Umarmung, wann immer jemand sie braucht.

Spendenaufruf ZDF Notfallhilfe Nepal

Spendenaufruf ZDF Notfallhilfe Nepal

Quelle: ZDF

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Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa das heute journal am 28.08.2026 ab 22:00 sowie die heute-Nachrichten am 28.08.2026 ab 19:00 Uhr.
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