Nepal: Mehr als 900 Tote - Vermisstenzahl steigt sprunghaft

Nach Sturzflut im Himalaya:Nepal: Mehr als 900 Tote - Vermisstenzahl steigt sprunghaft

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Die Zahl der Toten bei den schweren Sturzfluten in Nepal und der Region Tibet ist auf über 900 gestiegen. Besonders in einem Bezirk stieg die Vermisstenzahl sprunghaft.

Mitarbeiter der chinesischen Feuerwehr und des Rettungsdienstes treffen im Trishuli-Lager ein, nachdem sie die Tunnelbaustelle in Rasuwa inspiziert haben – im Anschluss an die Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot am 31. August 2026. Die Rettungskräfte kämpften sich am 31. August bereits den sechsten Tag in Folge durch Schlamm und Trümmer, während die Zahl der Vermissten auf fast 5.000 anstieg, nachdem tsunamiartige Gletscherfluten von der chinesisch-nepalesischen Grenze herabgestürmt waren und eine „unvorstellbare“ Katastrophe ausgelöst hatten.

Nach der Flutkatastrophe in Nepal suchen Rettungskräfte weiter nach Vermissten in einem Wasserkraftwerk. Mit jedem Tag schwindet die Hoffnung auf Überlebende.

31.08.2026 | 2:28 min

Die Zahl der Toten nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist in Nepal nach offiziellen Angaben auf mindestens 939 gestiegen. Mindestens 3.925 weitere Menschen würden vermisst, gab die Katastrophenschutzbehörde an. In der Region Tibet kamen nach Angaben chinesischer Staatsmedien vom Sonntag mindestens 16 Menschen ums Leben; 546 weitere Menschen würden vermisst. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 955, insgesamt mindestens 4.471 Menschen werden demnach vermisst.

Unter den Vermissten in Nepal sind 592 ausländische Staatsbürger. Dazu zählen nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde mindestens acht Deutsche.

Die Bundesregierung teilte dagegen mit, man habe noch keine abschließenden Erkenntnisse über die Zahl vermisster oder getöteter Deutscher. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte vor Journalisten in Berlin, man habe Kenntnis von "einigen" vermissten deutschen Staatsangehörigen. Er nannte auf Nachfrage aber keine genauere Zahl oder Größenordnung. Man versuche sich angesichts der weitreichenden Zerstörungen immer noch ein konkretes Bild zu machen. Es gehe um ein sehr großes Gebiet.

Nepal: 900 Arbeiter von Wasserkraftwerken vermisst

In Nepal im Bezirk Nuwakot stieg die Zahl der Vermissten laut den Angaben vom Montag unterdessen sprunghaft auf 1.158. Am Sonntag hatten die Behörden noch von 115 Vermissten in dem Bezirk gesprochen.

30.08.2026, Nepal, Dhading: Menschen stehen auf den Überresten einer Brücke, die über den Fluss Trishuli führte und bei Sturzfluten weggespült wurde.

Während die Angehörigen von Vermissten in Nepal auf ein Lebenszeichen warten, arbeiten die Einsatzkräfte weiter. Nun fordern Experten bessere Flutwarnungen.

30.08.2026 | 2:33 min

Unter den Vermissten sind 933 Beschäftigte von Wasserkraftwerken, die in den zerstörten Anlagen eingeschlossen sein sollen. Der Vorsitzende des Verbands unabhängiger Stromerzeuger Nepals, Mohan Kumar Dangi, sagte am Montag, die Überschwemmungen hätten mindestens zwölf Wasserkraftprojekte in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot beschädigt.

Den eingeschlossenen Arbeitern sei zwar inzwischen gelungen, am Standort Trishuli-3A eine Öffnung für den Einstieg zu schaffen, berichteten nepalesische Medien. Nach Angaben von Ministerpräsident Balendra Shah hätten die in den Tunnel vorgedrungenen Rettungskräfte bislang aber noch keine Lebenszeichen der Verschütteten wahrgenommen.

Unterdessen warteten vor dem Sitz der nepalesischen Elektrizitäts-Behörde in Kathmandu Hunderte Angehörige verzweifelt auf Nachrichten zum Schicksal der Vermissten.

Rotes Kreuz geht von 90.000 Betroffenen aus

Im benachbarten Indien wurden im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh nach Behördenangaben 17 Leichen aus Flüssen geborgen, die im oberen Verlauf durch Nepal fließen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um Opfer der Flutkatastrophe handelt. Diese 17 Toten sind nicht in den offiziellen Zahlen zu den Toten der Katastrophe enthalten.

Schaltgespräch Slomka und Hovius 30.8.26

Nach der Sturzflut im Himalaya warnt Geomorphologe Prof. Dr. Nils Hovius vor weiteren Ereignissen. Der Klimawandel mache die Bergregion "immer instabiler".

30.08.2026 | 5:33 min

Das Rote Kreuz schätzt die Zahl der Betroffenen insgesamt auf mehr als 90.000. Wegen des feucht-warmen Wetters in den Ebenen des Himalaya-Staates mussten Hunderte Leichen, die zu verwesen begannen, in flachen Gräbern beigesetzt werden. Viele von ihnen konnten nicht identifiziert werden.

Sturzflut wohl durch Gletscherabbruch ausgelöst

Die Sturzflut hatte am vergangenen Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ganze Ortschaften zerstört. Nach Einschätzung von chinesischen und US-Experten wurde die Katastrophe durch einen Gletscherabbruch an der Südflanke des Langtang Lirung in Nepal ausgelöst.

Die Gletscher im Himalaya schmelzen wegen des Klimawandels schneller als je zuvor. Schmelzende Gletscher können Berghänge destabilisieren und das Risiko von Erdrutschen erhöhen.

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Quelle: ZDF

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Quelle: AFP, AP
Über dieses Thema berichteten heute Xpress am 31.08.2026 ab 06:00 Uhr und das heute journal am 31.08.2026 ab 21:45 Uhr.

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