"Artemis 2" erfolgreich beendet:Maurer und Gerst hoffen auf eigene Mondmission
von Katia Rathsfeld
Nach der Rückkehr der "Artemis 2"- Crew sprechen die Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst von einer neuen Ära der Raumfahrt. Beide hoffen, selbst zum Mond zu fliegen.
Eine neue Ära im Weltraum habe begonnen, sagt Esa-Astronaut Maurer bei ZDFheute live. Der Mond solle zur Forschungsplattform werden. Sein Kollege Gerst nennt Artemis 2 eine "Bilderbuchmission".
11.04.2026 | 16:48 minDer deutsche Astronaut Matthias Maurer hat nach der Rückkehr der Astronauten der "Artemis 2"-Mondmission zur Erde von einem neuen Zeitalter der Raumfahrt gesprochen. Im Interview mit ZDFheute live betonte er, dass die Mission eine "historische Reise" gewesen sei.
Menschen seien zum ersten Mal seit 1972 dem Mond sehr nahegekommen, wenn auch nicht gelandet. "Aber das ist eine Mission, bei der wir jetzt die Weichen stellen für die nächsten Jahre und auch Jahrzehnte."
Der Plan ist, dass wir nicht nur zum Mond fliegen, um einmal dort wieder eine Fahne einzusetzen.
Matthias Maurer, Astronaut
Nach rund zehn Tagen im All ist die Besatzung der Mondmission "Artemis 2" sicher auf der Erde zurück. Die "Orion"-Kapsel landete wie geplant im Pazifik vor der Küste Kaliforniens.
11.04.2026 | 1:41 minMaurer: Station auf dem Mond geplant
Vielmehr gehe es darum, eine Mondbasis aufzubauen und den Mond zu erkunden, ihn "sozusagen zu einem neuen Kontinent" und Forschungsplattform zu machen. Vom Mond aus könne man sehr viel besser das Weltall beobachten und Signale empfangen, betonte Maurer im ZDF.
Bei den kommenden Missionen soll es laut Maurer mit der Mondlandung soweit sein. Ab "Artemis 5" seien weitere Schritte wie ein Mondauto denkbar. Ziel sei es auch, Gestein als "Schatz" zurück auf die Erde zu bringen.
Dann macht man direkt richtig große Sprünge. Wir denken daran, eine Station aufzubauen.
Matthias Maurer, Astronaut
Zu den Personen
Alexander Gerst studierte laut Esa in Karlsruhe Geophysik, gefolgt von Geowissenschaften in Neuseeland und forschte als Vulkanologe an der Universität Hamburg. 2014 startete er für ein halbes Jahr zur Internationalen Raumstation (ISS) - als elfter Deutscher im All sowie dritter deutscher Raumfahrer auf der ISS und verbrachte insgesamt 166 Tage im All. Im Juni 2018 startete er der Esa zufolge zu seiner zweiten Mission mit dem Namen «Horizons», die ihn für weitere 197 Tage auf die ISS brachte und seine Gesamtzeit im All auf ungefähr ein Jahr (363 Tage) erhöhte. Diesmal für drei der sechs Monate gar als Kommandant - als erster Deutscher. Seit März 2023 leitet Gerst laut Esa die Abteilung «Astronaut Operations» am Europäischen Astronautenzentrum in Köln.
Matthias Maurer gehört zu den erfahrensten deutschen Raumfahrern der Esa. Er studierte Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. 2008 gehörte Maurer zu mehr als 8.000 Bewerbern für das Esa-Astronautenprogramm und bestand als einer von zehn Kandidaten. Zunächst arbeitete er jedoch als «Astronauten-Support-Ingenieur» für die Esa, bevor er 2015 nachnominiert wurde. Seit 2017 ist er Mitglied des Astronautenkorps, seit 2018 offiziell Esa-Astronaut. Die Ausbildung umfasste unter anderem Überlebenstrainings unter Wasser, in großer Kälte und auf See. Diese sollen helfen, in Extremsituationen Ruhe zu bewahren – ein entscheidender Faktor im All. 2021 flog Maurer laut Esa zur ISS und verbrachte 177 Tage im Orbit.
Quelle: dpa
Wie in einem Wohnmobil könne man dann darin leben, auch ohne Raumanzug. Von dort aus könne man dann tagsüber herumfahren, aussteigen und zur Station zurückkehren.
Wir können sehr, sehr viel lernen, vor allem auch über uns, unseren Planeten, die Erde. Und letztendlich vielleicht auch der großen Frage ein bisschen näher kommen: Gibt es Leben irgendwo da draußen im All? Also wirklich ein historischer Neubeginn, eine neue Erde im Weltraum.
Matthias Maurer, Astronaut
Ein historischer Flug zum Mond: Die Artemis-2-Crew blickt auf eine außergewöhnliche Mission zurück. Nie waren Menschen weiter von der Erde entfernt.
10.04.2026 | 2:36 minAstronauten haben strammes Programm nach Rückkehr
Im Doppel-Interview mit Maurer erzählte der deutsche Astronaut Alexander Gerst, was für seine zurückgekehrten Kollegen nach der Rückkehr nun ansteht. Denn ausruhen können sie sich dem erfahrenen Raumfahrer zufolge erstmal nicht. Zuerst würden sie von Fliegerärzten untersucht, dann seien wissenschaftliche Versuche geplant. "Also das heißt, da bleibt natürlich viel zu tun."
Erstmals hatten 1969 Menschen den Mond betreten. Eines der berühmtesten Bilder der Mondlandung zeigt Astronaut Buzz Aldrin neben einer US-Flagge.
Es gehe den Astronauten aber sehr gut, berichtete Gerst. Crewmitglied Reid Wiseman habe ihm geschrieben und berichtet, dass er sehr froh sei, dass alles gut gelaufen ist.
Die vier "Artemis 2"-Astronauten an Bord der "Orion"-Kapsel - die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen - waren am Samstag plangemäß im Pazifik nahe San Diego gelandet. Sie waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes.
ZDF-Reporterin Inken Klinge spricht bei ZDFheute live über die erfolgreiche Mondmission Artemis 2 und die zentrale Beteiligung Europas und Deutschlands.
11.04.2026 | 8:46 minGerst und Maurer halten sich für Mission bereit
Zur eigenen möglichen Teilnahme an einer "Artemis"-Mission sagte Gerst: "Es ist jetzt immer noch nicht genau klar, wann zum Beispiel der nächste Europäer, die nächste Europäerin mitfliegen wird. Das wird jetzt in den nächsten Monaten geklärt."
Matthias Maurer und ich natürlich würden uns beide sehr darüber freuen, wenn wir die Chance bekommen würden, zum Mond zu fliegen in einer der nächsten Missionen. Also wir halten uns bereit.
Alexander Gerst, Astronaut
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