Geschworene können sich nicht einigen:Vergewaltigungsprozess gegen Weinstein endet ohne Urteil
Die Neuauflage des Vergewaltigungsprozesses gegen Weinstein ist ohne Einigung der Jury zu Ende gegangen. Die Staatsanwaltschaft soll nun über das weitere Vorgehen entscheiden.
Im Vergewaltigungsverfahren gegen Harvey Weinstein bleibt ein Urteil erneut aus.
Quelle: APDie dritte Auflage eines Vergewaltigungsprozesses gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein ist gescheitert. Die Geschworenen hätten sich auf kein Urteil einigen können, erklärte Richter Curtis Farber in New York. Bei einem Gerichtstermin am 24. Juni soll die Staatsanwaltschaft erklären, ob sie einen vierten Anlauf unternimmt. Der 74-jährige Weinstein bleibt aber wegen Urteilen in anderen Strafverfahren hinter Gittern.
Die mehrheitlich mit Männern besetzte Jury musste entscheiden, ob Weinstein die Friseurin und Schauspielerin Jessica Mann vergewaltigt hat. Seine Anwälte argumentierten, die sexuellen Begegnungen seien einvernehmlich gewesen.
Der Ex-Produzent musste sich ein weiteres Mal vor Gericht verantworten. Es ging um Vorwürfe gegen Weinstein, die Schauspielerin Jessica Mann im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben.
22.04.2026 | 0:39 minKlägerin: Weinstein Charmeur mit monströsen Zügen
In dem fast drei Wochen langen Prozess kamen mehrere Zeugen zu Wort. Jessica Mann sagte allein an fünf Tagen aus. Die heute 40-Jährige berichtete, sie habe Weinstein 2013 kennengelernt und seinen Annäherungsversuchen nachgegeben, obwohl sie ihr unangenehm gewesen seien. Bisweilen sei er charmant gewesen, doch er habe kein Nein akzeptiert. "Dann kam diese Monsterseite zum Vorschein", sagte Mann, die bisweilen die Fassung verlor.
Kurz nach Beginn ihrer Beziehung habe Weinstein sie in einem Hotelzimmer angebrüllt, sie solle sich ausziehen. Sie habe gesagt, sie wolle nicht und versucht, die Tür zu öffnen, aber der größere und schwerere Weinstein habe die Tür zugeschlagen und sie vergewaltigt.
2017 bezichtigen mehrere Frauen den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung. Der Skandal erschütterte Hollywood, und die weltweite #MeToo-Bewegung fand ihren Anfang.
25.12.2020 | 25:50 minWeinstein räumt Fehler ein
Als sie sich in einen anderen Mann verliebt habe und die Beziehung zu Weinstein beenden wollte, habe dieser zunächst freundlich reagiert. Dann aber habe er erfahren, dass ihr neuer Freund Schauspieler war, gebrüllt, sie sei ihm "noch etwas schuldig" und sich erneut an ihr vergangen.
Weinstein hat eingeräumt, "falsch gehandelt" zu haben. Er beteuert aber, nie jemanden angegriffen zu haben.
Produzent wurde zum Gesicht des #MeToo-Skandals
Mann hatte bereits vor sechs Jahren in einem Prozess berichtet, dass ihre einvernehmliche, wenn auch komplizierte Beziehung zu Weinstein in eine Vergewaltigung ausgeartet sei. Weinstein wurde 2020 wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen.
13 Fragen diskutiert den Fall Reichelt und fragt: Hat sich seit #MeToo wirklich etwas verändert? Gäste mit starken Meinungen treffen aufeinander.
23.02.2022 | 46:33 minDoch das Urteil wurde wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Bereits bei der Wiederaufnahme des Prozesses im vergangenen Jahr kamen die Geschworenen zu keiner Entscheidung. Diesmal beriet die Jury drei Tage lang, konnte sich aber ebenfalls auf kein Urteil einigen.
Weinstein war einer der einflussreichsten Produzenten Hollywoods. Nachdem Medien im Jahr 2017 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn enthüllten, wurde er zum Gesicht des #MeToo-Skandals. In den vergangenen sechs Jahren wurde er sowohl in New York als auch Kalifornien für Sexualverbrechen verurteilt und sitzt in Haft. Doch nicht alle Urteile hatten Bestand.
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