Weinstein-Prozess ohne Urteil: Jury kann sich nicht einigen

Geschworene können sich nicht einigen:Vergewaltigungsprozess gegen Weinstein endet ohne Urteil

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Die Neuauflage des Vergewaltigungsprozesses gegen Weinstein ist ohne Einigung der Jury zu Ende gegangen. Die Staatsanwaltschaft soll nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Harvey Weinstein erscheint am Freitag, 15. Mai 2026, vor dem Strafgericht in Manhattan in New York City.

Im Vergewaltigungsverfahren gegen Harvey Weinstein bleibt ein Urteil erneut aus.

Quelle: AP

Die dritte Auflage eines Vergewaltigungsprozesses gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein ist gescheitert. Die Geschworenen hätten sich auf kein Urteil einigen können, erklärte Richter Curtis Farber in New York. Bei einem Gerichtstermin am 24. Juni soll die Staatsanwaltschaft erklären, ob sie einen vierten Anlauf unternimmt. Der 74-jährige Weinstein bleibt aber wegen Urteilen in anderen Strafverfahren hinter Gittern.

Die mehrheitlich mit Männern besetzte Jury musste entscheiden, ob Weinstein die Friseurin und Schauspielerin Jessica Mann vergewaltigt hat. Seine Anwälte argumentierten, die sexuellen Begegnungen seien einvernehmlich gewesen.

Harvey Weinstein zum dritten Mal vor Gericht

Der Ex-Produzent musste sich ein weiteres Mal vor Gericht verantworten. Es ging um Vorwürfe gegen Weinstein, die Schauspielerin Jessica Mann im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben.

22.04.2026 | 0:39 min

Klägerin: Weinstein Charmeur mit monströsen Zügen

In dem fast drei Wochen langen Prozess kamen mehrere Zeugen zu Wort. Jessica Mann sagte allein an fünf Tagen aus. Die heute 40-Jährige berichtete, sie habe Weinstein 2013 kennengelernt und seinen Annäherungsversuchen nachgegeben, obwohl sie ihr unangenehm gewesen seien. Bisweilen sei er charmant gewesen, doch er habe kein Nein akzeptiert. "Dann kam diese Monsterseite zum Vorschein", sagte Mann, die bisweilen die Fassung verlor.

Kurz nach Beginn ihrer Beziehung habe Weinstein sie in einem Hotelzimmer angebrüllt, sie solle sich ausziehen. Sie habe gesagt, sie wolle nicht und versucht, die Tür zu öffnen, aber der größere und schwerere Weinstein habe die Tür zugeschlagen und sie vergewaltigt.

"Hollywood Stories: #Me Too – Der Fall Harvey Weinstein": Nahaufnahme von Harvey Weinstein, der von einer Kamera gefilmt wird.

2017 bezichtigen mehrere Frauen den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung. Der Skandal erschütterte Hollywood, und die weltweite #MeToo-Bewegung fand ihren Anfang.

25.12.2020 | 25:50 min

Weinstein räumt Fehler ein

Als sie sich in einen anderen Mann verliebt habe und die Beziehung zu Weinstein beenden wollte, habe dieser zunächst freundlich reagiert. Dann aber habe er erfahren, dass ihr neuer Freund Schauspieler war, gebrüllt, sie sei ihm "noch etwas schuldig" und sich erneut an ihr vergangen.

Weinstein hat eingeräumt, "falsch gehandelt" zu haben. Er beteuert aber, nie jemanden angegriffen zu haben.

Produzent wurde zum Gesicht des #MeToo-Skandals

Mann hatte bereits vor sechs Jahren in einem Prozess berichtet, dass ihre einvernehmliche, wenn auch komplizierte Beziehung zu Weinstein in eine Vergewaltigung ausgeartet sei. Weinstein wurde 2020 wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen.

Salwa Houmsi mit Gästen

13 Fragen diskutiert den Fall Reichelt und fragt: Hat sich seit #MeToo wirklich etwas verändert? Gäste mit starken Meinungen treffen aufeinander.

23.02.2022 | 46:33 min

Doch das Urteil wurde wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Bereits bei der Wiederaufnahme des Prozesses im vergangenen Jahr kamen die Geschworenen zu keiner Entscheidung. Diesmal beriet die Jury drei Tage lang, konnte sich aber ebenfalls auf kein Urteil einigen.

Weinstein war einer der einflussreichsten Produzenten Hollywoods. Nachdem Medien im Jahr 2017 Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn enthüllten, wurde er zum Gesicht des #MeToo-Skandals. In den vergangenen sechs Jahren wurde er sowohl in New York als auch Kalifornien für Sexualverbrechen verurteilt und sitzt in Haft. Doch nicht alle Urteile hatten Bestand.

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Quelle: AP
Über das Thema berichtete hallo deutschland am 22.04.2026 ab 17:10 Uhr.
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