Tödliche Schüsse:Kiew: Behörden ermitteln nach Geiselnahme wegen Terrorakts
In Kiew schießt ein Mann auf offener Straße um sich und nimmt mehrere Geiseln. Mindestens sechs Menschen sterben, bevor Spezialkräfte den Angreifer in einem Supermarkt töten.
Bei einem Schusswaffen-Angriff in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind laut offiziellen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die Hintergründe sind noch unklar.
18.04.2026 | 0:23 minEin Angreifer hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach offiziellen Angaben sechs Menschen erschossen. Neun weitere seien verletzt worden, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram.
Der mutmaßliche Angreifer habe zunächst auf der Straße um sich geschossen und sich daraufhin in einem Supermarkt verschanzt, wo er Geiseln genommen habe, teilten die Behörden mit. Spezialeinheiten der Polizei hätten den Laden gestürmt und den Verdächtigen erschossen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach den Angehörigen in einer Videobotschaft sein Beileid aus. Polizei und Geheimdienst seien dabei, die Hintergründe der Tat zu ermitteln. Selenskyjs Angaben nach sind sogar 14 Menschen verletzt worden. Die Zahl könne noch steigen, sagte er.
Russland hat die Ukraine mit massiven Angriffen überzogen. Die Ukraine meldete mehr als 360 Drohnen und über 20 Raketen.
16.04.2026 | 1:41 minSelenskyj: Angreifer in Russland geboren
Die Gewalttat ereignete sich am Samstag im Kiewer Bezirk Holossijiw. Der Angreifer habe zunächst vier Passanten auf der Straße getötet und dann einen Supermarkt betreten, wo er eine fünfte Person erschossen habe, sagte Innenminister Ihor Klymenko am Tatort vor Reportern. Ein weiteres Opfer - eine Frau - sei später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, erklärte Selenskyj.
Man habe ermittelt, dass der Angreifer zunächst eine Wohnung in Brand gesteckt habe, ehe er mit einer Waffe auf die Straße gegangen sei, ergänzte der Staatschef. Der Angreifer sei in Russland geboren und habe lange im Osten der Ukraine gelebt. Behördenangaben zufolge war der Verdächtige 58 Jahre alt.
Die Sprecherin des ukrainischen Innenministeriums, Mariana Reva, teilte mit, dass es bislang keine Bestätigung dafür gebe, dass der Täter die russische Staatsbürgerschaft gehabt habe. Die Ukraine steckt seit mittlerweile mehr als vier Jahren in ihrem Abwehrkrieg gegen die russischen Angriffstruppen.
Selenskyj und Merz haben in Berlin mehrere Vereinbarungen getroffen. Sie betreffen finanzielle und militärische Unterstützung, den Wiederaufbau sowie die Rückkehr von Flüchtlingen.
14.04.2026 | 1:45 minSpezialkräfte konnten vier Geiseln befreien
Fernsehbilder vom Tatort zeigten, wie Beamte im Einkaufszentrum, in dem sich der Supermarkt befand, in Deckung gingen, während Schüsse fielen. Umstehende wurden vom Tatort weggeführt.
Innenminister Klymenko sagte, die Sicherheitskräfte hätten etwa 40 Minuten lang versucht, den Mann dazu zu bewegen, aufzugeben und seine Geiseln freizulassen. Versuche, Kontakt mit ihm aufzunehmen, scheiterten demnach. Daher sei das Geschäft gestürmt worden. Nach Angaben Selenskyjs konnten die Spezialkräfte bei ihrem Zugriff vier Geiseln befreien. Eine der Geiseln sei jedoch von dem Täter erschossen worden, teilte Klymenko mit.
Russland führt seit über vier Jahren Krieg gegen die Ukraine, gezielt auch gegen die Energieversorgung. Deutschland hilft beim Wiederaufbau, unter anderem mit Solaranlagen für Krankenhäuser.
14.04.2026 | 2:25 minUkrainischer Geheimdienst wertet Tat als Terrorakt
Der Mann war laut Klymenko mit einem Karabinergewehr bewaffnet, das legal registriert war. Im Dezember habe er den zuständigen Behörden ein medizinisches Attest vorgelegt und einen Antrag auf Verlängerung seiner Waffenlizenz gestellt. Ermittlungen sollten nun klären, welche medizinische Einrichtung das Attest ausgestellt habe.
Der ukrainische Geheimdienst SBU wertete die Bluttat als Terrorakt.
Mehr Nachrichten zu Verbrechen und Kriminalität
Gewalttat im Südosten des Landes:Türkei: Achtklässler schießt an Schule um sich - neun Tote
mit Video0:21Ermittlungen gegen Netzwerk:Freundin betäubt, vergewaltigt, gefilmt - elf Jahre Haft
mit Video0:31Hagenbach in Frankreich:Vater sperrte neunjährigen Sohn über ein Jahr in Lieferwagen
mit Video0:27