Verhalten beim Hund richtig deuten:Schmerzen: Wo viele Hundehalter an ihre Grenzen stoßen
Wie geht es dem Hund? Hat er Schmerzen? Das erkennen laut einer Studie nur wenige Besitzer und Besitzerinnen. Viele deuten das Verhalten ihres Vierbeiners falsch.
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06.03.2026 | 3:07 minDie Bindung zwischen Mensch und Hund ist oft eng - doch beim Erkennen von Schmerzen ihrer Tiere stoßen viele Halter an Grenzen. Insbesondere subtile Verhaltensänderungen würden häufig falsch interpretiert, schreiben drei Forscherinnen der Universität Utrecht im Fachjournal "PLOS One". Entscheidend für eine bessere Einschätzung scheint demnach persönliche Erfahrung zu sein.
Das Team um Ineke van Herwijnen untersuchte die Fähigkeit von 530 Hundebesitzern und 117 Menschen ohne Hund, Anzeichen für Schmerzen bei Hunden zu identifizieren. Die Ergebnisse verdeutlichen eine Wissenslücke: Während offensichtliche Symptome, die die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen, von fast allen Teilnehmern korrekt als Schmerz gedeutet wurden, fiel die Bewertung bei subtileren Anzeichen deutlich schwerer.
Laut einer Studie erkennen nicht viele Besitzer, wenn es ihrem Hund schlecht geht.
Quelle: APZu diesen schwer erkennbaren Signalen gehören laut der Studie etwa ein verändertes Verhalten, nächtliche Unruhe und das ständige Verfolgen von Familienmitgliedern. Kurioserweise schnitten die Hundebesitzer beim Erkennen dieser Nuancen nicht deutlich besser ab als Menschen ohne eigenen Hund.
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Die Forscherinnen vermuten, dass Halter bestimmte Reaktionen wie etwa das Wegdrehen des Kopfes eher als Zeichen von Stress oder Angst interpretieren statt als Hinweis auf körperliches Leid. Einen messbaren Unterschied machte hingegen die Erfahrung: Halter, deren Hunde bereits eine schmerzhafte Erkrankung oder einen Unfall erlebt hatten, zeigten eine höhere Sensibilität für subtile Symptome wie etwa ein verändertes Aussehen oder verringerte Spielfreude.
Auch die eigene Schmerzhistorie der Teilnehmer spielte eine Rolle. Menschen, die selbst bereits schmerzhafte Erfahrungen durch Unfälle oder Krankheiten hatten, werteten Verhaltensweisen wie vermehrtes Blinzeln oder Gähnen häufiger als mögliche Schmerzhinweise.
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Die Studienautorinnen betonen, dass ein verspätetes Schmerzerkennen das Wohlbefinden der Tiere erheblich beeinträchtigt und das Risiko für Verhaltensprobleme, einschließlich Aggressionen, erhöht. Da Schmerzen oft die Ursache für unerwartetes Beißverhalten sein könnten, sei die korrekte Deutung der Körpersprache auch für die Sicherheit von Menschen wichtig.
Die Forscherinnen plädieren für eine verstärkte Aufklärung von Hundehaltern über die Bandbreite möglicher Schmerzsignale. "Bildungsangebote zum Hundeverhalten könnten das Tierwohl fördern, indem sie gezielt subtile Schmerzanzeichen ansprechen", schreiben sie.
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