Hantavirus bei Kreuzfahrt: So soll die Evakuierung ablaufen

Passagiere in Teneriffa erwartet:Hantavirus auf Schiff: So soll die Evakuierung ablaufen

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Deutschland und andere Länder schicken Flugzeuge nach Spanien, um die Gäste der "Hondius" zurückzuholen. Sie sollen nach dem Hantavirus-Ausbruch in Teneriffa von Bord gehen.

Das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff soll in den nächsten Tagen im Hafen von Granadilla de Abona bei Teneriffa ankommen.

Das von dem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist inzwischen auf dem Weg nach Teneriffa. Währenddessen arbeitet die WHO an Evakuierungsplänen.

07.05.2026 | 1:41 min

Für die Passagiere der von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen "Hondius" nähert sich das Ende ihrer Kreuzfahrt. Die Heimreise der deutschen und anderen europäischen Passagiere von Teneriffa aus sei bereits gesichert, sagte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Samstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Mónica García in Madrid.

Ich kann bestätigen, dass die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind.

Fernando Grande-Marlaska, spanischer Innenminister

Die Europäische Union entsende zudem zwei weitere Maschinen für die übrigen EU-Bürger. Für Passagiere aus Nicht-EU-Staaten, deren Heimatländer keine eigenen Flüge organisieren könnten, bereiteten die USA und Großbritannien Notfallpläne und Transportmöglichkeiten vor.

Von deutschen Behörden gab es zunächst weder genaue Angaben zur Rückführung noch zu einer eventuellen Quarantäne in Deutschland. An Bord des Kreuzfahrtschiffs sind Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern.

Passagiere sollen nach Tagesanbruch abreisen

Die "Hondius" werde am Sonntagmorgen zwischen 4 und 6 Uhr Ortszeit (5 und 7 Uhr MESZ) vor dem Hafen von Granadilla im Süden von Teneriffa erwartet, kündigte García an. An Bord würden alle Passagiere auf Krankheitssymptome geprüft.

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Bei Tageslicht dürften zunächst die 14 Passagiere aus Spanien das Schiff verlassen. Die Reihenfolge für die übrigen Nationalitäten werde von den Gesundheitsbehörden festgelegt, ergänzte Grande-Marlaska.

Die Reisenden dürften erst von Bord gehen, wenn ihr jeweiliges Evakuierungsflugzeug abflugbereit sei. Sie würden mit Bussen direkt auf das Rollfeld gefahren, erläuterte García. Sie dürften zudem nur die wichtigsten persönlichen Gegenstände mitnehmen.

Schiff wird in den Niederlanden desinfiziert

Das restliche Gepäck sowie die Leiche des an Bord gestorbenen deutschen Passagiers bleiben zunächst auf dem Schiff, wie die spanische Gesundheitsministerin sagte. Die "Hondius" soll anschließend in die Niederlande gebracht und dort desinfiziert werden.

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Die Planungen für die Ankunft, inklusive Untersuchungen und Quarantäne-Prozeduren, würden von verschiedenen Organisationen verantwortet, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die EU sowie niederländische und spanische Gesundheitsbehörden, erläuterte García. Sie bestätigte Angaben des Betreibers des Schiffes, wonach derzeit niemand auf der "Hondius" Symptome zeigt.

Sechs Hantavirus-Fälle bestätigt

Das Schiff war am Mittwochabend von Kap Verde in Richtung der Kanarischen Inseln aufgebrochen. Ursprünglich hatte die "Hondius" ihre Reise Anfang April im Süden Argentiniens begonnen.

Die WHO sprach in einem Update am späten Freitagabend von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die spanischen Behörden meldeten am Samstag zwei weitere Verdachtsfälle.

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Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa 3sat in der Sendung nano am 06.05.2026 ab 18:30 Uhr und das ZDF in mehreren Sendungen am 07.05.2026, etwa im heute journal ab 21:45 Uhr.

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