"Hondius":Hantavirus-Schiff erreicht Teneriffa - Evakuierung am Morgen
Das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff ist in Teneriffa eingetroffen. Die Evakuierung soll noch am Morgen starten.
Das vom Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff "Hondius" steuert Teneriffa an. Währenddessen arbeitet die WHO an Evakuierungsplänen.
07.05.2026 | 1:41 minDas vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff "Hondius" hat Teneriffa erreicht. Es ist in den Hafen Granadilla im Süden der Kanareninsel eingefahren. Von dort aus sollen die Menschen an Bord in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.
"Ich kann bestätigen, dass die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind", erklärte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Die EU entsende zudem zwei weitere Maschinen für die übrigen EU-Bürger. Für Passagiere aus Nicht-EU-Staaten, deren Heimatländer keine eigenen Flüge organisieren könnten, bereiteten die USA und Großbritannien Notfallpläne und Transportmöglichkeiten vor.
Infektionen mit dem Hantavirus enden in Europa selten tödlich. Im Gegensatz zu den Fällen auf einem Kreuzfahrtschiff, die immer mehr Fragen aufwerfen.
06.05.2026 | 27:32 minWHO: Risiko für Menschen auf Teneriffa "gering"
Die Passagiere sollen im Industriehafen Granadilla per Boot an Land gebracht werden. In versiegelten Fahrzeugen würden sie über einen vollständig abgesperrten Korridor eskortiert und direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt, schrieb der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Veröffentlichung.
Das Risiko für die Menschen auf der Kanareninsel Teneriffa sei gering - zumal auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei. An die Bevölkerung Teneriffas gewandt versicherte er:
Sie werden keinen Kontakt zu Ihnen haben - ebenso wenig wie ihre Familien.
Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Direktor
Sorgen auf der Kanareninsel
Auf der Insel waren in den vergangenen Tagen erhebliche Bedenken gegen die Ankunft des Schiffes laut geworden. Viele Menschen fühlten sich an die Corona-Pandemie erinnert. Er werde erst beruhigt sein, wenn alle Schiffspassagiere die Insel verlassen hätten und die "Hondius" ihre Fahrt in die Niederlande fortgesetzt habe, sagte der Regierungschef der Kanaren, Fernando Clavijo.
Der WHO-Direktor indes betonte, dass es sich bei dem aufgetretenen Hantavirus nicht um ein mit Corona vergleichbares Virus handelt. "Das ist nicht ein neues Covid."
Schiff wird in den Niederlanden desinfiziert
Auf dem Schiff sind Reisegäste und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern - nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums darunter auch eine mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger.
Nach Angaben des Betreibers Oceanwide soll etwa zweieinhalb Stunden nach Ankunft des Schiffes damit begonnen werden, alle Gäste und einen Teil der Crew in kontrollierten Gruppen von Bord zu holen und danach "unverzüglich zu den ihnen zugewiesenen Flugzeugen" zu bringen.
Zunächst sollen die Passagiere, die bislang keine Symptome zeigen, von spanischen Gesundheitsbehörden getestet werden. Anschließend werden sie in kleinen Booten an Land und von dort in isolierten Bussen zum nahegelegenen Flughafen gebracht. Spanische Staatsbürger sollen das Schiff als Erste verlassen. 30 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord und sollen das Schiff in die Niederlande steuern. Dort soll die "Hondius" desinfiziert werden.
Wie gefährlich ist das Hantavirus und lässt sich die Verbreitung gut eindämmen? Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ordnet die Situation ein.
07.05.2026 | 4:09 minUrsprung der Infektionen unklar
Das Schiff war am Mittwochabend von den Kapverden aus in Richtung der Kanaren aufgebrochen. Wo sich die Menschen mit dem Virus infiziert haben, ist noch immer unklar. Ursprünglich hatte die "Hondius" ihre Reise Anfang April im Süden Argentiniens begonnen.
Die WHO sprach in einem Update am späten Freitagabend von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen im Zusammenhang mit der Kreuzfahrt. Drei dieser acht Personen sind gestorben.
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