Eurovision Song Contest:Bulgarische Küstenstadt Burgas richtet ESC 2027 aus
von Dominik Rzepka
Das ist eine Überraschung: Nach Daras Sieg mit "Bangaranga" in diesem Jahr richtet Burgas am Schwarzen Meer den ESC 2027 aus. Die favorisierte Hauptstadt Sofia geht leer aus.
Mai 2026: Bulgarien gewinnt erstmals den ESC. Während Deutschland weit hinten landet, bricht in Bulgarien großer Jubel aus.
18.05.2026 | 2:26 minDie bulgarische Küstenstadt Burgas am Schwarzen Meer wird Austragungsort des ESC 2027. Das haben der bulgarische TV-Sender BNT und die Europäische Rundfunkunion bekanntgegeben. Das ESC-Finale soll am 15. Mai 2027 stattfinden.
Burgas ist mit seinen knapp 200.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Bulgariens. Der ESC soll in der dortigen Arena stattfinden, die erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde und etwa 12.000 Menschen Platz bietet.
Damit gehen die anderen Bewerber um den ESC 2027 leer aus. Burgas setzte sich überraschend gegen die bulgarische Hauptstadt Sofia durch. Interesse bekundet hatten zuvor auch Plowdiw sowie Warna, Heimatstadt von ESC-Siegerin Dara.
Nur selten ist ESC-Star Sarah Engels mit ihrem Ehemann Julian in der Öffentlichkeit zu sehen. Bei der Pre-Party zum "New Faces Style Award" strahlten die beiden nun aber verliebt auf dem roten Teppich.
03.07.2026 | 0:44 minFavorit Sofia geht leer aus
Die Entscheidung über den Austragungsort war eigentlich für Ende Juli erwartet worden. Diesen Zeitplan konnten die Veranstalter nicht einhalten, was Beobachter als Indiz dafür gewertet hatten, dass die favorisierte Hauptstadt Sofia leer ausgehen könnte.
Damit stimmt zum ersten Mal überhaupt die Prognose der israelischen Sängerin Netta. Die ESC-Siegerin von 2018 sagt jedes Jahr die Gastgeberstadt voraus - bisher aber immer die falsche. In diesem Jahr hatte Netta auf Burgas getippt - und liegt damit richtig.
Austragungsorte der vergangenen fünf Jahre waren Wien, Basel, Malmö, Liverpool und Turin.
Deutschlands schwache ESC-Bilanz
Sarah Engels, 2026
Die deutsche ESC-Bilanz der vergangenen Jahre ist durchwachsen bis desaströs. Sarah Engels landet mit "Fire" 2026 auf dem drittletzten Platz. Vom Publikum gibt es keinen einzigen Punkt.
Quelle: dpaESC 2027 erstmals mit Kanada
Bulgarien richtet 2027 erstmals den Eurovision Song Contest aus, nachdem im Mai dieses Jahres die bulgarische Sängerin Dara den Wettbewerb in Wien gewonnen hatte. Sie erhielt mit Abstand die meisten Punkte von Jurys und Publikum mit ihrem Song "Bangaranga".
Mit ihrem tanzbaren Up-Tempo-Song landete Dara unter anderem auf Platz 1 der deutschen Single-Charts. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Song als den Sommerhit des Jahres gelobt.
Israel dürfte ESC nicht mehr ausrichten
Eine Premiere beim ESC 2027 ist die Teilnahme Kanadas. Sollte der Neuling den ESC gewinnen, würde der ESC 2028 tatsächlich auch in Kanada stattfinden. Bereits seit 2015 darf Australien beim ESC starten, auch als nicht-europäisches Land.
Sollten Israel oder die Ukraine den ESC in Burgas gewinnen, dürften sie den Wettbewerb im darauffolgenden Jahr hingegen nicht ausrichten. Gastgeber des ESC können nur Länder sein, die sich nicht in einem bewaffneten Konflikt befinden, teilten die ESC-Veranstalter am Mittwoch mit.
Kanada nimmt 2027 erstmals am Eurovision Song Contest in Bulgarien teil. Der Wettbewerb ist in Kanada beliebt, 1988 gewann die Kanadierin Céline Dion – damals jedoch für die Schweiz.
01.07.2026 | 0:34 minDeutschland im ESC-Finale gesetzt
Schon seit mehreren Jahren wird der ESC von der Frage überlagert, ob Israel am Wettbewerb überhaupt teilnehmen darf oder wegen des Vorgehens in Gaza ausgeschlossen werden soll. Zuletzt hatten mehrere Länder den Wettbewerb wegen Israels Teilnahme boykottiert, unter anderem Spanien und die Niederlande.
Ob beide Länder auch 2027 dem ESC fernbleiben werden, könnte sich in den kommenden Monaten endgültig entscheiden.
Deutschland war beim ESC 2026 Drittletzter geworden. Die deutsche Sängerin Sarah Engels hatte für ihren Song "Fire" nur zwölf Punkte von den Jurys und keinen einzigen vom Publikum bekommen. Deutschland ist als eines der vier großen ESC-Länder automatisch für das Finale qualifiziert.
Dominik Rzepka ist ZDFheute-Reporter beim Eurovision Song Contest.
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