Erdbeben in Kolumbien: Happy End bei Bergungsaktion

Mehr als 200 Tote, etliche Vermisste:Erdbeben in Kolumbien: Happy End bei Bergungsaktion

|

Nach einem 16-stündigen Rettungseinsatz kann in Kolumbien eine Frau aus den Erdbebentrümmern gerettet werden. Doch die Zahl der Vermissten nach dem schweren Beben bleibt hoch.

Rettungskräfte durchsuchen am Tag nach dem Erdbeben in Pereira, Kolumbien, ein Trümmerfeld, in dem ihrer Meinung nach möglicherweise eine Person verschüttet ist.

In Kolumbien werden nach dem schweren Erdbeben weiterhin Menschen aus den Trümmern gerettet. Die Hoffnung auf die Rettung weiterer Überlebender schwindet allerdings mit jeder Stunde.

12.08.2026 | 0:58 min

Bewegende Rettung nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien: Fast 30 Stunden lang war Diana Troncoso eingeklemmt zwischen den Trümmern eines Gebäudes in der Stadt Cali, ehe die Feuerwehr die 31-Jährige unter dem Applaus und den Freudenrufen der Bevölkerung retten konnte.

"Wir haben hart gearbeitet in einem ziemlich komplexen Szenario", erläuterte Feuerwehrmann Santiago Sánchez gegenüber dem TV-Sender Caracol nach dem insgesamt rund 16-stündigen Rettungseinsatz. Dabei habe sich das Bergungsteam "sieben oder acht Meter" von oben nach unten vorarbeiten müssen, um Troncoso zu befreien. Sie war im zweiten Stock des einstmals fünfstöckigen Gebäudes eingeklemmt.

Ein Baby wird aus einem eingestürzten Haus gerettet

Nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens sind ein Vater und ein Baby lebend aus einem eingestürzten Haus gerettet worden. Der Mann schützte das Kind mit seinem Körper.

12.08.2026 | 0:31 min

Kolumbien: Suche nach Vermissten geht weiter

Am Montagabend (Ortszeit) hatte die Feuerwehr erstmals Kontakt zu der Frau herstellen können, der dann nicht mehr abriss. Troncosos Zustand sei "den Umständen entsprechend gut", informierte Sánchez. Sie wurde nach der Rettung medizinisch behandelt.

Dianas Eltern hielten während der Rettung Kontakt zu ihrer Tochter und sprachen ihr Mut zu.

Es ist etwas Wunderschönes. Ich werde immer dankbar sein.

Álvaro Troncoso, Vater der Geretteten

Menschen beseitigen Trümmer zwei Tage nach dem Erdbeben der Stärke 7,4.

Ein schweres Erdbeben hat in Kolumbien mehr als 200 Menschen das Leben gekostet. Viele Anwohner werden weiterhin vermisst – die Suche nach Verschütten ist ein Kampf gegen die Zeit.

12.08.2026 | 2:26 min

Horchen nach Lebenszeichen von Verschütteten

Der Kampf der Feuerwehrleute um Menschenleben geht jedoch weiter. Mindestens 2.595 Menschen seien verletzt worden, teilte das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten am Mittwoch mit. Rettungskräfte fordern immer wieder Stille, um nach Lebenszeichen von Verschütteten zu lauschen. Augenzeugen berichteten von albtraumhaften Szenen. Tausende Menschen sind obdachlos, da ihre Häuser eingestürzt oder durch tiefe Risse unbewohnbar geworden sind.

Präsident Abelardo de la Espriella sprach am Dienstag von mindestens 195 Vermissten. Von Zivilisten betriebene Datenbanken legten dagegen nahe, dass die Zahl der Vermissten bei bis zu 4.000 liegen könnte. Die UN verweist auf große Informationslücken hinsichtlich der Zahl der Betroffenen, die die Such- und Rettungsmaßnahmen sowie die Bereitstellung von Notunterkünften und medizinischer Versorgung erschwerten.

Entstehung Erdbeben CC

Die Gesteinsplatten der Erdkruste sind ständig in Bewegung. Sie können sich verhaken und eine enorme Spannung aufbauen. Löst sich diese ruckartig, bebt die Erde.

26.09.2022 | 1:44 min

Mindestens 224 Tote, arme Region betroffen

Die Zahl der Todesopfer stieg laut UN-Angaben auf mindestens 224, lokale Behörden berichten hingegen von mindestens 216 Toten. Das Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala und 29 Nachbeben haben am Montag in vielen Regionen des südamerikanischen Landes Verwüstungen angerichtet. Das Epizentrum des schwersten Erdbebens seit Jahrzehnten lag im Westen des Landes nahe San José del Palmar in der Region Chocó.

Grafik: Erdbeben in Kolumbien

Quelle: ZDF

Die Deutsche Welthungerhilfe stellt angesichts der Lage vor Ort nach eigenen Angaben 100.000 Euro Soforthilfe bereit. Das Beben treffe eine der ärmsten Regionen Kolumbiens, in der bereits vor dem Erdbeben viele Menschen Hunger gelitten hätten. "Jetzt brauchen die Überlebenden vor allem sichere Unterkünfte, sauberes Wasser, Lebensmittel sowie Sanitär- und Hygieneversorgung", sagte die Programmvorständin der Welthungerhilfe, Bettina Iseli.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: dpa, AP, KNA, Reuters
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 12.08.2026 ab 21:45 Uhr sowie ZDFheute Xpress am 12.08.2026 um 17:41 Uhr in "Vater und Baby aus Trümmern gerettet".

Mehr zum Thema Erdbeben

  1. Kolumbien, Cali: Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes, nachdem ein Erdbeben die kolumbianische Stadt Cali erschüttert hat.

    Landesweiter Notstand ausgerufen:Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 180 Tote

    mit Video1:40

  2. Fahrzeuge des Kolumbianischen Roten Kreuzes transportieren am 26. Juni 2026 über die Atanasio-Girardot-Brücke an der Grenze zu Venezuela in Cúcuta humanitäre Hilfsgüter.
    Interview

    Humanitäre Hilfe in Venezuela:Helferin: Die Not reicht weit über die Trümmer hinaus

    mit Video1:40

  3. Mitglieder der „United Rescue Group of Venezuela“ (GRUV) inspizieren am 4. August 2026 in Catia La Mar, Venezuela, ein vom Erdbeben vom 24. Juni betroffenes Gebiet, um eingestürzte Gebäude zu begutachten und potenzielle Gefahren zu identifizieren.

    Zwischen Trümmern und Machtkampf:Wie es in Venezuela nach den Erdbeben weitergeht

    von Eva Riedmann
    mit Video2:13

  4. VENEZUELA-EARTHQUAKE-AFTERMATH

    Dunkelziffer deutlich höher:Venezuela: Zahl der Opfer steigt auf mehr als 6.000

    mit Video0:22