Fast jede zweite Infektion endet tödlich:Kampf gegen Ebola im Kongo: Mehr als 1.400 Tote
Die Ebola-Epidemie im Kongo fordert immer mehr Opfer. Fast jede zweite bestätigte Erkrankung endet tödlich, die Eindämmung wird durch Konflikte und Misstrauen erschwert.
Das Zentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo.
Quelle: epaDie Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. 1.405 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, wie aus Zahlen der kongolesischen Gesundheitsbehörden hervorgeht. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg auf 3.200 an.
Die Ebola-Epidemie im Kongo breite sich schneller als jede Welle zuvor aus, warnt die afrikanische Gesundheitsorganisation Africa CDC. Gegen die aktuelle Virusvariante gibt es bisher keinen Impfstoff.
10.07.2026 | 1:31 minExperten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Infektionen dürften bislang nicht erkannt oder gemeldet worden sein. Den Behörden zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 43,9 Prozent. Fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen verlief damit tödlich.
Konflikte und Misstrauen erschweren Eindämmung
Es wird angenommen, dass sich die Krankheit im Frühjahr im Ostkongo wochenlang unbemerkt ausbreiten konnte. Konflikte mit bewaffneten Gruppen sowie großes Misstrauen gegenüber den Helfern erschweren die Eindämmung.
Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums gibt es in Frankreich den ersten Ebola-Fall. Der Arzt, der aus dem Kongo zurückkehrte, wurde ins Krankenhaus gebracht und isoliert.
24.06.2026 | 0:21 minBislang wurden in fünf der 26 Provinzen des 116-Millionen-Einwohner-Landes Ebola-Infektionen registriert, wobei die nordöstliche Provinz Ituri als Epizentrum des Ausbruchs gilt. Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan. In Uganda wurden ebenfalls Ebola-Fälle registriert, mindestens zwei Menschen starben dort an der Krankheit.
Drittschwerste Ebola-Epidemie
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen.
Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine gezielte Therapie gibt. Nach Angaben der Universität Oxford erhielt ein erster Freiwilliger einen experimentellen Impfstoff, der speziell gegen die Bundibugyo-Variante gerichtet ist. Seit Anfang Juli läuft zudem die klinische Testphase zweier antiviraler Therapieverfahren.
Hochzeitsfeiern dürfen nur noch mit einer begrenzten Personenanzahl stattfinden. Zu groß ist die Sorge vor der weiteren Virus-Ausbreitung. Die Zahl Ebola-Toter steigt weiterhin.
09.06.2026 | 2:38 minIn den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen. Gemessen an den Opferzahlen handelt es sich nun um die drittschwerste Ebola-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen.
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