Schwarzes Loch frisst Weltall: Warum selbst Licht nicht entkommt

Steter Hunger nach neuen Sternen:Schwarze Löcher sind die Allesfresser des Universums

von Andreas Singler

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Schwarze Löcher wirken wie kosmische Ungeheuer, denn sie verschlingen einfach alles. In ihnen verdichtet die Schwerkraft Materie so extrem, dass nicht einmal Licht entkommen kann.

Darstellung eines Schwarzen Lochs im Weltall.

Schwarze Löcher - unsichtbare Giganten, die sogar das Licht verschlingen. Was verbirgt sich hinter diesen kosmischen Phänomenen, die unser Verständnis von Raum und Zeit auf die Probe stellen?

11.12.2025 | 44:36 min

Sie wirken allein durch ihre Masse und schlucken alles. Nichts, was ihnen zu nahekommt, vermag diesem Schicksal zu entgehen. Dabei müssen sie sich noch nicht einmal bewegen. Wie fleischfressende Pflanzen warten sie einfach, bis ihre Beute unvorsichtig wird. Dann schnappen sie zu. Das Universum ist voll von diesen mysteriösen Geschöpfen - den Schwarzen Löchern.

Physikalisch ausgedrückt klingt das etwas nüchterner. Wie fast alles im Weltall hat es mit der Schwerkraft zu tun. Nehmen wir an, ein Raumschiff näherte sich einem Schwarzen Loch, dann würde ab einer bestimmten Grenze - dem Ereignishorizont - selbst der stärkste Antrieb es nicht mehr retten können. Die Schwerkraft von Schwarzen Löchern übersteigt dann alle zur Rettung möglichen Gegenkräfte.

Nichts kann ihnen entkommen. Was ihren Ereignishorizont überschreitet, ist für immer verloren.

Dr. Victoria Grinberg, Astrophysikerin

Bild einer violetten Weltraumaufnahme

Dunkle Materie und Dunkle Energie beeinflussen die Bewegung von Galaxien und die Ausdehnung des Universums. Sie sind für unsere Augen unsichtbar. Wie spürt man die dunklen Kräfte auf?

07.02.2026 | 42:14 min

Schwarze Löcher: Ausdruck der Krümmung von Raum und Zeit

Vor wenigen Jahren erst, 2022, gelang Forschenden durch die Zusammenschaltung von acht auf der ganzen Welt verteilten Teleskopen endlich eine fotografische Aufnahme der leuchtenden Umgebung eines Schwarzen Loches - von Sagittarius A* im Sternzeichen Schütze im Herzen der Milchstraße. Das kosmische Monster selbst ist natürlich unsichtbar. Doch leuchtendes Gas um es herum verrät es.

Bis dahin waren Schwarze Löcher theoretische Konstrukte, physikalisch plausibel zwar - aber gesehen hatte sie noch niemand. Allenfalls konnten Sterne beobachtet werden, "die um einen leeren Ort im Weltraum kreisten", wie der Astrophysiker James Taylor in der ZDFinfo-Dokumentation "Geheimnisvolles Universum - Schwarze Löcher" erklärt.

Ein riesiges Teleskop steht vor dem Nachthimmel. Dahinter ist die Milchstraße zu sehen.

Wie groß ist das Universum? Hat es eine Grenze, oder ist es unendlich? Seit Beginn der Sternenforschung stellen sich Kosmologen diese und andere spannende Fragen.

11.12.2025 | 43:51 min

Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie zufolge sind Schwarze Löcher keine Gebilde aus Fleisch und Blut, also nicht materiell. Sie sind Ausdruck einer extremen Krümmung, der sogenannten Raumzeit. Diese wird von uns als Schwerkraft wahrgenommen. "Es ist hilfreich, Schwarze Löcher als extrem verdichtete Regionen zu betrachten, nicht als Objekte selbst", so die Astrophysikerin Heidi White.

Sehen Sie die Doku "Geheimnisvolles Universum - Schwarze Löcher" am 12. Mai 2026 um 05:35 Uhr bei ZDFinfo oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.


Geboren aus dem Untergang massereicher Sterne

Wie entstehen Schwarze Löcher? Sie sind nicht immer schon da, sie werden geboren.

Sie entwickeln sich, verändern Größe und Masse, und ernähren sich von Materie. Eines Tages verschwinden sie.

Dr. Heidi White, Astrophysikerin

Geburtshelfer für Schwarze Löcher ist der Untergang von großen Sternen. Unsere Sonne wird diesen Weg bei ihrem absehbaren Untergang in rund fünf Milliarden Jahren nicht gehen, dafür ist sie zu klein.

"Frag den Lesch": Prof. Harald Lesch steht an einem Stehtisch und erzählt.

Zu kaum einem anderen Phänomen im Universum erreichen Harald Lesch so viele Fragen wie zu Schwarzen Löchern. Von ihnen geht eine ungeheure Anziehungskraft aus.

20.11.2016 | 15:15 min

Für die Entstehung Schwarzer Löcher braucht es vor allem eines: enorm viel Masse. Nur Sterne, die ursprünglich ein Vielfaches der Sonnenmasse besaßen, können am Ende ihres Lebens so kollabieren, dass ihr Kern nicht einmal mehr als Neutronenstern stabil bleibt, sondern zu einem Schwarzen Loch wird. Entsteht ein solches Objekt aus dem Tod eines einzelnen Sterns, spricht man von einem stellaren Schwarzen Loch.

Extremer geht immer - Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße beweist es

Es geht noch viel extremer. Sagittarius A* verfügt über rund vier Millionen Sonnenmassen. Es zählt zu den sogenannten supermassereichen Schwarzen Löchern. Wie sie genau entstanden sind, ist der Forschung ein Rätsel. Eine These geht von der Vereinigung einer Reihe Schwarzer Löcher in Folge der Kollision von Galaxien aus:

Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist schon viele, viele Male kollidiert und Sagittarius A* ist das Ergebnis aus der Kollision vieler supermassereicher Schwarzer Löcher.

Dr. Laurie Rousseau-Nepton, Astrophysikerin Universität Toronto

Gegen den Himmel gerichtet, stehen fünf große Radioteleskope bei Sonnenuntergang nebeneinander.

Sind wir allein im Universum? Trotz Milliarden von Sternen und Galaxien bleibt die Erde wohl einzigartig. Die Suche nach außerirdischer Intelligenz stellt unser Selbstbild infrage.

07.02.2026 | 42:54 min

Über dieses Thema berichtete ZDFinfo in der Sendung "Geheimnisvolles Universum - Schwarze Löcher" am 02.05.2026 ab 12 Uhr.
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