Autobauer in der Krise:Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge
Volkswagen will im Kampf gegen die Krise das Tarifniveau absenken und kündigt deshalb mehrere Haustarifverträge mit der IG Metall.
Volkswagen will im Kampf gegen die Krise das Tarifniveau absenken und kündigt deshalb mehrere Haustarifverträge mit der IG Metall.
Quelle: dpaNächste Krisen-Meldung bei VW: Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat der Autobauer Volkswagen einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt - darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte VW nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern in Hannover mit.
Zur genauen Zahl der gekündigten Verträge wollte sich ein VW-Sprecher nicht äußern. Der IG Metall zufolge handelt es sich um zehn.
VW-Manager: Konkurrenz aus China erhöht Druck
Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nach Angaben des Personalvorstands der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, für die Autoindustrie und damit auch für Volkswagen gravierend verschärft. "Diese Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend. Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa", teilte Meiswinkel mit. Das erhöhe den Preis- und Wettbewerbsdruck enorm. Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 müssten daher schnell und konsequent umgesetzt werden.
Volkswagen steht vor einem harten Sparkurs: Der Aufsichtsrat berät über die Zukunft des Konzerns. 50.000 Stellen weltweit sollen wegfallen, Werke brauchen neue Perspektiven.
04.09.2026 | 2:34 minVW kündigt Tarifverträge fristgerecht zu Ende Dezember
Die Tarifverträge hat VW fristgerecht zum 31. Dezember 2026 gekündigt. So will man laut VW einen Verhandlungsraum öffnen.
Der Manteltarifvertrag bündelt zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 Beschäftigten in Deutschland. Insgesamt besteht der VW-Haustarif aus 13 einzelnen Verträgen. Sie regeln unter anderem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit und Zulagen. Nicht betroffen ist der Zukunftstarifvertrag 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.
Betriebsrat kündigt Widerstand an
Erste Folgen könnten VW-Beschäftigte nach Angaben der Arbeitnehmer von Januar 2027 an spüren. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand an.
"Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen", teilte Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger mit. Das werde man nicht hinnehmen. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnete mit einer "heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel".
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