Commerzbank weist Unicredit-Angebot als unattraktiv zurück

Rückschlag für Unicredit:Commerzbank weist Übernahme-Angebot als unattraktiv zurück

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Die Unicredit möchte die Commerzbank übernehmen - doch die lehnt ein erstes Angebot ab. Zu unattraktiv sei es, so der Vorstand und der Aufsichtsrat.

UniCredit plant Übernahme der Commerzbank

Anfang Mai legte Unicredit den Commerzbank‑Aktionären ein erstes offizielles Angebot vor.

05.05.2026 | 2:36 min

Die Commerzbank lehnt das jüngste Übernahmeangebot der italienischen Unicredit ab. "Die Unicredit bietet den Aktionären der Commerzbank keine angemessene Prämie und hat keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt", heißt es in einer Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat, die der Dax-Konzern in Frankfurt veröffentlichte. Der Plan sei vage und berge "erhebliche Risiken".

Die Unicredit unterschätze Ertragsverluste, überschätze Synergien und rechne mit einer "unrealistischen Umsetzungsdauer". Das betreffe besonders den von der Unicredit geplanten Personalabbau, die komplexe IT-Integration sowie Ertragsverluste aus Überschneidungen im Firmenkundengeschäft.

Die von der Unicredit erwarteten Synergieannahmen sind in Summe weder belastbar noch überzeugend.

Stellungnahme des Vorstands und Aufsichtsrats der Commerzbank

Vorstand und Aufsrichtsrat sind vom Unicredit-Angebot nicht überzeugt

Vorstand und Aufsichtsrat raten den Commerzbank-Aktionären, das Umtauschangebot nicht anzunehmen. Beide Gremien seien überzeugt, dass die eigenständige Umsetzung der jüngsten Strategie mit erhöhten Gewinnzielen mehr Wert schaffe. Aktionäre, die investiert bleiben, profitierten davon.

"Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. Aufsichtsratschef Jens Weidmann ergänzte, die "unausgereiften Vorstellungen" der Unicredit gefährdeten die Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Beschäftigten.

Unicredit sichert sich Zugriff auf mehr Anteile

Nach Angaben vom Montag verfügten die Italiener über 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien und hatten über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent.

SGS Orlopp Commerzbank Einschränkungen

"Wir können das beeinflussen, was in unserer Macht steht und das ist eben unsere Strategie und die bringen wir sehr erfolgreich nach vorne", so Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp.

08.05.2026 | 6:40 min

Mit zusammen 29,99 Prozent blieben sie somit knapp unter der Schwelle von 30 Prozent. Insgesamt melden sie jetzt allerdings eine Steigerung der Stimmrechte von 32,64 auf 38,87 Prozent.

Unicredit hatte Anfang Mai ein Angebot vorgelegt

Die Unicredit aus Mailand hatte Anfang Mai ein freiwilliges Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden.

Der rechnerische Angebotswert weise einen erheblichen Abschlag zum langfristigen Wertschöpfungspotenzial und dem aktuellen Kurs auf, kritisierte die Commerzbank. "Die Commerzbank-Aktie notierte nach der Ankündigung des Angebots zu jedem Schlusskurs oberhalb des Angebotswerts."

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Die Commerzbank will sich mit höheren Gewinnzielen und Stellenstreichungen gegen eine feindliche Übernahme durch die UniCredit wehren: Rund 3000 weitere Stellen sollen wegfallen.

08.05.2026 | 2:53 min

Die Unicredit ist in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und erwartet bei einer Commerzbank-Übernahme Milliarden-Einsparungen. Die Commerzbank sieht das Vorgehen der Unicredit als feindlich an und erhält Unterstützung vom Bund, der gut zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile hält. Die Bank will ihre Aktionäre mit ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 von einem eigenständigen Kurs überzeugen. Erst kürzlich verkündete die Commerzbank den Abbau von rund 3.000 Stellen.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendung, zuletzt im Beitrag "Commerzbank will 3.000 weitere Stellen abbauen" am 08.05.2026 um 22:00 Uhr.

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