Steuergeld verschwendet: "Schwarzbuch" listet neue Fälle auf

Umstrittenes Steuer-"Schwarzbuch":Diese Fälle hält der Steuerzahlerbund für Geldverschwendung

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Der Bund der Steuerzahler listet in seinem jährlichen "Schwarzbuch" 100 Fälle auf, bei denen Geld verschwendet wurde. Mit dabei: teure Sonnensegel und unbenutzte Dienst-Geräte.

Das Schwarzbuch 2025/26 vom Bund der Steuerzahler Deutschland wird vor das Reichstagsgebäude gehalten. (Archiv)

Das "Schwarzbuch" 2025/26 vom Bund der Steuerzahler listet jährlich Fälle von Steuerverschwendung auf, ist aber nicht unumstritten. (Archiv)

Quelle: dpa / Britta Pedersen

Sonnensegel unter großen Bäumen, teure Toiletten ohne Gäste und unbenutzte Laptops: In seinem neuen "Schwarzbuch" hat der Bund der Steuerzahler wieder 100 Beispiele für die Verschwendung öffentlicher Gelder und Kostenexplosionen bei Projekten aufgelistet.

Teure Sonnenschirme und ungenutzte Dienst-Geräte

Der Lobbyverband wirft Bund, Ländern und Kommunen einen sorglosen Umgang mit Steuergeld vor. Einige Beispiele, die der Verein im "Schwarzbuch 2026/27" auflistet:

  • Die Stadt Stuttgart platzierte Segel und Sonnenschirme für 350.000 Euro unter anderem unter einer riesigen Platane.
  • In Schleswig-Holstein erhielten Lehrkräfte fast 35.000 neue digitale Endgärte, darunter Tabletts und Laptops - allerdings wurde rund ein Drittel davon gar nicht eingeschaltet. Hier prangerte der Steuerzahlerbund die Verschwendung von "6,7 Millionen Euro Steuergeld für nicht genutzte Technik" an.
  • In Hessen hat die kleine Stadt Neu-Anspach in einer aufwendigen Spezial-Pflanzung für den Hochwasserschutz fünf Bäume für 100.000 Euro gepflanzt.
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Wer kennt es nicht: das Schild an der Restauranttür – "Keine Kartenzahlung möglich". Was für Gäste vor allem lästig ist, kann für die Finanzbehörden ein Hinweis sein: Werden Umsätze verschwiegen?

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Steuergeld für schiefe Bänke

Schließlich kritisierte der Verband auch sieben neue Bänke für 14.800 Euro - die allerdings an einer steilen und viel befahrenen Straße in Hamburg aufgestellt wurden. "Ruhepausen inklusive Lärm und Abgase", kommentierte der Verband, "wenn überhaupt, denn einige Bänke sind schief".

Das "Schwarzbuch" sei "auch ein Stück weit ein Beitrag dafür, dass wir demokratische Strukturen stärken müssen", sagte Steuerzahlerbund-Präsident Reiner Holznagel. Es müsse mehr Kontrolle und Transparenz gefördert werden, zudem müsse Politik erklären und begründen, warum Entscheidungen getroffen würden.

Steuerbeleg

Die Bundesregierung hat Anfang September die Steuerreform beschlossen, sie soll mittlere Einkommen entlasten. Kritik kommt aus den eigenen Reihen.

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Bauten der Förderung wegen

Besonderen Fokus legt der Verband diesmal auf "vergiftete Geschenke". Dabei schaute er sich staatliche Förderprogramme an. Kritisiert wird, dass bei Ausgaben teils Fördertöpfe und Fristen den Ausschlag gäben statt Bedarf und Nutzen. Mitunter würden Mittel ausgegeben, weil sie sonst verfielen.

Im hessischen Hadamar wurde eine Toilettenanlage für 355.700 Euro auf einem Kirmes-Gelände gebaut. Die Klos sollen nur wenige Tage im Jahr genutzt werden - die Fördergelder wären Ende 2026 ausgelaufen. 

Bundesjustinministerin Hubig und Bundesfinanzminister Klingbeil stellen den Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität vor.

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Bund der Steuerzahler und "Schwarzbuch" umstritten

Der Bund der Steuerzahler ist ein privater Verein, der sich politisch unter anderem für eine effiziente Verwendung von Steuergeld und solide Staatsfinanzen einsetzt, also die Neuverschuldung und Ausgaben des Bundes hinterfragt.

Er lobbyiert dafür im Bundestag und mit öffentlichkeitswirksam inszenierten Aktionen. Der Steuerzahlerbund betont, er sei parteipolitisch neutral. Doch das sogenannte Schwarzbuch ist umstritten:

Kritisiert wird unter anderem, es liste lediglich spektakuläre Einzelfälle auf, verschweige aber oft deren Kontext und zeichne kein repräsentatives Gesamtbild der Steuerverschwendung. Behörden und Kommunen, die darin genannt werden, wehren sich häufig gegen die Vorwürfe und begründen ihre Finanzentscheidungen.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF im gemeinsamen Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 01.10.2026 ab 12 Uhr.

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