Polen meldet Drohnenabschuss:Testet Putin die Nato?
Polen hat mehrere russische Drohnen abgeschossen. Laut EU gibt es Hinweise, dass Moskau vorsätzlich gehandelt hat. ZDFheute live zu Putins Zielen und der Reaktion der Nato.
Polen meldet den Abschuss russischer Drohnen. Auch Trümmerteile eines unbekannten Geschosses wurden sichergestellt. Warschau beantragte Nato-Konsultationen.
Die Drohnen seien während massiver Angriffe auf die Ukraine in den polnischen Luftraum eingedrungen. Laut Ministerpräsident Donald Tusk steuerten die Drohnen nicht aufgrund von Fehlern oder "kleineren russischen Provokationen" Richtung Polen - sie seien direkt aus Belarus gekommen. Laut EU gibt es Anzeichen dafür, dass Moskau vorsätzlich vorgegangen ist. Die Regierung in Warschau will mit den Verbündeten der Nato darüber beraten.
Gemäß Artikel 4 kann jeder Mitgliedstaat der Nato im Fall einer Bedrohung seiner "territorialen Integrität, politischen Unabhängigkeit oder Sicherheit" die Einberufung einer Sitzung des Nordatlantikrates in Brüssel verlangen.
Kann es sich um Zufall handeln oder steckt hinter dem Vorfall Absicht? Was bezweckt Russlands Präsident Putin und welche Ziele verfolgt er? Darüber spricht Philip Wortmann bei ZDFheute live mit ZDF-Russland-Korrespondent Armin Coerper und ZDF-Nato Korrespondentin Isabelle Schaefers. Außerdem mit dabei: Militärexperte Fabian Hinz und Polen Experte Kai-Olaf Lang von der Stiftung Wissenschaft und Politik.
So reagieren Polens Verbündete auf den Vorfall
Unions-Vize-Fraktionschef Norbert Röttgen erklärte, Deutschland stehe an der Seite Polens und erwarte eine Entschuldigung Russlands.
Auch Großbritanniens Premier Keir Starmer sicherte Polen Unterstützung zu und bezeichnete den Vorfall als "offenkundige Geringschätzung des Friedens" durch Wladimir Putin.
Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte ein baldiges Gespräch mit Nato-Chef Mark Rutte an. "Wir werden bei der Sicherheit unserer Verbündeten keine Kompromisse eingehen", schrieb Macron auf X.
Der litauische Außenminister Kestutis Budrys warnte: "Niemand ist hier sicher, niemand ist in der Region sicher, niemand ist in Europa und innerhalb der Allianz sicher."
Mit Material von Reuters und dpa.
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