Mirko Drotschmann erklärt:Benzinpreise: Was Deutschland von seinen Nachbarn lernen kann
Die Spritpreise in Deutschland sind höher als in den meisten umliegenden Ländern - warum das so ist und was gegen die Teuerung jetzt getan werden soll, erklärt Mirko Drotschmann.
Benzin und Diesel sind in den vergangenen Wochen in Deutschland verflixt teuer geworden. In manchen Nachbarländern zahlt man dagegen weniger als zwei Euro pro Liter. Warum eigentlich? @MrWissen2go Mirko Drotschmann erklärt, wie die Spritpreise in Deutschland jetzt nach unten geschraubt werden sollen und was man von anderen Ländern lernen könnte.
Wie sollen die Preise für Benzin und Diesel gesenkt werden?
Die Bundesregierung hat sich auf zwei Maßnahmen geeinigt: Tankrabatt und Spritpreisdeckel. Beim Tankrabatt soll die Energiesteuer auf Kraftstoffe von Oktober bis Jahresende reduziert werden, damit soll Sprit effektiv um bis zu 17 Cent pro Liter günstiger werden. Einen Tankrabatt gab es schon im Mai und Juni, damals gaben die Tankstellen die Vergünstigung größtenteils an Verbraucher weiter.
Beim Spritpreisdeckel nimmt sich die Bundesregierung Belgien und Luxemburg zum Vorbild. Dort legen Behörden schon länger einen Maximalpreis fest. Der wird anhand von Faktoren wie Transport- und Lagerkosten errechnet, auch wird den Unternehmen eine bestimmte Gewinnmarge zugestanden. Der Preisdeckel soll möglichst bald, spätestens bis Anfang 2027 eingeführt werden.
Warum ist Benzin in vielen Nachbarländern günstiger?
In der EU ist Sprit derzeit nur in Dänemark und den Niederlanden teurer als in Deutschland. Das liegt Wirtschaftsexperten vor allem daran, dass hier höhere Steuern und Abgaben als in vielen anderen Ländern erhoben werden. Es gibt aber auch andere Faktoren, bei denen andere Länder besser dastehen können als Deutschland. Zum Beispiel profitieren Mittelmeeranrainer derzeit davon, viel Öl aus Nordafrika beziehen zu können.
Warum ist Benzin gerade eigentlich so teuer?
Der Iran-Krieg spielt eine wichtige Rolle. In der Region wird eine Menge Öl gefördert - von dem jetzt kaum etwas in andere Regionen gelangt. Der Krieg hat schon im Frühjahr die Preise nach oben schnellen lassen. In letzter Zeit sind noch weitere Probleme dazugekommen: In Saudi-Arabien wurde eine wichtige Pipeline angegriffen und beschädigt, Milizen bedrohen eine wichtige Handelsroute. Außerdem sind viele Raffinerien voll ausgelastet und können hohe Preise verlangen.