Bleibt Zverev der Unvollendete?

Halbfinal-Aus bei Australian Open:Bleibt Zverev der Unvollendete?

von Petra Philippsen

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Nach einem epischen Thriller verpasst Alexander Zverev in Melbourne seine Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel. War es seine letzte?

Carlos Alcaraz (links) aus Spanien wird nach ihrem Halbfinalspiel bei den Australian Open in Melbourne, Australien, am  30. 1. 2026, von Alexander Zverev aus Deutschland beglückwünscht.

Alexander Zverev hat das Finale der Australian Open verpasst. Der deutsche Tennisstar unterlag dem Spanier Carlos Alcaraz in fünf Sätzen.

30.01.2026 | 1:53 min

Der Applaus donnerte durch die Rod-Laver-Arena und Alexander Zverev winkte bei seinem Abgang dankbar in Menge. Als Trost reichte die Anerkennung jedoch nicht. Denn sein Traum von der ersten Grand-Slam-Trophäe war in Australien erneut geplatzt, nach fünfeinhalb Stunden Kampf im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz. Und das tat richtig weh.

Vor einem Jahr stand Zverev an selber Stelle am Mikrofon, tief enttäuscht und einer Sinnkrise nahe: "Ich bin einfach nicht gut genug", konstatierte damals der derzeit beste deutsche Tennisprofi nach seiner klaren Niederlage im Finale der Australian Open gegen Jannik Sinner.

Gut, aber nicht gut genug

Und Zverev traf mit diesem Satz den Punkt. Gut, aber nicht gut genug. Der inzwischen 28-Jährige gebürtige Hamburger ist ohne Frage ein sehr guter Tennisspieler, gewann schon 24 Titel und olympisches Gold, stürmte bis auf Platz zwei der Weltrangliste.

Von so einer Karriere können viele Profis nur träumen. Doch wenn man für sich selbst den Anspruch und zudem das Talent hat, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, dann schwingt bei allen anderen Erfolgen eben ein Gefühl des Scheiterns mit.

Alexander Zverev in Aktion

Alexander Zverev hat das Finale der Australian Open verpasst. Gegen Carlos Alcaraz verlor er einen echten Tennis-Krimi.

30.01.2026 | 1:53 min

Drei Finals, drei Niederlagen

Dreimal stand Zverev in einem Endspiel eines der vier größten Tennis-Turniere, dreimal verlor er. Der knapp zwei Meter große Hüne spielte gut, aber nicht gut genug für den Titel. Kritik an den Schwachstellen seines Spiels gab es seit Jahren, Zverev wollte sie nie hören.

Aber er will nach wie vor den Grand-Slam-Titel gewinnen. Nach dem verlorenen Melbourne-Finale vor einem Jahr und einer Saison, die von vielen Verletzungen und noch mehr Frust begleitet wurde, schien aber etwas in Zverev stattgefunden zu haben – er arbeitete konsequent an seinen Problemzonen.

Zverev merzt Schwachstellen aus

Er verbesserte seinen Ballwurf beim Aufschlag, zwingt sich zu verstärktem Einsatz des ungeliebten Volleys, spielt aggressiver und steht dabei deutlich dichter an der Grundline - alles mit sichtbarem Erfolg.

Bei diesen Australian Open trat Zverev stärker denn je auf, steigerte sich von Runde zu Runde und hatte den Weltranglistenersten Alcaraz im Halbfinale am Rande der Niederlage.

Das Finale schon vor Augen

Umso bitterer für Zverev, dass er sich nach dem epischen Tennis-Krimi nicht mit dem Sieg belohnen konnte. Im packenden fünften Satz konnte er das Match trotz 5:3-Führung nicht für sich entscheiden.

Alcaraz hatte zu Beginn der Partie souverän geführt und hervorragend gespielt, Zverev ließ sein bis dahin sehr starker Aufschlag zunächst im Stich. Dass sich der Hamburger dann aufregte und aus dem Konzept bringen ließ, als Alcaraz unerlaubterweise wegen Krämpfen behandelt wurde, wäre anderen Profis wohl auch so ergangen.

Der Serbe Novak Djokovic reagiert auf einen Punkt des Italieners Jannik Sinner während ihres Halbfinales im Herreneinzel am dreizehnten Tag des Tennisturniers Australian Open in Melbourne am 31.01.2026.

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30.01.2026

Zverev nutzte Alcaraz‘ Schwäche nicht

Aber Zverev blieb in der Phase, als Alcaraz angeschlagen war, zu passiv und verschaffte dem sechsmaligen Grand-Slam-Sieger aus Spanier so wieder Luft. Den Vorwurf muss er sich machen. Doch der zweite Teil des Matches war Weltklasse von beiden Spielern.

Ein Match, das beide ans körperliche und mentale Limit trieb. Bei dem nur noch Nuancen entschieden. Bei dem Zverev nie aufhörte zu kämpfen. Aber bei dem Alcaraz mit 15.000 tosenden Zuschauern im Rücken am Ende ein Fünkchen mehr an den Sieg glaubte.

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Zverev war eigentlich gut genug

Dieses Mal war Zverev gut genug für den Sieg und den Einzug ins Finale. Sein Problem ist nur, dass Ausnahmespieler wie Alcaraz und Sinner noch einen Tick besser sind. Zverev hat verstanden, dass er Änderungen vornehmen musste, um sich auf dem absolut besten Level noch zu verbessern. Die Frage bleibt, ob diese Erkenntnis zu spät kam.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 30.01.2026 um 12:48 Uhr
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