WM in Nordamerika: Pelés Triumph, Maradona und Mord

WM-Turniere in Nordamerika:Pelés Krönung, die Hand Gottes – und ein Mord

von Andreas Morbach

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Drei Fußball-Endrunden fanden bisher auf nordamerikanischem Boden statt - gespickt mit legendären Duellen und politisch aufgeladen. Hinzu kam ein einmaliger Gastgeberwechsel.

Fußbälle der Marke adidas liegen auf einem Fußballrasen am 10.10.2025.

Große Entfernungen, ein kompliziertes Ticketsystem mit hohen Preisen, verschärfte Einreisekontrollen - den Fans wird ein Besuch der WM nicht leicht gemacht. Ein Überblick.

28.04.2026 | 2:13 min

Wenn die Fußball-WM in Nordamerika am 11. Juni mit der Partie Mexiko gegen Südafrika (ZDF live) angepfiffen wird, erlebt das berühmte Aztekenstadion bereits das dritte Eröffnungsspiel in der Geschichte des globalen Turniers.

Kolumbien verzichtet, Mexiko übernimmt

Mit der Partie in der 83.264 Zuschauer fassenden Arena in Mexiko City startet zugleich die vierte WM-Endrunde auf dem nordamerikanischen Kontinent - nach 1970, 1986 und 1994.

Nach seiner ersten Gastgeberrolle 1970 kam Mexiko 16 Jahre später erneut zum Zug. Zuvor hatte Kolumbien die WM im Oktober 1982 aus wirtschaftlichen Gründen zurückgegeben.

Pelés Triumph 1970 in Mexiko

Im Anschluss kandidierten vier Länder als neue Veranstalter: Brasilien, Kanada, die USA und Mexiko. Mit Ausnahme von Brasilien teilen diese Staaten die diesjährige 23. Auflage des globalen Fußball-Events nun unter sich auf. Als Erben von drei erinnerungswürdigen Turnieren.

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Mehr Einfluss für den VAR, weniger Möglichkeiten zum Zeitspiel. Das sind die Schwerpunkte der Regeländerungen, die erstmals bei der kommenden Fußball-WM praktiziert werden.

04.05.2026 | 1:28 min

So servierte die Ausgabe von 1970 den deutschen TV-Zuschauern neben ersten farbigen Bildern von einer Weltmeisterschaft im Halbfinale das Jahrhundertspiel der DFB-Elf gegen Italien (3:4 nach Verlängerung). Und drei Tage zuvor das ähnlich dramatische Viertelfinale gegen England.

Maradona und die Hand Gottes 1986

Anpfiff in León war um 12 Uhr mittags, bei 50 Grad in der Sonne siegte die DFB-Auswahl 3:2 gegen England nach Verlängerung. Es war die Revanche für das verlorene Finale von Wembley 1966. Und eine Art Revanche an England nahm 16 Jahre später auch Argentinien.

Das Viertelfinale der beiden Teams am 22. Juni 1986 war durch den Falklandkrieg von 1982 politisch aufgeladen. Mit seiner "Hand Gottes" mogelte Diego Maradona die Südamerikaner in Führung. Kurz darauf erzielte er nach seinem legendären Solo über das halbe Feld noch ein reguläres Tor, Argentinien siegte 2:1.

Diego Maradona

1986 trifft Maradona gegen England mit der "Hand Gottes" - ein nicht geahndeter Regelbruch, der ihn zum Symbol macht: zwischen Straßenjunge, Genie und Größenwahn.

30.10.2025 | 8:20 min

Verbotene Substanzen bei Maradona

"Es ging nicht ums Gewinnen, sondern darum, die Engländer heimzuschicken", kommentierte Maradona anschließend provokant. Acht Jahre später in den USA sorgte Argentiniens Racheengel erneut für die dicksten Schlagzeilen.

Bei einer Urinprobe nach dem Gruppenspiel gegen Nigeria wurden dem damals 33-Jährigen verbotene Substanzen nachgewiesen. Für den argentinischen Nationalheld war das Turnier beendet.

Zweimal Finale Brasilien gegen Italien

1986 in Mexiko setzte sich Maradona als Kapitän der Albiceleste gegen Deutschland die WM-Krone auf. Wie 1970 bereits der große Pelé beim ersten Finale im Aztekenstadion gegen Italien: Als treibende Kraft der vermutlich besten Weltmeisterelf aller Zeiten - während in Brasilien eine Militärdiktatur regierte.

Pelé wird nach dem WM-Finale 1970 auf Händen getragen.

Der 2022 verstorbene Pelé gilt als einer der größten Fußballer der Geschichte. Sein Heimatland Brasilien erinnert künftig mit einem Gedenktag an den dreifachen Weltmeister.

02.07.2024

Diese beiden Nationen standen sich auch 1994 im kalifornischen Pasadena gegenüber. Es war das bislang einzige torlose und wohl auch das schwächste Endspiel der WM-Historie.

Brasilien siegte im Elfmeterschießen, die WM-Rekorde bei den Zuschauern (knapp 3,59 Millionen in 52 Spielen) und des Russen Oleg Salenko (fünf Tore in einem Spiel) stehen bis heute.

Kritik wegen fehlender Profiliga

Dabei wurde Veranstalter USA vor allem wegen der dort fehlenden professionellen Fußballliga anfangs kritisch beäugt. Dann aber brachte das Turnier neben vollen Stadien denkwürdige Partien wie Rumänien gegen Argentinien im Achtel- oder Brasilien gegen die Niederlande im Viertelfinale hervor.

Shohei Ohtani, Pitcher der Los Angeles Dodgers, wirft einen Ball im Stadion. Im Hintergrund eine große Reklame von Coca-Cola.

College-Sport, Super Bowl, geschlossene Ligen, Salary Cap - der US-Sport unterscheidet sich stark vom europäischen. Auch der aus Europa importierte Fußball ist anders organisiert.

12.05.2026 | 0:58 min

Parallel dazu warf jedoch ein anderes Ereignis einen schwarzen Schatten über die Endrunde.

Getötet wegen eines Eigentors

Kolumbien, als Geheimfavorit gestartet, musste schon in der Gruppenphase die Segel streichen. Beim 1:2 im zweiten Spiel gegen die USA unterlief Innenverteidiger Andrés Escobar ein Eigentor. Kolumbien war raus aus dem Turnier, nach dem letzten Gruppenspiel flog Escobar zurück in die Heimat.

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Dabei trotzte er auch warnenden Stimmen. Zehn Tage nach seinem Eigentor wurde der damals 27-Jährige in seiner Geburtsstadt Medellin vor einer Bar durch sechs Schüsse getötet. Das bislang letzte WM-Turnier auf nordamerikanischem Boden hatte seinen traurigen Tiefpunkt erreicht.

Über dieses Thema berichtete das ZDF im gemeinsamen Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 01.06.2026 ab 12 Uhr und in dem Beitrag "Historische Momente aus der Geschichte der Fußball-WM" vom 14.05.2026.

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  4. Collage: Ein Fuballer mit einem Pokal jubelt, daneben David Beckham im Anzug, eine Menschenmenge mit USA-Flaggen und amerikanische Dollar.

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