Frauen Champions-League-Finale:Wie wirtschaftlich ist der Frauenfußball?
von Ralf Lorenzen
Geld schießt Tore - auch im Frauenfußball. Mit dem FC Barcelona und FC Arsenal stehen die umsatzstärksten Klubs im CL-Finale. Den Trend geben die gescheiterten Halbfinalisten vor.
Arsenal und Lyon sind Vorzeigeklubs im Frauenfußball.
Quelle: dpaEinen neuen Zuschauerrekord wird es im Champions League-Finale der Frauen nicht geben. Das Estadio José Alvalade in Lissabon, wo der FC Barcelona auf Arsenal London trifft, fasst gut 50.000 Besucher.
Der Rekord liegt bei 91.648 Fans aus dem Champions-League-Halbfinale 2022 zwischen dem FC Barcelona und dem VfL Wolfsburg.
Boom mit konsumstarker Zielgruppe
Aber einen weiteren Beweis für den Boom des Frauenfußballs wird das Finale im Vorfeld der Frauen-EM in der Schweiz auch so liefern. "Frauenfußball ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten weltweit und auch in Deutschland", sagte die Marketingexpertin Jessica Stommel gegenüber ZDFheute.
Die langjährige Nationaltorhüterin, Champions League-Gewinnerin, Europameisterin und Olympia-Siegerin von 2016 Almuth Schult beendet ihre aktive Karriere.
01.04.2025 | 1:22 minDie Sportmarketing-Agentur Sportfive hat 2024 ermittelt, dass 50 Prozent aller Frauenfußballfans zwischen 25 und 44 Jahren alt sind - einer Phase, "in der besonders viele Konsumentscheidungen getroffen werden." Bei der Monetarisierung dieses Trends wird die Bundesliga allerdings langsam abgehängt, wie das frühe Champions League-Ausscheiden der deutschen Top-Klubs in den letzten beiden Spielzeiten zeigt.
Arsenal: Fast jedes Spiel im großen Stadion
Das diesjährige Finale gibt exakt die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in Europa wieder. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloittes waren der FC Barcelona und Arsenal London mit jeweils 17,9 Millionen Euro die umsatzstärksten Klubs in der Saison 2023/2024.
Das Arsenal Women's Team erzielte dabei das größte Umsatzwachstum aller Klubs, wobei besonders die Steigerung der Spieltagserlöse um 64 Prozent ins Auge fällt. "Bei Arsenal haben sie den Schritt gewagt und sind öfter ins Stadion gegangen", sagt Stommel.
Sie haben einen höheren Zuschauerdurchschnitt als zehn Klubs in der Männer-Premier-League.
Marketingexpertin Jessica Stommel
In der Bundesliga wollen die Aufsteiger Union Berlin und der HSV in der kommenden Saison regelmäßig in der Alten Försterei bzw. im Volksparkstadion antreten.
Olympique Lyon: Mal wieder Pionier
Zum wirtschaftlichen Game-Changer werden im Augenblick allerdings weder die Stadion- noch die Sponsoring- oder die TV-Einnahmen. Das große Rad wird mit den Millionenbeträgen gedreht, die Investmentgesellschaften in den boomenden Markt pumpen. Für diesen Trend stehen besonders die beiden im CL-Halbfinale gescheiterten Klubs Olympique Lyon und Chelsea London, die sich von ihren Muttervereinen gelöst haben.
Der Rekordsieger aus Lyon, zu dem es in der kommenden Saison Nationalspielerin Jule Brand vom VfL Wolfsburg zieht, war einst ein Pionier der Professionalisierung des Frauenfußballs und hat große Teile von OL Féminin an die Unternehmerin Michele Kang verkauft.
Im Trend: Multi Club Ownership
Kang ist gleichzeitig Pionierin des umstrittenen Finanzmodells der Multi Club Ownership, das den Frauenfußball in Rekordtempo erreicht. Zum Portfolio von Kangs Kynisca-Gruppe gehören unter anderem die Washington Spirit in der US-Profiliga NWLS sowie Englands Erstliga-Aufsteiger London City Lionesses. Sie wolle irgendwann auf jedem Kontinent einen Klub besitzen, so Kang.
Ein weiterer global orientierter Player ist Alexis Ohanian, der sich zum Ziel gesetzt hat, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Frauensport zu werden. Der Ehemann von Tennis-Star Serena Williams hat vor kurzem für etwa 20 Millionen Pfund acht bis zehn Prozent am englischen Meister Chelsea London Women erworben, einem zukünftigen "Milliarden-Dollar-Franchise", wie er laut BBC voraussagt.
Angel City FC: Disney in Hollywood
Erfahrungen in diesem Geschäft hat Ohanian als der größter Anteilseigener des von Schauspielerinnen und Sportlerinnen gegründeten Hollywood-Fußballklubs Angel City FC gemacht, bis dieser 2024 für 192,3 Millionen Pfund verkauft wurde - unter anderem an den CEO von Walt Disney, Bob Inger.
Der Deal machte die Angels, die in der kommenden Saison von Bayern Münchens Double-Trainer Alexander Straus trainiert, zum wertvollsten Klub der Welt.
Meilenstein und Premiere für die Fußballerinnen des FC Bayern München. Dank eines 4:2-Erfolges im Pokalfinale gegen Werder Bremen konnten sie zum ersten Mal überhaupt das Double gewinnen.
02.05.2025 | 1:26 minSport:Champions League - 2024/25
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