Es geht um die Wurst …:Was steckt in der klassischen Fleischwurst?
WISO hat sechs Fleischwürste genauer betrachtet. Drei teure und drei billige, von 1,60 Euro bis 58 Cent pro 100 Gramm. Gibt es große Unterschiede zwischen den Produkten?
Fleischqualität: Welche Wurst überzeugt den Experten und wie sieht's mit der Tierhaltung aus?
22.01.2024 | 10:25 minHauptbestandteil der klassischen Fleischwurst ist Schweinefleisch. Es gibt aber auch Fleischwurst aus Rind- oder Geflügelfleisch. Das muss aber auf der Verpackung besonders gekennzeichnet sein. Für die Verfeinerung mit Gewürzen hat jeder sein eigenes Rezept.
Interessant ist es auch, dass man natürlich durch ein feines Raucharoma diesen Gesamtgeschmack noch unterstützen kann und noch attraktiver machen kann.
Manfred Winkler, Professor für Sensorik
Die klassische Wurst im Ring ist besonders beliebt. Viele kennen sie schon seit dem Kindesalter, beim Metzger gibt's oft direkt eine Scheibe in die Hand. Aber Fleischwurst ist sehr vielseitig einsetzbar.
Sie ist leicht mitzunehmen. Sie ist leicht zu portionieren. Sie ist leicht zu genießen und vor allem ist sie auch leicht verwertbar.
Manfred Winkler, Professor für Sensorik
Fleischwurst für verschiedene Rezepte nutzbar
So könne man Fleischwurst für den Fleischsalat nutzen, aber auch im warmen Zustand essen, erklärt Manfred Winkler, Professor für Sensorik. "Geröstet mit Püree oder anderen Zutaten kann eine Fleischwurst eine echte Köstlichkeit sein."
WISO hat sechs Produkte unter die Lupe genommen, drei billige und drei teure. Die Preise gelten jeweils für 100 Gramm.
- Aldi / Gut Drei Eichen Schinkenfleischwurst: 0,58 Euro
- Lidl / Dulano Delikatess Schinkenfleischwurst: 0,61 Euro
- Penny / Mühlenhof Delikatess Schinkenfleischwurst: 0,75 Euro
- Herta Fleischwurst: 0,80 Euro
- Wilhelm Brandenburg Schinkenfleischwurst: 1,50 Euro
- Alnatura Fleischwurst: 1,60 Euro
Manfred Winkler hat alle sechs Produkte sensorisch untersucht und seinen Geschmacksfavoriten gekürt: Sieger ist für ihn ein günstiges Produkt, die Wurst von Lidl.
Laboruntersuchung
Im Labor schneiden alle sechs Produkte sehr gut ab. Vorne liegt hier die Wurst von Alnatura. Die Untersuchungen bestätigen eine sehr gute Fleischqualität und es werden keine schädlichen Bakterien nachgewiesen.
Nachrichten | Wirtschaft:Was bringt das neue Tierhaltungskennzeichen?
Was bedeutet die Haltungsform 1 bis 4?
Eine gute Fleischqualität ist aber nicht gleichbedeutend mit artgerechter Tierhaltung. Bei der Frage wird's komplizierter.
Stufe 1: 0,75 Quadratmeter pro Tier, Stallhaltung
Stufe 2: 0,825 Quadratmeter pro Tier, Stallhaltung
Stufe 3: 1,05 Quardratmeter pro Tier, Stallhaltung mit Außenklimareizen
Stufe 4: 1,5 Quadratmeter pro Tier, Stallhaltung mit Auslauf oder Freilandhaltung
Die drei günstigen Produkte beziehen ihr Fleisch aus Ställen, die der Haltungsstufe zwei zugeordnet sind. Das Bio-Produkt von Alnatura erfüllt die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung, die Kriterien sind vergleichbar mit der Stufe vier.
Größter Unterschied zwischen Haltungsform 2 und 3
Auf Nachfrage erfahren wir, dass Wilhelm Brandenburg Fleisch aus Stufe eins und zwei verwendet. Von Herta erhalten wir dazu keine Information. Marc Boelhauve von der Fachhochschule Südwestfalen ordnet die Stufen für uns ein.
Der Sprung von zwei nach drei ist ein sehr großer Sprung. Bei zwei haben sie üblicherweise den Spaltenboden vorherrschend (…) und sie haben dort im Vergleich zu eins nur zehn Prozent mehr Platz als das gesetzliche Minimum. (…)
Prof. Dr. Marc Boelhauve, Experte für Agrarbiotechnologie und Tierhygiene
Der Sprung zwischen Haltungsform drei und vier sei nicht mehr so groß, erläutert Boelhauve. "In der Stufe vier kommt der zwingende Außenbereich dazu, das heißt pro Tier gewinnen sie ungefähr 0,4 Quadratmeter."
Nachrichten | Wirtschaft:Was die Haltungsform für Tiere bedeutet
Welche Haltungsform ist bei Fleisch die beste?
Die Einordnung in das Haltungsstufen-System soll dem Verbraucher zur besseren Orientierung dienen. Doch das allein reicht nicht aus, um aussagekräftige Informationen darüber zu geben, ob es den Tieren wirklich gut geht und die gesamte Tierhaltung wirklich artgerecht ist.
Klar ist: Bessere Tierhaltung kostet Geld. Mehr Platz für die Tiere, bessere Versorgung, gutes Futter und Zeit, sich um die Tiere zu kümmern - all das bedeutet ein Mehraufwand, der entsprechend bezahlt werden muss.
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