Hamburg :Konferenz berät über UN-Nachhaltigkeitsziele
Die UN-Nachhaltigkeitsziele sind noch lange nicht erreicht. Wie das bis zum Jahr 2030 doch noch klappen könnte, darüber beraten Experten aus der ganzen Welt in Hamburg.
Rund 1.600 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt wollen darüber beraten, wie sie gemeinsam die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen noch verwirklichen können.
07.10.2024 | 2:05 minHamburg im Zeichen der UN-Nachhaltigkeitsziele: Bei einer zweitägigen internationalen Konferenz suchen rund 1.600 Vertreter aus mehr als 100 Staaten nach Möglichkeiten und praktischen Wegen zum Erreichen der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte bei der Eröffnung der Hamburg Sustainability Conference (HSC) im Rathaus, dass es mehr Zusammenhalt brauche.
Die Welt darf sich nicht wieder in längst überwundene Blöcke aufteilen lassen. Im Gegenteil, die Welt sollte wieder mehr zusammenfinden.
Olaf Scholz, Bundeskanzler
Scholz: Öffentliche und private Gelder bündeln
Es sei gut, dass sich die HSC als mehrjähriger Prozess verstehe. "Das gegenseitige Vertrauen der Weltgemeinschaft wieder zu stärken und zugleich zu zeigen, mit starken internationalen Partnern können globale Herausforderungen gemeistert werden - das ist das Ziel dieser Konferenz", sagte Scholz. Er betonte, dass die von der UN gesetzten globalen Entwicklungsziele nur durch die Mobilisierung von privatem Kapital zu erreichen seien. Scholz sagte:
Deshalb müssen wir es schaffen, gemeinsame Finanzierungsinstrumente zu entwickeln, um öffentliche und private Gelder leichter zusammenzuführen
Olaf Scholz, Bundeskanzler
Leistungsstarke Stromleitungen sollen die Energie vom windstarken Norden in den industriestarken Süden bringen. Dafür muss das Stromnetz um- und ausgebaut werden.
27.09.2024 | 1:00 minSchulze: Mehr Zusammenhalt für Problemlösung
Die Vereinten Nationen hatten sich 2015 auf 17 Nachhaltigkeitsziele geeinigt, die sie bis 2030 verwirklichen wollen. Neben der Bekämpfung von Armut und Hunger gehören dazu auch der Zugang zu bezahlbarer und sauberer Energie. Die HSC, zu der mehrere Staats- und Regierungschefs vor allem aus dem Globalen Süden angereist sind, könnte nach den Vorstellungen der Veranstalter einmal das Pendant zur Münchner Sicherheitskonferenz im Bereich Nachhaltigkeit werden.
Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte unmittelbar vor Konferenzbeginn, das Treffen wolle mit handfesten Ergebnissen dazu beitragen, dass die Ziele noch erreicht werden können. "Überall sterben und leiden unschuldige Menschen - das alles schreit nach mehr Multilateralismus." Nur mit mehr Zusammenarbeit ließen sich nationale Probleme lösen, so Schulze, die zu den Initiatoren der Konferenz gehört.
HSC: Scholz fordert verbindliche Klimastandards
Im Zentrum der ersten HSC stehen nach Angaben der Veranstalter unter anderem Antworten auf Fragen zu einer klimaneutralen Schifffahrt, zu einer nachhaltigen Batterieproduktion und einer ebensolchen Finanzarchitektur. Vor allem wegen der Finanzfragen ist der Präsident der Weltbank, Ajay Banga, nach Hamburg gekommen.
Scholz forderte zudem verbindliche Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel, wie die Einführung eines Kraftstoffstandards und die Bepreisung von Treibhausgasemissionen durch eine globale Treibhausgasabgabe. Initiatoren der HSC sind neben dem Bundesentwicklungsministerium das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), der Hamburger Senat und die Michael Otto Stiftung.
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