Klöckner wirft Kritikern "überschaubare intellektuelle Tiefe" vor

Regenbogenfahne auf dem Reichstag:Klöckner wirft Kritikern fehlende "intellektuelle Tiefe" vor

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Soll zum Berliner CSD die Regenbogenfahne auf dem Reichstag wehen? Julia Klöckner ist dagegen. Wer ihr deswegen Homophobie vorwerfe, zeige "überschaubare intellektuelle Tiefe".

Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin, während einer Sitzung im Bundestag. (Archivbild)

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (Archivbild)

Quelle: dpa

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat sich erneut dagegen ausgesprochen, zum Berliner Christopher Street Day Ende Juli die Regenbogenfahne auf dem Reichstagsgebäude zu hissen.

Sie habe die Fahne ganz bewusst bereits am 17. Mai hissen lassen, zum internationalen Tag gegen Homophobie. Christopher Street Days gebe es aber nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Orten und an anderen Daten, sagte Klöckner am Donnerstagabend in Berlin.

Dass ich am Christopher Street Day in Berlin die Regenbogenfahne nicht gehisst habe, sondern am 17. Mai, aber dafür von einigen Gruppen als homophob beschimpft worden bin, zeigt eine überschaubare intellektuelle Tiefe.

Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin

Eine Regenbogenflagge ist am 17.05.2026 auf dem Reichstagsgebäude zu sehen.

Der Bundestag hat für einen Tag über dem Reichstagsgebäude in Berlin die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homophobie.

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Klöckner zu ihren Kritikern: "Große Keule"

Einige dieser Gruppen würden genau das tun, was sie selbst von anderen nicht erleben wollten: "Eben nicht differenziert vorzugehen, eine andere Meinung zu akzeptieren."

Sondern wenn man das nicht zu 100 Prozent tut, was man selber will, kommt die große Keule, man sei homophob oder queerfeindlich - egal, ob am 17. Mai die Fahne weht oder nicht.

Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin

Klöckner kritisierte, AfD-Politiker und Vertreter anderer Gruppen hätten gegen sie als Bundestagspräsidentin gehetzt, als sie die Fahne am 17. Mai hissen ließ. Da allerdings habe sie von diesen Gruppen nichts gehört.

Klöckner hatte am Donnerstagabend auf einem Empfang der Lesben- und Schwulenunion geredet, einer Vereinigung innerhalb der CDU. Für ihre Äußerung bekam Klöckner Applaus, wie ein Video in den sozialen Netzwerken zeigt. Die Bundestagsverwaltung teilt ZDFheute mit, Klöckner habe dort ausdrücklich als Abgeordnete teilgenommen, nicht in ihrer Rolle als Bundestagspräsidentin.

CSD

Aus dem Archiv: Im Jahr 2025 verzichtete Klöckner auf das Hissen der Regenbogenfahne zum Berliner CSD.

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Queerbeauftragte: Regenbogenfahne ist "sichtbares Zeichen für Akzeptanz"

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, begrüßt, dass unter anderem der Bundestag die Regenbogenfahne am 17. Mai gehisst hatte. Das sei ein "sichtbares Zeichen für Akzeptanz und gegen Queerfeindlichkeit", sagte Koch ZDFheute.

Sie sei aber froh, dass sich "die teils absurden Debatten des vergangenen Jahres" nicht wiederholten. Angesichts des erneuten Anstiegs queerfeindlicher Straftaten sei die Lage viel zu ernst, um sich an Symbolfragen abzuarbeiten.

Ich verstehe dennoch sehr gut, dass manche Äußerungen in der Community für Irritationen sorgen.

Sophie Koch, SPD

Koch ließ offen, ob sie damit Klöckners jüngste Äußerung meint.

Im vergangenen Jahr hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Klöckner verteidigt und gesagt: "Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt", auf dem man beliebig Fahnen hisse. Auch das hatte Kritik hervorgerufen.

Über die Regenbogenfahne auf dem Reichstagsgebäude berichtete ZDFheute Xpress am 17.05.2026 um 14:28 Uhr.

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