Reformpläne von Minister Schnieder:Führerschein: Weniger Prüfungsfragen, Eltern als Fahrlehrer
von Christiane Hübscher, Dominik Rzepka
Der Führerschein soll günstiger werden, die Prüfungen kürzer und einfacher. Das plant Verkehrsminister Schnieder nach ZDF-Informationen. Folgende Punkte könnten sich ändern.
Im Video: Was sich bei der Führerschein-Prüfung ändern soll.
11.02.2026 | 2:37 minBund und Länder haben sich in einer Arbeitsgruppe auf eine Reform der Fahrschulausbildung geeinigt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will die Pläne am Mittwoch vorstellen.
ZDFheute liegt das Eckpunkte-Papier vorab vor. Hier das Wichtigste zur Führerscheinklasse B (Pkw-Führerschein):
- Die Prüfungszeit der Fahrprüfung soll reduziert werden
- Künftig muss die Mindestfahrzeit für die Klasse B 25 Minuten betragen, die Prüfungsdauer 40 Minuten.
Insgesamt heißt es in dem Entwurf, auch in Bezug auf andere Klassen:
Für alle anderen Klassen soll die Mindestfahrzeit 45 Minuten betragen, die Prüfungsdauer insgesamt 70 Minuten.
Eckpunktepapier Reform Führerschein
Beim Führerschein scheitern weiter viele an Theorie- und Praxisprüfung. Verkehrsminister Schnieder will mit einer Reform die Kosten senken und Bestehensquoten verbessern.
11.02.2026 | 0:24 minWeniger Fragen in der Theorieprüfung
Außerdem soll der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung der Klasse B um etwa 30 Prozent reduziert werden. Statt 1.169 Fragen sollen es künftig etwa 840 sein.
Wie unterrichtet wird - ob in Präsenz oder digital - darf künftig die Fahrschule selbst entscheiden. Die Theorieausbildung kann künftig also auch komplett digital stattfinden, Fahrschulen müssen keine Unterrichtsräume und Lehrmittel mehr vorhalten.
Die geplante Reform der Fahrschulausbildung kann wohl 2027 in Kraft treten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder rät aber davon ab, mit dem Führerscheinerwerb zu warten.
20.12.2025 | 0:29 minEltern dürfen Fahrstunden geben
Reduziert werden soll auch die Anzahl der sogenannten Sonderfahrten, also Autobahnfahrten, Überlandfahrten oder Fahrten im Dunkeln. Künftig ist für den Pkw-Führerschein nur noch jeweils eine Sonderfahrt vorgesehen, insgesamt also drei. Die Sonderfahrten dürfen nicht auf dem Simulator durchgeführt werden.
Außerdem soll ein Teil der praktischen Fahrausbildung auch durch Laien möglich werden. Das Eckpunktepapier spricht von "Personen mit einem besonderen Naheverhältnis zum Bewerber", zum Beispiel durch die Eltern. Die Laienausbildung nach dem österreichischen Modell wird also ermöglicht.
Linken gehen Vorschläge nicht weit genug
Minister Schnieder plant auch, die Kosten des Führerscheins transparenter zu machen. Fahrschulen müssen künftig alle drei Monate ihre Preise einheitlich an das Verkehrsministerium melden. Vergleichsportale können die Daten abrufen und verbrauchergerecht veröffentlichen.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner kritisiert, die Pläne Schnieders gingen nicht weit genug. Statt Symbolpolitik brauche es einen Systemwechsel, sagt sie ZDFheute:
Die theoretische Fahrausbildung gehört als reguläres Angebot an die Schulen.
Ines Schwerdtner, Linke
Ausgebildete Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern sollten den Theorieunterricht im Klassenzimmer übernehmen. "So verbessern wir die Bezahlbarkeit des Führerscheins spürbar und sofort", so Schwerdtner.
Reform der Fahrausbildung geplant:Verkehrsminister: Nicht mit Führerschein warten
mit Video0:29Straßenverkehrsgesetz im Bundestag:Was Schwarz-Rot beim digitalen Führerschein plant
von Jan Henrichmit Video2:46Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Punkte gegen Geld: Minister plant Maßnahmen
von Christopher HeinzeVideo2:32