Erneute Verzögerung:Özdemir: Stuttgart 21 wird langsam "zur Lachplatte"
Aus Stuttgart 21 wird wohl Stuttgart 31 - zum Missfallen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir. Der Grünen-Politiker erhöht den Druck auf die Bahn.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert "belastbare Zahlen" von der Deutschen Bahn. Grund dafür sind Medienberichte über weitere Verzögerungen der Inbetriebnahme des Bahnhofs.
09.06.2026 | 0:40 minNach Berichten über weitere Verzögerungen beim Projekt Stuttgart 21 muss die Bahn aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir alle Karten auf den Tisch legen.
Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen.
Cem Özdemir (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg
"Aber es muss ja auch mal ein Ende haben", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Er verlange von der Bahn belastbare Zahlen und Antworten auf die Fragen, wann die einzelnen Etappen und wann das gesamte Projekt Stuttgart 21 fertig seien.
Eröffnung wohl erst Ende 2031
Medienberichten zufolge wird das Bahnprojekt später in Betrieb gehen als zuletzt angenommen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf das Umfeld der mit dem Projekt vertrauten Personen berichtete, müsse die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031 verschoben werden. Ein Bahnsprecher teilte mit, dass man sich zu derartigen Spekulationen nicht äußere.
Die Inbetriebnahme des unterirdischen Hauptbahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich weiter bis voraussichtlich 2031. Grund dafür seien drastische Versäumnisse der zuständigen Bahngesellschaft.
08.06.2026 | 0:31 minDas Projekt werde langsam "zur Lachplatte", sagte Özdemir auch mit Verweis auf die als "Fernwanderweg" bekanntgewordene Umleitung für Fußgänger von den Gleisen in die Stadt. Es gehe auch darum zu zeigen, dass Stadt, Land und die Bundesrepublik Großprojekte stemmen könnten und sich nicht in Grund und Boden schämen müssten.
"Ich will nicht, dass wir in einem Atemzug mit BER genannt werden", mahnte Özdemir. "Aber da sind wir gerade dabei, wenn das sich bewahrtheiten sollte."
Zeitplan wird immer wieder korrigiert
Die zuletzt für Ende 2026 geplante Teileröffnung des Tiefbahnhofs war bereits im November abgeblasen worden. Als Grund für die erneute Verschiebung nannte Bahnchefin Evelyn Palla Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens. Ein neues Datum für den Start hatte es damals zunächst nicht gegeben. Stattdessen hatte Palla eine umfassende Überprüfung des Projekts angekündigt, an deren Ende ein neuer Termin genannt werden sollte.
Bahnchefin Palla musste bereits im Winter erklären, warum sich die Teileröffnung von Stuttgart 21 erneut verschiebt.
15.12.2025 | 1:30 minGebaut wird an dem Großprojekt bereits seit dem Jahr 2010. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung 2009 war man noch von einer Eröffnung 2019 ausgegangen.
Projekt verursacht Mehrkosten in Milliardenhöhe
Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die Mehrkosten muss die Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen.
Nach wie vor ist unklar, wann das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 fertig wird. Bis Ostermontag konnten sich Besucher beim Tag der offenen Baustelle ein Bild von der Lage machen.
04.04.2026 | 1:47 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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