Kritik an Arbeitskämpfen:Habeck: Zu viel Streik für weniger Arbeit
Wirtschaftsminister Robert Habeck findet, dass im Moment zu viel für weniger Arbeitszeit gestreikt wird. Er fordert finanzielle Anreize für Ältere, länger zu arbeiten.
Wirtschaftsminister Robert Habeck fordert mehr Lust auf Arbeit.
Quelle: imagoBundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich kritisch zu den zuletzt vielen Streiks in Deutschland geäußert. "Jedenfalls wird ein bisschen im Moment zu viel für immer weniger Arbeit gestreikt beziehungsweise geworben", sagte der Politiker (Grüne) am Mittwoch bei einem Treffen des Mittelstands.
Und das können wir uns in der Tat im Moment nicht leisten.
Robert Habeck, Bundeswirtschaftsminister
Es müsse wieder anerkannt werden, unabhängig von der Vergütung, dass Arbeit etwas ist, "was einen stolz machen kann", forderte Habeck.
Deutschlands Wirtschaft stagniere. Gleichzeitig seien 700.000 offene Stellen gemeldet, womöglich seien es aber bis zu zwei Millionen.
Dieses Problem werde sich bei stärkerem Wirtschaftswachstum und zunehmender Alterung der Gesellschaft noch verschärfen. "Die Perspektive ist deutlich dramatischer."
Seit mehr als 15 Jahren steht Claus Weselsky an der Spitze der Lokführergewerkschaft GDL. Ein Ende des Streits zwischen der Deutschen Bahn und der GDL ist nicht in Sicht. Doch wer ist der Mann, der den Schienenverkehr immer wieder lahmlegt?
13.03.2024 | 3:30 minHabeck fordert finanzielle Anreize, um länger zu arbeiten
Das Volumen aller Arbeitsstunden reiche nicht aus, sagte Habeck. Deswegen brauche es beispielsweise finanzielle Anreize für Ältere, länger zu arbeiten, sofern sie dies wollten.
Konkrete Tarifkonflikte nannte der Bundeswirtschaftsminister nicht. Im festgefahrenen Streit bei der Deutschen Bahn streikt derzeit beispielsweise die Lokführergewerkschaft GDL für eine Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche.
Die Bahn hat schon mehrere Male gestreikt. Ist das noch verhältnismäßig? Sollte das Streikrecht eingeschränkt werden?
11.03.2024 | 4:05 minBei dem Treffen äußerte der Mittelstand seine große Unzufriedenheit mit der Politik der Regierung. Das wirtschaftliche Überleben am Standort Deutschland werde immer schwieriger, kritisierte unter anderem Hans-Jürgen Völz, Chefvolkswirt des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. "Eine Entlastung beim Bürokratieaufwand, Energiekosten und Unternehmenssteuern liegen in der Verantwortung der Bundesregierung", sagte er.
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