Generaldebatte im Bundestag - alle News im Liveblog

Liveblog

Beratungen über Haushalt 2027:Merz wirft AfD Pläne für "ethnische Säuberungen" vor

|

In der Generaldebatte greift Kanzler Merz (CDU) die AfD frontal an. Die Debatte ist so hitzig, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner mit einem Rauswurf droht. Der Liveblog.

Plenarsaal des Bundestages, Sitzung am 10.07.2026

Die Generaldebatte im Livestream.

21.09.2026

Über das Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, etwa ZDFheute live am 09.09.2026 ab 08:55 Uhr oder die heute-Sendung am 08.09.2026 ab 19:00 Uhr.
Wichtige Meldungen
Wichtige Meldung

Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Beteiligung bisher höher als 2023

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin haben bis zum Mittag mehr Menschen ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben als um die gleiche Uhrzeit bei der Wahl 2023. Bis 12.00 Uhr wählten 27,9 Prozent der Wahlberechtigten, wie der Landeswahlleiter in der Bundeshauptstadt mitteilte. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt demnach bei 23,4 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung bis zum Mittag wurde den Angaben nach aus dem Bezirk Treptow-Köpenick gemeldet und die niedrigste aus Mitte.

Videoplayer
20.09.2026 | 1:37 min

In eigener Sache

An dieser Stelle beenden wir unseren Liveblog. Wir danken für Ihr Interesse. News und Hintergründe zu den Haushaltsberatungen im Bundestag, die bis Ende der Woche andauern,  finden Sie weiterhin auf ZDFheute.


Wadephul: Kürzungsplan für humanitäre Hilfe bedauerlich

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bedauert die Kürzungen bei humanitärer Hilfe - er werde darüber noch einmal Gespräche mit dem Finanzminister führen. Denn "jede Krise, jede Not", die man vor Ort bekämpfe, "ist gut investiertes Geld" im deutschen und europäischen Interesse. 

Mit Blick auf die Ukraine bekräftigte er, Deutschland stehe fest an der Seite des Landes im Verteidigungskrieg gegen Russland. Die Ukraine zu unterstützen, sei eine wichtige Investition in die Sicherheit Deutschlands. Man arbeite sehr intensiv an diplomatischen Lösungen. "Es scheitert bisher an Russland." 


AfD-Politiker Koegel bekommt Ordnungsruf wegen "Halt's Maul"

AfD-Politiker Jürgen Koegel hatte in seinem Redebeitrag einen Zwischenruf mit dem Kommentar "Halt's Maul" kommentiert.

Dafür erteilte Bundestagsvize Omid Nouripour dem Politiker einen Ordnungsruf - es handele sich "eindeutig um eine Herabsetzung eines Mitglieds dieses Hauses".


AfD-Politiker: Hohe Militärausgaben nicht im Interesse Deutschlands

Jürgen Koegel von der AfD kritisiert die hohen Verteidigungsausgaben. Das aktuelle Vorgehen der Bundesregierung sei nicht im Interesse Deutschlands. Mehr Waffen seien noch keine Strategie. Man müsse zurück an den Verhandlungstisch. Geld müsse in Diplomatie statt in Rüstung gesteckt werden. 


CDU-Außenpolitiker Röttgen: AfD stellt sich auf die Seite des Angreifers

Putin habe den Krieg nach Europa zurückgebracht, sagte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen in der Debatte. Vor rund einem Monat sei mit dem versuchten Drohnen-Anschlag am Leipziger Flughafen eine neue Dimension der Bedrohung klar geworden. Die demokratische Antwort darauf sei "Wehrhaftigkeit", um die Bürger zu schützen. 

Für die AfD stelle sich diese Frage nicht, sie stelle sich auf die Seite des Angreifers und wolle wieder russisches Gas kaufen. Er stelle sich die Frage, warum die AfD so unpatriotisch und Deutschland nicht schützen wolle.


Merz und Weidel: Gegenseitige Attacken

Der Schlagabtausch zwischen AfD-Chefin Weidel und Kanzler Merz  in der Zusammenfassung. 

Videoplayer
09.09.2026 | 2:01 min

Lauterbach: Ausbau der Verteidigungsausgaben richtig

Deutschland müsse sich der neuen Sicherheitslage stellen, sagt der SPD-Politiker Karl Lauterbach in der Debatte. Der "verbrecherische Angriff" Putins auf die Ukraine sei auch ein Angriff auf "unsere Demokratie und unseren Staat". "Wir befinden uns längst in einem hybriden Krieg."

Daher sei der Aufbau der Verteidigungsausgaben richtig. Es sei besser, hier Drohnen und Satelliten zu bauen, als sie zu importieren und in neue Abhängigkeiten zu geraten. Zudem würden neue Arbeitsplätze entstehen.


CSU-Politiker Hoffmann: Rentenreform "historische Chance"

Der Chef der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, hat die mitregierende SPD nach dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu weiteren gemeinsamen Reformschritten aufgerufen. "Wir haben hier eine historische Chance, gerade wenn wir über das Thema Rente reden", sagte der Landesgruppenvorsitzende. "Lassen Sie uns diese historische Chance gemeinsam nutzen."

Hoffmann betonte, das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ändere nichts am Modernisierungsbedarf Deutschlands. Die Frage, welche Maßnahmen nun erforderlich und wirksam seien, könne man sehr wohl beantworten, sagte er mit Blick auf anstehende Sozialreformen, mit denen höhere Beiträge vermieden werden sollen. Dazu gebe es keine Antwort der politischen Ränder. 


Reichinnek: Politik der Koalition schafft Nährboden für "braune Saat"

Die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, warf Weidel und deren Co-Fraktionschef Tino Chrupalla vor, sie hätten Reden gehalten, "die vor Rassismus und Menschenverachtung nur so triefen".

Zugleich wies Reichinnek der Bundesregierung eine Mitschuld am Erfolg der AfD zu. Die Partei werde nicht gewählt, "weil sie so tolle Konzepte oder so kluge Köpfe hätte", sagte sie. "Dass diese braune Saat trotzdem so gärt, das liegt daran, dass Sie mit ihrer Politik des sozialen Kahlschlags den Nährboden dafür schaffen."


SPD-Generalsekretär: Mehr für Bildung tun

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf warb dafür, sich stärker um eine bessere Bildungspolitik zu kümmern. Es sei nicht länger hinnehmbar, wie stark Bildungschancen in Deutschland  von der sozialen Herkunft abhingen, sagte er mit Blick auf die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie.

Gebührenfreie Kitas seien ein Weg zu mehr Chancengerechtigkeit. Klüssendorf forderte, Vermögende stärker zu besteuern und dieses Geld in Bildung zu investieren. 


ZDF-Korrespondentin: Rüdes Aufeinandertreffen zwischen Merz und Weidel

"Der Generaldebatte war anzumerken, dass es eine Generaldebatte in besonderen Zeiten ist", resümiert ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer bei ZDFheute live mit Blick auf das "Wahl-Beben" in Sachsen-Anhalt.

AfD-Fraktionschefin Weidel habe ein sehr düsteres Bild von Deutschland gezeichnet, von Migration über Energiekrise.

Merz habe sehr deutlich gesagt, die AfD-Pläne zur Remigration seien nichts anderes als "ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe".

Insgesamt sei es ein rüdes Aufeinandertreffen zwischen Weidel und Merz gewesen. 

Videoplayer
09.09.2026 | 10:48 min

Frei zu Verteidigungsausgaben: "Wer Freiheit will, muss sich bewaffnen"

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) verteidigte die Haushaltspolitik der Regierung. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sei es wichtig, in die Verteidigung zu investieren. "Wer Freiheit will, muss sich bewaffnen." 

Auch der geplante Bürokratieabbau sei wichtig. "Deutschland muss schneller werden." Die Menschen wollten Ergebnisse sehen. Weniger Bürokratie schaffe Wachstum und Wachstum schaffe Wohlstand. Die Regierung sei auf dem richtigen Weg. 


Linke fordert "Wiederaufbauplan" für Deutschland

"Dieses Land braucht einen Wiederaufbauplan", fordert Linken-Fraktionschef Sören Pellmann in der Generaldebatte.  Mit dem, was der Kanzler vorlege, werde das nicht gelingen. 

Pellmann warf der Bundesregierung vor, durch falsche Prioritäten im Haushalt das Erstarken der Rechten zu fördern. "Sie machen eine unsoziale Politik für unser Land, gegen die Mehrheit der Menschen im Land." An den Kanzler gerichtet, sagte er: "Herr Merz, stoppen Sie diesen Irrweg."


Miersch: Bei Reformen auf Gerechtigkeit achten

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat die schwarz-rote Koalition aufgefordert, bei den anstehenden Reformen mehr auf Gerechtigkeitsfragen zu achten. In der Generaldebatte nannte er dabei etwa die Renten- und Krankenversicherung. Miersch verteidigte, dass auch Kürzungen in den Sozialsystemen nötig seien, um Beitragssteigerungen zu verhindern.

Bei dem anstehenden Rentenpaket gehe es nicht nur um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. "Es geht um Sicherheit." Die Rentenkommission habe auch vorgeschlagen, dass möglichst alle Berufsgruppen in ein künftiges Rentensystem einzahlen.


Grünen-Fraktionschefin fordert AfD-Verbotsverfahren

Sehen Sie hier die komplette Rede von Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge in der Generaldebatte im Bundestag.

Videoplayer
09.09.2026 | 17:53 min

Dröge: AfD-Chefin "von Hass und Wut erfüllt"

Die Co-Fraktionschefin der Grünen Dröge wirft AfD-Chefin Weidel eine von "Wut und Hass erfüllte" Rede bei der Generaldebatte zum Bundeshaushalt vor.

Videoplayer
09.09.2026 | 0:33 min

Grünen-Fraktionschefin: Rechtsextremismus kein Ost-Problem

Der Rechtsextremismus in Deutschland sei kein Ost-Problem, sagte Grünen-Fraktionschefin Dröge. "Trotzdem gibt es regionale Unterschiede." 

Es seien die strukturschwachen Regionen, in denen die AfD besonders stark gewählt wurde, in denen Jobs verloren gingen. Es seien Orte, an denen sich die Menschen abgehängt fühlen.

Man müsse der Wut, die von der AfD angestachelt werde, Entschlossenheit entgegensetzen. Dröge warf Kanzler Merz vor, er habe sich von den "Verlockungen des Populismus" anstecken lassen.


Dröge ruft Merz nach Sachsen-Anhalt-Wahl zum Handeln auf

"Wie gefährlich die AfD ist, das haben wir heute in der Rede von Alice Weidel gehört", sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge im Bundestag. Die Rede sei vielmehr ein "geskriptetes Drehbuch der Wut gewesen, der Agitation, der Verdrehung von Fakten".

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt gebe es jetzt dort Menschen, die Angst hätten. Sie rief Kanzler Merz zum Handeln auf, um die Menschen dort zu schützen. 


Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: ZDF, dpa, AFP, epd, Reuters, KNA, AP
Über das Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, etwa ZDFheute live am 09.09.2026 ab 08:55 Uhr oder die heute-Sendung am 08.09.2026 ab 19:00 Uhr.