Volumen von 100 Milliarden Euro jährlich:Richterbund schlägt Alarm wegen Geldwäsche in Deutschland
Bei Geldwäsche hätte es die Organisierte Kriminalität in Deutschland zu leicht, kritisiert der Richterbund. Der Verband kritisiert dabei die Bundesländer.
Der Deutsche Richterbund wirft den Bundesländern vor, zu wenig gegen Organisierte Kriminalität zu tun. Weil die Landesregierungen auf die Personalkosten fixiert seien, gebe es zu wenig Ermittler.
26.12.2025 | 0:29 minDer Deutsche Richterbund wirft den Bundesländern vor, der Organisierten Kriminalität das Geschäft zu erleichtern. "Die Landesregierungen lassen viele Milliarden Euro für den Staat liegen, weil sie zu einseitig auf die Personalkosten der Strafverfolgung fixiert sind", sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Dabei würde jeder zusätzliche Euro, der in mehr Ermittler zur besseren Bekämpfung von Finanz- und Wirtschaftskriminalität fließt, am Ende mehrfach in die Staatskasse zurückfließen.
Sven Rebehn, Deutscher Richterbund
Etwa eine Million Strafverfahren sind in Deutschland unerledigt, im Staatsdienst fehlen rund 2.000 Juristen und bei der Polizei 50.000 Beamte.
24.09.2024 | 10:09 minGeldwäsche-Volumen rund 100 Milliarden Euro pro Jahr
Rebehn bezifferte das Volumen der Geldwäsche in Deutschland auf rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. "Es spielt der Organisierten Kriminalität in die Hände, dass bundesweit inzwischen 2.000 Staatsanwälte fehlen, sich eine Million offene Verfahren bei den Ermittlern stapeln und gerade komplexe Fälle wegen fehlender Ressourcen häufig nicht ausermittelt werden können und mit Deals enden", beklagte er.
Drogenbanden, Menschenhändler, Wirtschafts- und Finanzkriminelle hätten es in Deutschland zu leicht, weil sie es vielfach mit chronisch unterbesetzten und technisch schlecht ausgestatteten Strafverfolgungsbehörden zu tun hätten.
In mehreren Ländern ist Ermittlern ein Schlag gegen ein Betrugs- und Geldwäschenetzwerk gelungen. Die Beschuldigten sollen Kreditkartendaten für Onlinebetrug genutzt haben.
05.11.2025 | 1:21 minBundesländer wollten Justiz stärken
Der Bund hatte im Sommer zugesagt, den Ländern rund eine halbe Milliarde Euro in den nächsten vier Jahren für die Schaffung zusätzlicher Stellen in der Justiz und für die Digitalisierung der Justiz bereitzustellen. Damit soll ein "Pakt für den Rechtsstaat" neu aufgesetzt werden, im Vergleich zum Vorläufer soll die Unterstützung verdoppelt werden.
Weil es aber noch Unstimmigkeiten bei der Finanzierung gibt, wurde das Thema bei der Ministerpräsidentenkonferenz unlängst von der Tagesordnung genommen.
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